Immer mehr Menschen wollen mit einem Balkonkraftwerk selbst Strom erzeugen und so ihre Stromkosten deutlich senken. Dabei unterstützt der Staat den Umstieg auf erneuerbare Energien in Deutschland aktiv. Die Balkonkraftwerk-Förderung ist jedoch oft regional unterschiedlich geregelt und kann schnell unübersichtlich werden. Unsere BAUHAUS-Fachleute beantworten die wichtigsten Fragen zu Zuschüssen und Förderanträgen. Entdecken Sie, wo und wie Sie heute noch staatliche Förderung für Ihre Balkon-Solaranlage beantragen können.
Wer vergibt die Balkonkraftwerk-Förderung?
Die Anlaufstellen für die Förderung von Balkonkraftwerken unterscheiden sich je nach Region. Es gibt Programme sowohl auf Bundesebene, auf Landesebene sowie auf kommunaler Ebene. Hier ein kleiner Überblick:
Förderprogramme auf Bundesebene
Auf Bundesebene finden Sie aktuell keine umfassenden Förderprogramme für Balkonkraftwerke. Weder die KfW-Förderung noch die BAFA-Förderung sind primär für Mini-Solaranlagen gedacht. Die Anlagen können aber unter bestimmten Umständen Teil von größeren Förderprojekten sein, zum Beispiel wenn Sie sie mit anderen Maßnahmen zur energetischen Sanierung kombinieren.
Förderprogramme auf Landesebene
In Deutschland bieten derzeit zwei Bundesländer eine direkte Balkonkraftwerk-Förderung an. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen dazu:
Hamburg: Seit Oktober 2025 können Haushalte mit geringem Einkommen eine Balkonkraftwerk-Förderung beantragen – wenn sie Bürgergeld, Sozialhilfe, Grundsicherung, Wohngeld, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, Kinderzuschlag oder Bafög beziehen oder das Haushaltseinkommen unter dem Pfändungsfreibetrag liegt. In Zusammenarbeit mit der Caritas übernimmt die Stadt bis zu 90 Prozent der Anschaffungskosten.
Mecklenburg-Vorpommern: Hier erhalten Sie als Mieter mit Erstwohnsitz im Bundesland einen Zuschuss von bis zu 500 Euro. Der Antrag muss erst nach dem Kauf und der Installation der Anlage gestellt werden. Das Förderprogramm richtet sich aktuell aber nicht an Eigentümer.
Regionale und kommunale Balkonkraftwerk-Förderung
Die meisten Zuschüsse für Balkonkraftwerke vergeben die Städte und Gemeinden selbst. Viele Kommunen legen eigene Förderprogramme auf, um die Energiewende voranzutreiben. Beachten Sie, dass sich die Bedingungen laufend ändern. Hier finden Sie eine Übersicht zu einigen großen Städten, die solche Programme anbieten:
München: Hier bekommen Sie bis zu 40 Cent pro installiertem Watt Leistung, also maximal 320 Euro bei einem 800 W Kraftwerk. Die Förderung beträgt höchstens 50 Prozent der Investitionskosten. Wichtig: Den Antrag müssen Sie vor dem Kauf einreichen.
Köln: Die Stadt zahlt eine Pauschale von 150 Euro. Besitzer des Köln-Passes erhalten sogar einen Zuschuss von 300 Euro.
Stuttgart: Mit die „Solaroffensive“ erhalten Sie einen pauschalen Zuschuss von 200 Euro. Für Inhaber der Bonuscard + Kultur steigt die Förderung auf 300 Euro.
Freiburg: Mieter bekommen einen Zuschuss von 150 Euro, mit Freiburg-Pass bis zu 300 Euro.
Kassel: Alle Bürger mit Wohnsitz in Kassel können einen Zuschuss von 150 Euro beantragen. Für Haushalte mit niedrigem Einkommen übernimmt die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Stromspar-Check sogar alle Kosten für Anschaffung und Installation.
Leipzig (Sachsen): Nach dem planmäßigen Ende des sächsischen Landesprogramms im Juni 2026 unterstützt die Stadt Leipzig weiterhin Mieterinnen und Mieter über das kommunale Programm „Solarstrom für Leipzig“. Inhaber des Leipzig-Passes erhalten hier einen pauschalen Zuschuss von bis zu 500 Euro.
