Immer mehr Menschen wollen mit einem Balkonkraftwerk selbst Strom erzeugen und so ihre Stromkosten deutlich senken. Dabei unterstützt der Staat den Umstieg auf erneuerbare Energien in Deutschland aktiv. Die Balkonkraftwerk-Förderung ist jedoch oft regional unterschiedlich geregelt und kann schnell unübersichtlich werden. Unsere BAUHAUS-Fachleute beantworten die wichtigsten Fragen zu Zuschüssen und Förderanträgen. Entdecken Sie, wo und wie Sie heute noch staatliche Förderung für Ihre Balkon-Solaranlage beantragen können.

Wer vergibt die Balkonkraftwerk-Förderung?

Die Anlaufstellen für die Förderung von Balkonkraftwerken unterscheiden sich je nach Region. Es gibt Programme sowohl auf Bundesebene, auf Landesebene sowie auf kommunaler Ebene. Hier ein kleiner Überblick:

Förderprogramme auf Bundesebene

Auf Bundesebene finden Sie aktuell keine umfassenden Förderprogramme für Balkonkraftwerke. Weder die KfW-Förderung noch die BAFA-Förderung sind primär für Mini-Solaranlagen gedacht. Die Anlagen können aber unter bestimmten Umständen Teil von größeren Förderprojekten sein, zum Beispiel wenn Sie sie mit anderen Maßnahmen zur energetischen Sanierung kombinieren.

Förderprogramme auf Landesebene

In Deutschland bieten derzeit drei Bundesländer eine direkte Balkonkraftwerk-Förderung an. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen dazu:

  • Berlin: In der Hauptstadt können Sie 250 Euro Zuschuss pro Anlage bekommen, wenn Sie eine Immobilie in Berlin besitzen oder dort zur Miete wohnen. Den Antrag müssen Sie vor dem Kauf der Anlage bei der Investitionsbank Berlin (IBB) stellen.

  • Mecklenburg-Vorpommern: Hier erhalten Sie als Mieter mit Erstwohnsitz im Bundesland einen Zuschuss von bis zu 500 Euro. Der Antrag muss erst nach dem Kauf und der Installation der Anlage gestellt werden. Das Förderprogramm richtet sich aktuell aber nicht an Eigentümer.

  • Sachsen: Das Bundesland fördert Balkonkraftwerke mit einem Pauschalbetrag von 300 Euro. Sowohl Mieter als auch Eigentümer können diese Förderung beantragen, aber erst, nachdem die Anlage erfolgreich montiert und in Betrieb genommen wurde. Die Module müssen eine Gesamtleistung von mindestens 300 Watt-Peak erzeugen.

Regionale und kommunale Balkonkraftwerk-Förderung

Die meisten Zuschüsse für Balkonkraftwerke vergeben die Städte und Gemeinden selbst. Viele Kommunen legen eigene Förderprogramme auf, um die Energiewende voranzutreiben. Beachten Sie, dass sich die Bedingungen laufend ändern. Hier finden Sie eine Übersicht zu einigen großen Städten, die solche Programme anbieten:

  • Frankfurt am Main: Die Stadt gewährt einen Zuschuss von 50 Prozent des Kaufpreises, wenn Sie zur Miete oder in einem Mehrfamilienhaus wohnen. Mit einem Frankfurt-Pass erhöht sich die Förderung sogar auf 75 Prozent.

  • Düsseldorf: Das Programm „Klimafreundliches Wohnen“ fördert Balkonkraftwerke mit 50 Prozent der Anschaffungskosten, bis maximal 600 Euro

  • München: Hier bekommen Sie bis zu 40 Cent pro installiertem Watt Leistung, also maximal 320 Euro bei einem 800 kW Kraftwerk. Die Förderung beträgt höchstens 50 Prozent der Investitionskosten. Wichtig: Den Antrag müssen Sie vor dem Kauf einreichen.

  • Köln: Die Stadt zahlt eine Pauschale von 150 Euro. Besitzer des Köln-Passes erhalten sogar einen Zuschuss von 200 Euro.

  • Stuttgart: Mit der „Solaroffensive“ erhalten Sie einen pauschalen Zuschuss von 200 Euro. Für Inhaber der Bonuscard + Kultur steigt die Förderung auf 300 Euro.

Diese Liste ist nicht vollständig. Ob es eine Förderung für Balkon-Solaranlagen in Ihrer Gemeinde gibt, erfahren Sie direkt von Ihrer Stadt oder Ihrem Landkreis. Eine umfangreiche Übersicht finden Sie außerdem im Artikel „Bis zu 500 Euro Zuschuss für Deine Balkon-Solaranlage” von Finanztip.

So beantragen Sie die Zuschüsse für Ihr Balkonkraftwerk

Der Antrag auf eine Balkonkraftwerk-Förderung und die gesetzlich vorgeschriebene Anmeldung sind zwei verschiedene Schritte. Damit Sie Ihre Chancen auf einen Zuschuss erhöhen, gehen Sie Schritt für Schritt vor:

Häufige Fragen zur Balkonkraftwerk-Förderung

Unsere BAUHAUS-Fachleute beantworten Fragen, die viele Kunden rund um die Förderung von Balkonkraftwerken stellen.

Gibt es eine Förderung von der KfW oder BAFA?

Es gibt aktuell keine bundesweite Förderung, die speziell für Balkonkraftwerke gedacht ist. Zuschüsse von Stellen wie der KfW oder der BAFA richten sich meist an größere Photovoltaikanlagen oder umfassende Sanierungsmaßnahmen. Unter bestimmten Umständen kann Ihr Balkonkraftwerk aber Teil eines solchen größeren Projekts sein und so indirekt gefördert werden.

Muss ich die Förderung vor oder nach dem Kauf beantragen?

Das ist je nach Förderprogramm unterschiedlich. Viele Kommunen verlangen, dass Sie den Antrag vor dem Kauf Ihres Balkonkraftwerks stellen und die Genehmigung abwarten. Andere Städte erlauben eine Antragstellung auch nach der Installation. Informieren Sie sich immer frühzeitig über die genauen Bedingungen.

Kann ich Förderungen kombinieren?

In der Regel können Sie keine Förderungen von Bund, Land und Kommune für dieselbe Maßnahme kombinieren. Das gilt auch für die Balkonkraftwerk-Förderung. Prüfen Sie die jeweiligen Förderrichtlinien genau, um sicherzustellen, dass Sie die Vorgaben einhalten.