Alte Möbel müssen nicht im Keller oder auf dem Sperrmüll enden – mit frischer Farbe und ein wenig Kreativität können Sie Ihre Lieblingsstücke in wahre Designobjekte verwandeln. Gerade bei Holzmöbeln ist es wichtig, auf die richtige Vorbereitung zu achten – je nach Holzart und Zustand des Möbelstücks unterscheidet sich der Aufwand erheblich. Das Lackieren von Möbeln ist dabei eine der effektivsten Methoden, um sie nachhaltig aufzuwerten und ihnen neuen Glanz zu verleihen. Was Sie dafür benötigen und wie Sie vorgehen, erfahren Sie hier.

Welcher Lack eignet sich am besten?

Die Wahl des richtigen Lacks kann darüber entscheiden, wie Ihr Projekt am Ende wirkt – und wie lange es hält. Manche schützen vor Feuchtigkeit und Abnutzung, andere sorgen für einen tiefen Glanz und wieder andere lassen die natürliche Holzmaserung durchscheinen. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, finden Sie hier eine Übersicht über die 10 gängigsten Lackarten und ihre Eigenschaften:

  • Kunstharzlack: Für stark beanspruchte Möbel oder Außeneinsatz wie Gartenmöbel oder Esstische

    • sehr strapazierfähig, wetterbeständig, gute Deckkraft
  • Acryllack: Für Innenmöbel, besonders für Kinderzimmer oder weniger beanspruchte Flächen

    • wasserbasiert, geruchsarm, schnelltrocknend
  • Naturharzlack: Ideal für Massivholzmöbel im Innenbereich oder nachhaltige Vorhaben

    • umweltfreundlich, atmungsaktiv, schützt Holz vor Feuchtigkeit
  • PU-Lack: Badezimmermöbel oder stark beanspruchte Flächen

    • extrem kratz- und stoßfest, hitze- und chemikalienresistent
  • Lack auf Ölbasis: Für Außenmöbel oder Teile, die hohe Beständigkeit erfordern, z. B. Haustüren oder Fensterrahmen

    • tiefer Glanz, sehr langlebig, wetterfest
  • Sprühlack: Für kleinere Projekte oder detaillierte Möbelstücke mit schwer zugänglichen Stellen

    • einfache Anwendung, gleichmäßige Oberfläche, schnelle Trocknung
  • Klarlack: Als Schutzschicht über Farblacken oder zur Betonung natürlicher Holzmaserungen.

    • transparent; schützt Holz und andere Materialien; kann matt, seidenmatt oder glänzend sein
  • Epoxidharzlack: Für Arbeitsplatten, Badezimmermöbel oder Küchen, wo Wasserbeständigkeit entscheidend ist

    • extrem widerstandsfähig gegen Chemikalien, Wasser und Abrieb; glänzend
  • UV-Lack: Geeignet für hoch beanspruchte Möbel und Oberflächen, die nicht nachdunkeln sollen (z. B. helle Hölzer)

    • sehr haltbar, trocknet durch UV-Strahlung schnell, kratzfest und farbecht
  • Beizlack: Für Massivholzmöbel, bei denen die Holzstruktur sichtbar bleiben soll

    • kombiniert Beize mit Lack, betont die natürliche Holzmaserung

Für Massivholzmöbel, bei denen die Holzstruktur sichtbar bleiben soll.

Bevor der Lack aufgetragen wird, braucht es eine gründliche Vorbereitung – der Schlüssel zu einem makellosen Ergebnis. Alte Möbel abzuschleifen und neu zu lackieren, mag etwas Arbeit sein, aber es lohnt sich: Sie schaffen eine glatte Oberfläche, sorgen für bessere Haftung und verlängern die Lebensdauer Ihrer Möbel. In den folgenden Schritten erklären wir Ihnen, wie Sie vorgehen und was Sie dafür benötigen. Mit den richtigen Materialien und Werkzeugen wird das Vorhaben ein voller Erfolg:

Schritt 1: Möbel richtig abschleifen und vorbereiten

Die richtige Vorbereitung ist der wichtigste Schritt, um ein perfekt lackiertes Möbelstück zu erhalten. Schleifen ist dabei unverzichtbar, denn es sorgt für eine glatte Oberfläche, entfernt alte Lackreste und schafft die optimale Basis für den neuen Anstrich. So gehen Sie beim Abschleifen Schritt für Schritt vor:

Schritt 2: Grundierung auftragen

Eine gute Grundierung ist der Schlüssel zu einem makellosen Anstrich. Sie sorgt dafür, dass der Lack gleichmäßig haftet, die Deckkraft verbessert wird und das Holz keine Farbe aufsaugt. Besonders bei stark beanspruchten Flächen oder dunklen Hölzern ist die Grundierung ein Muss. Je nach Material und Vorhaben eignen sich unterschiedliche Grundierungsarten:

  • Eine wasserbasierte Grundierung ist ideal für die Verwendung mit Acryllack, da beide Produkte auf Wasserbasis basieren und perfekt harmonieren. Sie eignet sich besonders für Innenmöbel.

