Einen Baum auf dem Privatgrundstück zu fällen ist manchmal unumgänglich, um Platz in der eigenen grünen Oase im Garten zu schaffen. Bevor Sie jedoch die Axt schwingen, gibt es einige Aspekte zu beachten. Welche Genehmigungen benötigen Sie? Welche Baumschutzverordnungen gelten? Alle Antworten dazu erhalten Sie in diesem Ratgeber.
Bäume fällen auf Privatgrundstück: Überblick über die Rechtslage
Die Entscheidung, einen Baum auf dem eigenen Privatgrundstück zu fällen, ist nicht nur eine gestalterische, sondern auch oft eine rechtliche Angelegenheit. Gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist das Fällen von Bäumen grundsätzlich das ganze Jahr über erlaubt, solange keine Schutzbestimmungen verletzt werden. Hierzu zählen das Landesrecht, kommunale Baumschutzsatzungen und naturschutzrelevante Punkte.
Die Baumschutzsatzungen variieren zwischen den Bundesländern sowie den einzelnen Kommunen. Bei Zuwiderhandlung können Bußgelder drohen. Daher ist es ratsam, sich vorab bei der zuständigen Naturschutzbehörde zu informieren und sich gegebenenfalls eine Fällgenehmigung einzuholen. Beachten Sie auch, dass nach der Fällung eines Baumes oft eine Ersatzpflanzung vorgeschrieben wird. Eine Ersatzpflanzung ist in der Regel erforderlich, wenn ein Baum auf einem Privatgrundstück gefällt wurde und die örtliche Baumschutzsatzung dies vorschreibt. Diese Regelung dient dem Erhalt des Baumbestandes und dem Schutz der Umwelt.
Beim Fällen von Bäumen auf der Grundstücksgrenze ist besondere Vorsicht geboten. Steht der Baum unmittelbar an der Grenze des Grundstücks, ist die Zustimmung des Nachbarn erforderlich, bevor der Grenzbaum gefällt werden darf. Handeln Sie entgegen dem Willen des Nachbarn, riskieren Sie nicht nur einen Nachbarschaftsstreit, sondern unter Umständen auch eine Schadensersatzpflicht.
Verschiedene Fälltechniken
Das Fällen von Bäumen ist eine komplexe Aufgabe, die Fachwissen und Erfahrung erfordert. Es gibt eine Vielzahl von Techniken, die je nach Art des Baumes, seiner Größe, seines Stammumfangs sowie seines Standortes variieren können. In der folgenden Tabelle finden Sie spezifische Schnitttechniken für das Fällen von Bäumen.
Seilklettertechnik
Diese Technik wird oft bei der Baumpflege oder Fällung in beengten Verhältnissen eingesetzt. Kletterer nutzen Seile, um in den Baum zu gelangen und führen dann von oben Schnitte durch, um den Baum in kleineren Teilen abzutragen oder kontrolliert zu fällen.
Schwierigkeitsgrad: sehr hoch – professionelle Hilfe erforderlich
Fächerschnitt
Der Fächerschnitt ist eine Technik, die vor allem bei der Fällung von Bäumen angewendet wird, die sehr nahe an Gebäuden, Straßen oder anderen sensiblen Strukturen stehen. Dabei wird der Baum in mehreren kleinen Schnitten gefällt, die fächerförmig angeordnet sind, um den Fall des Baumes genau zu steuern und Schäden zu vermeiden.
Schwierigkeitsgrad: sehr hoch – professionelle Hilfe erforderlich.
Standard-Fälltechnik:
Diese Methode erfordert genügend Raum, damit der Baum in die gewünschte Richtung fallen kann. Zunächst schnitzen Sie auf der Wunschseite des Baums eine keilförmige Kerbe in einem 45 bis 60 Grad Winkel (Fallkerb). Diese Kerbe zeigt an, in welche Richtung der Baum fallen soll. Anschließend folgt ein horizontaler Fällschnitt auf der gegenüberliegenden Seite, der etwas höher als der Fallkerb angesetzt wird. Der Baum kippt dann in die Richtung des Fallkerbs.
Schwierigkeitsgrad: leicht (perfekt für Laien)
Keiltechnik
Diese Methode ähnelt der Standard-Fälltechnik. Der Unterschied besteht darin, dass ein oder mehrere Keile im Fällschnitt eingesetzt werden. Sie dazu, die Fallrichtung des Baumes besser zu kontrollieren. Sie ist besonders nützlich bei Bäumen, die nicht klar in die gewünschte Richtung neigen. Die Keile werden eingesetzt, nachdem der Fällschnitt begonnen wurde, um den Baum in die gewünschte Richtung zu drücken.
Schwierigkeitsgrad: mittel bis hoch
Falltechnik mit Stützleiste
Diese Technik wird verwendet, um die Fallrichtung des Baumes sehr genau zu steuern und um zu verhindern, dass der Baum sich während des Fällens unerwartet dreht oder seitlich wegbewegt. Dabei bleibt eine kleine Holzleiste zwischen Fallkerb und Fällschnitt stehen, die als Führung dient und erst im letzten Moment durchtrennt wird.
Schwierigkeitsgrad: mittel bis hoch
Herzschnitt
Der Herzschnitt ist eine spezielle Fälltechnik für Bäume mit starken Spannungen im Holz. Er beinhaltet einen speziellen Schnitt in Form eines Herzens, der die Spannungen im Baum reduziert und ein kontrolliertes Fällen ermöglicht. Diese Methode ist besonders bei sehr starken Bäumen nützlich.
Schwierigkeitsgrad: hoch
Teilnehmende BAUHAUS Fachcentren bieten einen eintägigen Motorsägenkurs an. Dieser deckt theoretische und praktische Aspekte ab und befähigt die Teilnehmenden, Holzarbeiten sicher mit einer Motorsäge durchzuführen. Nachdem Sie den Kurs erfolgreich abgeschlossen haben, erhalten Sie den Motorsägenschein.
Baum fällen: So machen Sie den Schnitt
Nachdem Sie alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen und alle nötigen Genehmigungen eingeholt haben, können Sie mit dem Fällen des Baumes auf Ihrem Grundstück beginnen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen die Schritte der Standard-Fälltechnik, mit denen Sie auch als Laie einen Baum fällen können.
Schritt 3: Kontrolle und Sicherheit
Halten Sie während des gesamten Prozesses die Umgebung stets im Blick. Seien Sie bereit, den Arbeitsbereich über die vorher festgelegten Fluchtwege schnell zu verlassen, falls der Baum unerwartet in Bewegung gerät. Sicherheit hat immer oberste Priorität beim Fällen von Gartenbäumen auf einem Privatgrundstück.






