Ein Lagerfeuer im Garten schafft eine einladende und warme Atmosphäre, perfekt für gesellige Abende mit Familie und Freunden. Doch nicht immer ist das offene Feuer auch erlaubt. In unserem Ratgeber erfahren Sie, auf welche rechtlichen und sicherheitsrelevanten Aspekte Sie achten sollten.
Das Lagerfeuer im Garten – kurz und knapp
Rechtliche Grundlagen: Bundes- und lokale Gesetze regeln das Entzünden von Lagerfeuern. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Bundes-Immissionsschutzgesetz und dem Bundesnaturschutzgesetz.
Umwelt- und Naturschutz: Feuer dürfen keine schädlichen Umwelteinwirkungen verursachen und nicht in Natur- oder Landschaftsschutzgebieten entzündet werden.
Sicherheitsvorkehrungen: Bevor Sie das Feuer entzünden, ist es wichtig, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.
Erlaubte Brennmaterialien: Verwenden Sie nur erlaubte Brennmaterialien und verbrennen Sie keinen Müll.
Bußgelder und Strafen: Verstöße gegen das Bundes-Immissionsschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz können sehr hohe Bußgelder nach sich ziehen.
Bundesweite Regelungen
Auf Bundesebene gelten allgemeine Gesetze und Vorschriften, die das Entzünden von Lagerfeuern regeln. Dazu gehört vor allem das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), das darauf abzielt, schädliche Umwelteinwirkungen durch Rauch- und Funkenflug zu vermeiden. Zusätzlich regelt das Bundesnaturschutzgesetz den Schutz von Flora und Fauna. Dieses soll verhindern, dass durch Feuerstellen Tier- und Pflanzenwelt geschädigt werden.
Um diese beiden Vorschriften zu erfüllen, sollten Sie beim Bau und der Nutzung der Lagerfeuerstelle auf folgende Punkte achten:
Verwendung geeigneter Materialien: Verwenden Sie nur trockenes, unbehandeltes Holz und natürliche Anzündhilfen, um die Rauchentwicklung und Schadstoffemissionen zu minimieren.
Sicherheitsmaßnahmen ergreifen: Gestalten Sie die Feuerstelle so, dass sie das Risiko einer Ausbreitung reduzieren. Achten Sie auch auf einen Mindestabstand von 5 Metern zu Wohngebäuden bzw. Nachbarn und anderen empfindlichen Bereichen.
Standortwahl: Die Feuerstelle darf nicht in der Nähe von geschützten Pflanzen oder Habitaten gefährdeter Tierarten errichtet werden. Berücksichtigen und schützen Sie empfindliche Naturschutzgebiete und Lebensräume.
Vermeidung von Bodenschäden: Achten Sie beim Bau darauf, dass das Feuer keine bleibenden Schäden am Boden hinterlässt. Eine mobile Feuerstelle oder eine erhöhte Feuerschale können dabei helfen, direkte Bodenschäden zu vermeiden. Alternativ können Sie auch ein Tischfeuer verwenden.
Saisonale Beschränkungen: Informieren Sie sich über zusätzliche Einschränkungen während der Brut- und Setzzeit, um brütende Vögel und andere Tiere nicht zu stören.
Lokale Vorschriften
Neben den bundesweiten Regelungen gibt es lokale Vorschriften, die je nach Bundesland, Gemeinde oder Stadt unterschiedlich ausfallen können. Diese Bestimmungen legen häufig fest, an welchen Orten und zu welchen Zeiten Lagerfeuer erlaubt sind. Oftmals ist eine Genehmigung von der örtlichen Ordnungsbehörde erforderlich. Darüber hinaus können spezielle Mindestabstände zu Gebäuden, Hecken oder Wäldern vorgeschrieben sein. Es ist daher ratsam, sich vorab bei der zuständigen Gemeinde über die genauen Regelungen zu informieren.
Je nachdem, gegen welche Vorschrift Sie verstoßen und wie gravierend, müssen Sie mit Bußgeldern zwischen 100 und 50.000 Euro rechnen. Ganz besonders teuer sind dabei die Schädigung geschützter Pflanzen oder Tiere sowie das Errichten einer Feuerstelle in Naturschutzgebieten.
Lagerfeuer machen: Welche Sicherheitsmaßnahmen sollten beachtet werden?
Ein kleines Feuer im Garten kann eine tolle Möglichkeit sein, gesellige Abende im Freien zu genießen. Damit das Feuer jedoch nicht zur Gefahr wird, sollten Sie einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Das betrifft sowohl die Brennmaterialien und Brandschutzmaßnahmen, als auch die Kontrolle der Rauchentwicklung.
Erlaubte Brennmaterialien
Beim Anzünden ist es wichtig, dass Sie nur erlaubte Brennmaterialien verwenden, um Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu minimieren. Erlaubt sind ausschließlich trockenes, unbehandeltes Holz und natürliche Anzündhilfen wie Holzspäne, Zeitungspapier oder spezielle ökologische Anzündwürfel. Verboten sind hingegen behandeltes Holz, Bauholz, Sperrholz, beschichtetes oder lackiertes Holz sowie Abfälle wie Plastik, Papiermüll und andere künstliche Materialien. Diese Materialien können giftige Dämpfe und Rauch freisetzen, die schädlich für die Gesundheit und die Umwelt sind.
Auch das Verbrennen von Gartenabfällen ist in den meisten Fällen verboten. Ausnahmen sind selten und streng reglementiert. Informieren Sie sich daher unbedingt vorab bei der örtlichen Ordnungsbehörde. Andernfalls kann das Verbrennen ungeeigneter Materialien sowie von Müll zu erheblichen Bußgeldern führen.
Achten Sie auch auf die Wetterbedingungen, da diese einen erheblichen Einfluss auf die Sicherheit Ihres Lagerfeuers haben können. Verzichten Sie auf ein Feuer nach längeren Trockenperioden und bevorzugen Sie windstille Tage.
Rauchentwicklung minimieren
Die Rauchentwicklung bei einem Lagerfeuer kann nicht nur als störend empfunden werden, sondern auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen und Nachbarn belästigen. Um diese zu minimieren, sollten Sie trockenes Holz verwenden und darauf achten, dass es gut durchgebrannt ist, bevor Sie weiteres Holz nachlegen. Vermeiden Sie feuchtes Holz oder andere Materialien, da diese einen starken Rauch erzeugen können. Eine gute Belüftung trägt ebenfalls dazu bei, die Rauchentwicklung zu reduzieren.




