Wo ist der Lebensraum von Schmetterlingen?
Schmetterlinge mögen keinen Beton. Schmetterlinge brauchen offene, naturnahe Wiesen. Das Problem ist also nicht im Handumdrehen zu lösen. Der Konflikt geht tiefer: Während Schmetterlinge Freiheit und offene Strukturen brauchen, betoniert und asphaltiert der Mensch immer größere Teile der Natur zu.
Umso wichtiger sind deswegen die privaten Gärten als Rückzugsorte für die kleinen Schönheiten. Aber auch hier geht es nicht ohne Umstrukturierung, denn ohne Brennnessel, Blühwiese und Reisighaufen haben auch in unseren Gärten die Schmetterlinge keine Chance.
Ein aufgeräumter Ziergarten mit pedantisch kurzgeschnittenem Rasen und jeder Menge exotischen Pflanzen ist keine Heimat für Schmetterlinge. Neben der sprichwörtlichen Blühwiese brauchen die Schmetterlinge – wie übrigens praktisch alle anderen Tiere auch – also Ecken im Garten, die nicht sauber aufgeräumt und nach Plan bepflanzt sind.
Denn wer nicht nur Schmetterlinge mit dem Nektar der Blüten locken will, braucht Futter für ihre Raupen: Brennnesseln, Disteln, wilde Möhren und jede Menge heimische Gräser. Denn im Raupenstadium sind die Insekten bei ihrer Nahrung weitaus wählerischer als in der späteren Flugphase.
Bestes Beispiel ist immer der Zitronenfalter, der als Raupe auf den Kreuzdorn angewiesen ist. Auch Faulbaum, Weide und andere heimische Gehölze sind wichtige Futterpflanzen für viele Schmetterlingsraupen – sie dienen als Kinderstube für den Nachwuchs.