Mit einem Batteriespeicher holen Sie mehr aus Ihrer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) heraus: tagsüber speichert er den erzeugten Solarstrom, damit sie ihn abends, nachts oder an bewölkten Tagen verwenden können. So steigt Ihr Eigenverbrauch auf 50 bis 80 % und Sie machen sich unabhängiger vom teuren Netzstrom. Sie möchten mehr dazu wissen? Unsere BAUHAUS-Fachleute zeigen Ihnen in diesem Ratgeber, welcher PV-Speicher zu Ihrer Solaranlage passt, was er kostet und wann er sich wirklich lohnt.

1. Richtwert: Batteriespeicher nach Stromverbrauch

In der Regel sollten Sie sich an Ihrem Stromverbrauch orientieren, wenn Sie einen PV-Speicher wählen. Hier lautet die Faustformel: Teilen Sie Ihren Jahresverbrauch durch die 365 Tage des Jahres. Das Ergebnis multiplizieren Sie mit 0,5, wenn Sie den Solarstrom vor allem morgens und abends nutzen oder mit 0,33, wenn Sie hauptsächlich tagsüber Strom verbrauchen. 

Ein Beispiel: Liegt Ihr Stromverbrauch im Jahr bei 4.000 kWh und Sie verbrauchen gleichmäßig über den Tag Strom, ergibt sich folgende Rechnung: 

4.000 / 365 x 0,33 = 3,6. 

Demnach würde ein Batteriespeicher mit 4 kWh Ihren Bedarf decken. 

2. Richtwert: Batteriespeicher nach Größe der Anlage

Zusätzlich können Sie sich für die passende Speichergröße nach der Größe der PV-Anlage richten. Als Faustregel gilt folgende Formel: Je Kilowattpeak (kWp) Ihrer Anlage sind 1 bis 1,5 kWh Speicherkapazität sinnvoll. 

Ein Beispiel: Installieren Sie eine PV-Anlage mit 7 kWp Leistung, lohnt sich ein PV-Speicher mit 7-10 kWh.  

Wahl des Speichers: beide Richtwerte vergleichen

Liegen beide Ergebnisse nah beieinander, ist Ihre Entscheidung einfach: Wählen Sie einen PV-Speicher in diesem Kapazitätsbereich. Weichen die Werte stärker voneinander ab, empfehlen unsere BAUHAUS-Fachleute, den niedrigeren der beiden als Anhaltspunkt zu nehmen. Denn ein zu großer Speicher rechnet sich selten.

PV-Speicher mit 20 kWh und mehr – wann sind sie sinnvoll?

Auf dem Markt finden Sie auch Batteriespeicher für Photovoltaik mit Kapazitäten bis zu 20, 50 oder sogar 100 kWh. Zwar klingt ein größerer Speicher im ersten Moment nützlich, rentiert sich für Einfamilienhäuser jedoch selten bis nie.

Große Photovoltaik-Speicher mit 20 kWh oder mehr eignen sich in der Regel für Mehrfamilienhäuser oder Gewerbeflächen. Hier liegen die Leistung der PV-Anlage und der Strombedarf deutlich höher.

Praxisbeispiel: Rentiert sich der Batteriespeicher wirklich?

Unsere BAUHAUS-Fachleute haben ein Beispiel für Sie errechnet.

Sie lassen einen Solarspeicher mit 10 kWh für 5.000 Euro passend zu Ihrer PV-Anlage mit 7 kWp installieren. Ihre 4-köpfige Familie verbraucht mit E-Auto 6.000 kWh pro Jahr. An Ihren Stromversorger zahlen Sie einen Preis von 35 Cent/kWh, als Einspeisevergütung erhalten Sie 8 Cent/kWh. Durch den Speicher können Sie Ihren Eigenverbrauch von 30 auf 70 % steigern. 

  • Sie nutzen mit Solaranlage 30 % Ihres erzeugten Strom selbst – das ergibt eine Einsparung von 1.800 kWh im Jahr. Nutzen Sie mit Speicher 70 % selbst, sparen Sie  4.200 kWh.

  • Mit der PV-Anlage alleine sparen Sie 630 € Stromkosten im Jahr, mit Speicher 1.470 €.

  • Ihre Einnahmen aus der Einspeisevergütung betragen bei einer PV-Anlage ohne Speicher 336 €, mit Speicher 144 €.

