Grundregeln im Umgang mit Strom

Grundregeln Strom: Abisolierzange

Bei jedem Umzug müssen Sie Leuchten anschließen oder Sie möchten bei einer Renovierung andere Lichtschalter einbauen. Diese Arbeiten bergen ein potenzielles Risiko, da die Hausinstallation in Deutschland mit einer Spannung von 230 Volt betrieben wird. Und jede elektrische Spannung, die an einen lebenden Organismus gelangt, kann zu Gesundheitsstörungen bis zum Tod führen. Selbst kleine Spannungen (über 42 Volt) können auch bei nur kurzer Berührung tödlich sein. Deshalb sind in Deutschland besondere Sicherheitseinrichtungen vorgeschrieben und es gelten strenge Regeln für die Durchführung von Elektroinstallationsarbeiten. So ist beispielsweise bei allen Arbeiten an elektrischen Anlagen die ausführende Person für die Einhaltung der VDE-Bestimmungen verantwortlich. Wenn Sie sich über die korrekte Ausführung nicht sicher sind, ziehen Sie unbedingt einen Fachmann hinzu und beauftragen einen konzessionierten Elektriker.

Sie können dem beauftragten Elektriker nach Absprache jedoch zuarbeiten und einige vorbereitende Tätigkeiten durchführen (z. B. Leitungen verlegen). Den eigentlichen Anschluss übernimmt dann der Fachmann. Er sagt Ihnen auch bei älteren Installationen, ob die Anlage noch dem aktuellen Stand der Vorschriften entspricht.

Wie Sie Elektroleitungen verlegen – auch in unbeheizten und unbelüfteten Räumen, erfahren Sie in weiteren BAUHAUS Ratgebern.

1. Sicherheitsregeln

Grundregeln Strom: Sicherungskasten

Weichen Sie von den folgenden Sicherheitsregeln auf keinen Fall ab, auch wenn dadurch die Arbeit erschwert, verteuert oder verzögert wird:

  1. Arbeiten Sie nie an Geräten oder Installationen, die unter Spannung stehen! Ziehen Sie den Stecker (bei Geräten) beziehungsweise schalten den entsprechenden Stromkreis ab oder betätigen den Hauptschalter.
  2. Sorgen Sie dafür, dass kein Dritter versehentlich den Strom wieder einschaltet (gegen Wiedereinschalten sichern)! Bei Schraubsicherungen nehmen Sie die Sicherung am besten zum Arbeitsort mit. Alternativ kleben Sie die ausgeschalteten Sicherungen mit Isolierband ab, damit ein irrtümliches Wiedereinschalten verhindert wird!
  3. Überprüfen Sie vor Arbeitsbeginn, dass alle Leitungen und Geräte tatsächlich spannungsfrei sind! Verwenden Sie für diese Prüfung nur zuverlässige zweipolige Messgeräte (z. B. Duspol oder Multimeter). Einpolige Spannungsprüfer, wie Phasenprüfer (Schraubendreher-Form), sind nicht zuverlässig!
  4. Umfangreichen Arbeiten (z. B. Sicherungen, Verteilung, Zähler, Erdung und Hauseinlass) dürfen nur von zugelassenen Elektriker durchgeführt werden.
  5. Verwenden Sie nur Geräte und Komponenten mit einem VDE-Prüfzeichen (geprüfte Sicherheit) und nur solche elektrischen Betriebsmittel, die für den Einsatzzweck zugelassen sind. So dürfen zum Beispiel in Feuchträumen nur solche Geräte, Leuchten und Installationsmaterial verwendet werden, die das Eindringen von Wasser verhindern.

Benötigen Sie Unterstützung bei Montagearbeiten oder Installationen? Die BAUHAUS Fachberater planen gemeinsam mit Ihnen Ihr Projekt und führen es dann in Zusammenarbeit mit ausgesuchten regionalen Handwerksbetriebe durch – zum Festpreis.

Neben der Montage der bei BAUHAUS erworbenen Produkte können die BAUHAUS Fachberater und Handwerkskoordinatoren Sie auch bei weiteren Arbeiten rund um Umbau, Renovierung und Installation kompetent unterstützen. Auch, wenn Sie die Hilfe nur für einen Teil der Montage in Anspruch nehmen möchten, berät BAUHAUS Sie gern.

2. Elektroleitungen

Grundregeln Strom: Adern einer Elektroleitung

Elektroleitungen bestehen aus einzelnen Adern (auch Leiter). Diese haben unterschiedliche Farben, an denen Sie erkennen können, welche Funktion die Ader hat und wo sie angeschlossen werden muss.

Der Phasenleiter (auch Phase oder Außenleiter) ist der stromführende Leiter und führt den Strom aus dem Netz zum Schalter oder der Steckdose. Diese Leitung ist entweder schwarz, braun oder grau und trägt das Kurzzeichen L. Der blaue Neutralleiter (auch Nullleiter) mit dem Kurzzeichen N führt den Strom wieder vom Verbraucher ins Netz zurück und hat in der Regel keine Spannung. Der grün-gelbe Schutzleiter (siehe auch nächstes Kapitel) leitet eventuell auftretende Körperströme zur Erde ab (Kurzzeichen: PE).

Beachten Sie: Gerade in Altbauten müssen die Farben nicht unbedingt der Norm entsprechen. Prüfen Sie die Leiter dann unbedingt mit einem Messgerät!

3. Sicherheitseinrichtungen

Der Schutzleiter verhindert, dass bei einem Defekt elektrisch leitende, frei zugängliche Geräteteile unter Spannung stehen. Umso wichtiger ist es, dass der Anschluss der Leitungen innerhalb der Installation stets korrekt erfolgt – nur so funktioniert dieser Schutzmechanismus zuverlässig!

Fehlerstrom-Schutzschalter (auch RCD- oder FI-Schutzschalter) unterbrechen den Stromkreislauf schon bei sehr geringen Fehlerströmen und bieten so einen besonders hohen Schutz gegen einen gefährlichen elektrischen Schlag.

4. Sicheres Werkzeug

Grundregeln Strom: Multimeter Ratgeber Elektroinstallation: Duspol

Um Leitungen oder eine Steckdose auf Spannungsfreiheit zu überprüfen, benötigen Sie ein zuverlässiges Messgerät. Am bekanntesten ist zwar der Phasenprüfer, dieser ist aber leider auch am unzuverlässigsten. Am sichersten arbeiten Duspole (linkes Bild), die auch einfach anzuwenden sind.

Etwas umständlicher in der Handhabung (aber ebenso sicher) arbeitet ein Multimeter (rechtes Bild): Auch hier wird die Spannung zwischen zwei Polen kontrolliert.

Grundregeln Strom: Elektro-Schraubendreher

Führen Sie Arbeiten an Elektroinstallationen außerdem nur mit passendem und isoliertem Werkzeug durch.

Bildergalerie Grundregeln im Umgang mit Strom

Aderendhülsen

Grundregeln Strom: Aderendhuelsen und Zange

Sogenannte Aderendhülsen müssen in allen Verbindungen mit flexiblen Leitungen verwendet werden. Sie werden mit einer speziellen Zange aufgepresst.

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