Diese Liste ist nicht vollständig. Ob es eine Förderung für Balkon-Solaranlagen in Ihrer Gemeinde gibt, erfahren Sie direkt von Ihrer Stadt oder Ihrem Landkreis.
So beantragen Sie Zuschüsse für Ihr Balkonkraftwerk
Der Antrag auf eine Balkonkraftwerk-Förderung und die gesetzlich vorgeschriebene Anmeldung sind zwei verschiedene Schritte. Damit Sie Ihre Chancen auf einen Zuschuss erhöhen, gehen Sie Schritt für Schritt vor:
Programm prüfen: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kommune oder Ihrem Bundesland, welche Förderung aktuell angeboten wird. Beachten Sie dabei unbedingt auch die Antragsfristen und Vorgaben. Viele Förderungen sind zeitlich oder budgetmäßig begrenzt.
Balkonkraftwerk auswählen: Achten Sie darauf, dass das gewünschte Modell die Vorgaben der Förderung erfüllt. Manche Programme fördern nur Anlagen mit einer bestimmten Maximalleistung (inzwischen standardmäßig bis zur gesetzlichen Grenze von 800 Watt Einspeiseleistung), andere verlangen geprüfte Wechselrichter oder listen spezielle Modelle auf.
Formulare ausfüllen: Füllen Sie die Formulare aus und reichen Sie die geforderten Unterlagen ein (meist Kaufangebot oder Kostenvoranschlag).
Freigabe abwarten: Die meisten Programme verlangen, dass der Antrag gestellt und genehmigt wird, bevor Sie das Balkonkraftwerk kaufen und installieren.
Rechnung und Nachweise einreichen: Nach dem Kauf senden Sie die Rechnung an die Förderstelle. Reichen Sie auch, wenn gefordert, den Nachweis der Anmeldung im Marktstammdatenregister und gegebenenfalls Fotos der installierten Anlage ein.
Zuschuss erhalten: Wenn Sie alle nötigen Formulare und Unterlagen eingereicht haben, wird Ihr Antrag geprüft. Die Förderung wird danach direkt auf Ihr Konto überwiesen.
Gerne beraten Sie unsere Fachleute vor dem Kauf zum passenden Balkonkraftwerk – entweder online, telefonisch oder bei BAUHAUS vor Ort.
Ein zusätzlicher Stromspeicher für das Balkonkraftwerk lohnt sich heute immer öfter. Die Anschaffungskosten für moderne, steckerfertige Speicher (1 bis 2 kWh) sind stark gesunken und liegen aktuell meist nur noch zwischen 500 und 1.200 Euro. Ob sich ein Speicher für Sie lohnt, hängt davon ab, wie viel Strom Sie tagsüber direkt verbrauchen können – nutzen Sie ihn vor allem abends, ist ein Speicher eine hervorragende Ergänzung.
Häufige Fragen zur Balkonkraftwerk-Förderung
Unsere BAUHAUS-Fachleute beantworten Fragen, die viele Kunden rund um die Förderung von Balkonkraftwerken stellen.
Gibt es eine Förderung von der KfW oder BAFA?
Es gibt aktuell keine bundesweite Förderung, die speziell für Balkonkraftwerke gedacht ist. Zuschüsse von Stellen wie der KfW oder der BAFA richten sich meist an größere Photovoltaikanlagen oder umfassende Sanierungsmaßnahmen. Unter bestimmten Umständen kann Ihr Balkonkraftwerk aber Teil eines solchen größeren Projekts sein und so indirekt gefördert werden.
Muss ich die Förderung vor oder nach dem Kauf beantragen?
Das ist je nach Förderprogramm unterschiedlich. Viele Kommunen verlangen, dass Sie den Antrag vor dem Kauf Ihres Balkonkraftwerks stellen und die Genehmigung abwarten. Andere Städte erlauben eine Antragstellung auch nach der Installation. Informieren Sie sich immer frühzeitig über die genauen Bedingungen.
Kann ich Förderungen kombinieren?
In der Regel können Sie keine Förderungen von Bund, Land und Kommune für dieselbe Maßnahme kombinieren. Das gilt auch für die Balkonkraftwerk-Förderung. Prüfen Sie die jeweiligen Förderrichtlinien genau, um sicherzustellen, dass Sie die Vorgaben einhalten.








