Egal ob Parks, Friedhöfe oder Wälder – sieht man genauer hin, kann man sie über den Boden huschen sehen: Igel. Auch vor privaten Gärten wird kein Halt gemacht. Laub, Holz, Reisighaufen und Hecken bieten dem Stacheltier Unterschlupf und im Boden wartet verlockendes Futter. Vor allem am Abend werden die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere munter und streifen hinter dem Haus durch den Garten. Immer auf der Suche nach Nahrung.
Igel stehen in Deutschland unter besonderem Schutz. Die stacheligen Tiere sind nämlich vom Aussterben bedroht. Immer weniger erwachsene Igel werden in der Natur gesichtet. Dabei ist es als Besitzer eines Gartens so einfach den Tieren zu helfen – z.B. durch Lebensraum für die natürliche Nahrung von Igeln, etwa große Laufkäfer und Larven von Insekten. Auch Regenwürmer, Schnecken und andere Wirbellose wie Käfer oder Würmer zählen zur bevorzugten Beute bei der Nahrungssuche.
Die Gartenpflege im Herbst und Winter ist besonders wichtig für die Natur. Bevor Sie einen Komposthaufen umsetzen oder die Wiese mit Fadenschneider oder Rechen bearbeiten, vergewissern Sie sich bitte, dass sich kein Igel im Gras versteckt. Diese Gartengeräte verletzen Igel schwer oder töten sie sogar. Besonders gefährlich für die nachtaktiven Stacheltiere: Mähroboter, die nachts ihre unbemannten Runden im Garten drehen. Gehen Sie vor der Gartenarbeit am besten einmal die Wiese ab und halten Sie Ausschau nach den stacheligen Tierchen.
Gestalten Sie Ihren Garten möglichst naturnah. Damit locken Sie die fleißigen Stacheltiere an und Sie helfen auch anderen Tieren beim Überwintern in Ihrem Garten. Bieten Sie den Igeln etwas Futter und einen Unterschlupf an und sie werden sich durch das Fressen von Insekten revanchieren. Igel sind nicht wählerisch, was ihr Nest angeht: etwas Laub, ein Reisighaufen oder eine dichte Hecke machen sie im Sommer glücklich. Ein naturnaher Garten bietet neben Igeln auch vielen Insektenfressern wie Vögeln oder Kröten ideale Lebensbedingungen.
Nach heutigem Wissensstand ist eine Fehlprägung auf den Menschen nicht zu befürchten. Sobald die Igel ausgewildert werden, werden sie wieder scheu.
Wenn Sie ländlicher wohnen oder viele Katzen nachts durch Ihr Viertel ziehen, ist ein Dach für das Gehege eine gute Idee. Auch wenn die Stacheln eines gesunden Igels oft Abwehr genug sind, können die Stacheltiere von natürlichen Feinden beim Winterschlaf gestört werden. Ein Dach, z.B. aus Holz, macht ein Freigehege viel sicherer.
Wann benötigt ein Igel Hilfe?
Hilfe ist schön und gut, aber zu viel Eifer kann einem gesunden Igel auch schaden. Denn: Nicht jeder kleine Igel, der im Garten herumflitzt, benötigt die Hilfe eines Menschen. Wenn Sie ein Kerlchen im Igelhaus entdecken, beobachten Sie es ganz genau. Die Chancen, dass es ihm gut geht, sind hoch. Immerhin hat das Tier den Weg in das schützende Holz des Igelhauses geschafft. Mit genügend Futter und Wasser kommt er sicher schnell in den Winterschlaf. Wenn sich das Stacheltier auffällig verhält oder nicht fressen möchte, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen oder die lokale Igelhilfe kontaktieren. Generell kann man den stacheligen Kerlchen oftmals ansehen, ob es ihnen an etwas fehlt. Sollten Sie sich einmal nicht sicher sein, ob ein Tier Hilfe benötigt, achten Sie auf folgende Merkmale:
Bei Fragen rund um den Igelschutz können folgende Links weiterhelfen:
Die Website des NABU - Naturschutzbundes Deutschland e.V. Neben spannenden Igelfakten finden Sie hier auch viel Wissenswertes zu anderen Wildtieren und dem Artenschutz. Auf der Website können Sie sich außerdem aktiv bei Arten- und Naturschutzprojekten beteiligen.
Pro Igel Verein für integrierten Naturschutz Deutschland e.V. Eine Website, die sich ganz unseren stacheligen Freunden gewidmet hat. Hier finden Sie alles ausführlich zum Thema Igel und Igelschutz.
Auf der Website der Deutsche Wildtier Stiftung können Sie viele fachliche, gut aufbereitete Informationen zu heimischen Wildtieren finden und Artenschutzprojekte gleich auch unterstützen.