  • Daraus sparen Sie mit der PV-Anlage insgesamt 966 €, mit Speicher 1.614 €. 

  • Der Unterschied beträgt 648 €.

Vergleichen Sie diesen Unterschied mit den Anschaffungskosten des Speichers, rechnet er sich nach weniger als 8 Jahren. Da Sie bei Batteriespeichern mit einer Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren planen können, lohnt sich der PV-Speicher in diesem Beispiel klar.

Warum die Strompreisentwicklung für einen Batteriespeicher spricht

Gerade weil die Strompreise in Deutschland jedes Jahr steigen, sind PV-Speicher so beliebt. In 2022 und 2023 stiegen sie zwischenzeitlich auf bis zu 47 Cent pro Kilowattstunde an. Inzwischen haben sie sich auf durchschnittlich 37 Cent pro Kilowattstunde erholt. 

Fachleute rechnen jedoch mit weiteren Anstiegen: 

  • Stromverbrauch steigt von Jahr zu Jahr.

  • Kohle, Erdöl und Erdgas werden teurer.  

  • Netzbetreiber geben steigende Kosten an Endverbraucher weiter.

 

PV-Speicher nachrüsten mit Baujahr im Blick

Möchten Sie einen PV-Speicher nachrüsten, spielt das Baujahr Ihrer Anlage eine wichtige Rolle:

  • Für eine 2012 installierte Anlage gilt zum Beispiel noch eine Einspeisevergütung von 24,43 Cent pro kWh garantiert über 20 Jahre. Die Differenz zum Strompreis ist entsprechend gering, weshalb ein Speicher hier weniger Ersparnis bringt.

 

Allerdings sinkt die Vergütung für Neuanlagen jährlich. Aktuell erhalten Sie nur noch ca. 8 Cent pro kWh – eine große Differenz zum Strompreis. Je niedriger die Einspeisevergütung liegt, desto eher rentiert sich ein Batteriespeicher.

Häufige Fragen zu Batteriespeichern für PV-Anlagen

Unsere BAUHAUS-Fachleute beantworten Fragen, die viele Kunden rund um PV-Speicher stellen.

Wie sind Batteriespeicher für die PV-Anlage aufgebaut?

In aller Regel bestehen Batteriespeicher-Module aus Lithium-Ionen, genauer aus Lithium-Eisenphosphat (LFP). LFP-Batterien haben einen hohen Wirkungsgrad von über 95 % und eine hohe Energiedichte von bis zu 160 Wattstunden pro Kilogramm (Wh/kg). Mit ihrer langen Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren sind sie heute für viele PV-Anlagenbesitzer die beste Wahl. 

Andere Technologien sind nicht optimal, weil  

  • ältere Blei-Batterien eine geringere Lebensdauer und Energiedichte haben.

  • neuartige Natrium-Ionen-Batterien zwar umweltschonender sind, jedoch eine deutlich geringere Energiedichte haben und teurer in der Anschaffung sind.

  • hocheffiziente Redox-Flow-Batterien aktuell sehr teuer sind. Durch ihre geringere Energiedichte eignen sie sich vor allem für große Langzeitspeicher.

   

Wie weit sollte ich meinen PV-Speicher entladen?

Sie sollten LFP-Batterien nie vollständig entladen. Unsere Fachleute empfehlen maximal 80 bis 90 %. Mit der restlichen Ladung schützen Sie die Batterie und verlängern ihre Lebensdauer. Viele moderne Batteriespeicher für PV-Anlagen regeln die Speicherkapazität bereits automatisch über ein integriertes Batteriemanagementsystem. In diesem Fall brauchen Sie sich um nichts zu kümmern. 

Welcher PV-Speicher ist der beste?

Der passende PV-Speicher richtet sich nach Ihrer Anlage, Ihrem Stromverbrauch und Ihrem Budget. Überlegen Sie zuerst, wie viel Strom Sie speichern möchten und wählen Sie die passende Speichergröße. Achten Sie außerdem auf einen hohen Wirkungsgrad, damit Sie Ihren Strom effizient nutzen können. Wichtig ist auch eine Garantie von mindestens 10 Jahren und ein Speicher, den Sie bei Bedarf erweitern können, um flexibel zu bleiben.