  • Eine Sperrgrundierung ist die beste Wahl für harzhaltige oder dunkle Hölzer wie Eiche oder Teak. Sie verhindert das Durchschlagen von Holzinhaltsstoffen und sorgt für ein gleichmäßiges Farbergebnis.

  • Eine Universalgrundierung kann flexibel auf verschiedenen Materialien wie Holz, Metall oder Kunststoff eingesetzt werden. Sie ist besonders praktisch, wenn unterschiedliche Oberflächen vorbereitet werden sollen.

  • Eine ölbasierte Grundierung passt optimal zu Kunstharz- oder Öllacken. Sie ist besonders geeignet für Außenmöbel oder stark beanspruchte Flächen.

Schritt 3: Lack auftragen

Jetzt kommt der spannende Teil: der Lack. Doch für ein makelloses Ergebnis ohne Blasen oder Streifen ist die richtige Technik entscheidend. Zuerst rühren Sie den Lack gründlich um – das sorgt für eine gleichmäßige Konsistenz und vermeidet Farbschlieren. Je nach Fläche und Möbelstück haben Sie drei Auftragsmöglichkeiten:

Schritt 4: Trocknung und Nachbereitung

Nach dem letzten Lackauftrag heißt es erst einmal: Geduld bewahren. Die Trocknung ist ein wichtiger Schritt, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Je nach Lack beträgt die Trocknungszeit zwischen 24 und 48 Stunden. Widerstehen Sie der Versuchung, das Möbelstück zu früh zu nutzen – selbst wenn die Oberfläche trocken aussieht, ist der Lack oft noch nicht vollständig durchgehärtet.


Für Möbelstücke, die stark beansprucht werden, ist eine zusätzliche Versiegelung empfehlenswert. Klarlack schützt die Oberfläche vor Kratzern, Feuchtigkeit und Abnutzung. Wählen Sie ein Finish, das zum gewünschten Look passt – ob matt, seidenmatt oder glänzend. Tragen Sie den Klarlack in einer dünnen Schicht mit einem Pinsel oder einer Lackrolle auf und lassen Sie ihn ebenfalls vollständig aushärten.


Sobald der Lack vollständig getrocknet ist, können Sie mit einem letzten Schliff kleine Unregelmäßigkeiten beseitigen. Verwenden Sie dafür sehr feines Schleifpapier (z. B. 400er-Körnung) und gehen Sie behutsam vor, um die Lackschicht nicht zu beschädigen. Entfernen Sie anschließend den Schleifstaub mit einem sauberen Tuch. Nun können Sie Griffe, Scharniere oder andere entfernte Teile wieder anbringen. Platzieren Sie das Möbelstück an seinem neuen oder alten Platz und bewundern Sie das Ergebnis: ein perfekt lackiertes, wie neu wirkendes Unikat, das gut aussieht und langlebig ist.

Häufige Fragen zum Schleifen und Lackieren von Möbeln

Beim Lackieren von Möbeln tauchen manchmal Unsicherheiten auf – vor allem, wenn es um die Vorbereitung oder den Zustand des Möbelstücks geht. Hier finden Sie Antworten auf zwei häufig gestellte Fragen.

Kann ich Möbel ohne Schleifen lackieren?

Ja, das ist grundsätzlich möglich, sofern Sie spezielle Produkte verwenden. Haftgrundierungen oder sogenannte Universal-Lacke haften auch auf ungeschliffenen Oberflächen. Diese Methode spart Zeit und eignet sich besonders für glatte, gut erhaltene Möbel.

Aber: Ein leichtes Anschleifen wird trotzdem empfohlen, um die Haftung des Lacks zu verbessern und eine gleichmäßige Oberfläche zu schaffen. Gerade bei stark beanspruchten Möbeln, wie Esstischen oder Kommoden, sorgt dieser Schritt für ein langlebigeres Ergebnis.

Was mache ich, wenn das Holz unter dem alten Lack beschädigt ist?

Kleine Schäden wie Kratzer oder Löcher können mit Holzspachtel schnell ausgebessert werden. Tragen Sie den Spachtel auf die betroffene Stelle auf, glätten Sie die Oberfläche und lassen Sie die Masse trocknen. Danach schleifen Sie die Stelle fein ab, bis sie sich eben anfühlt. Bei größeren Schäden, wie tiefen Rissen oder Splitterungen, kann es notwendig sein, einzelne Holzstücke zu ersetzen oder professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. In jedem Fall gilt: Die vorbereitete Fläche sollte glatt und stabil sein, bevor Sie mit der Grundierung und dem Lackieren beginnen.