Sie haben eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) oder möchten in naher Zukunft gerne eine installieren? Wunderbar – dann sind Sie auf dem richtigen Weg zu einem nachhaltigeren, klimaneutralen Leben und werden zukünftig vermutlich einiges an Energiekosten sparen. Doch vor der Installation und auch danach gibt es ein paar Dinge zu überlegen.

Das Solarpaket I wurde von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Das Gesetzespaket wird die Bürokratie bei der Installation von Photovoltaikanlagen abbauen und den Ausbau der Solarenergie in Deutschland vorantreiben.

Zudem kommt die Frage auf, ob ein Batteriespeicher für die PV-Anlage sinnvoll ist oder nicht. Aber was ist eigentlich ein PV-Speicher? Wann lohnt er sich? Und kann ich ihn auch nachträglich einbauen? Wir klären auf!

AC-gekoppeltes Batteriespeicher-System

  • Erzeugter Solarstrom wird erst von Gleichstrom-Spannung (DC) in Wechselstrom-Spannung (AC) umgewandelt.

  • Wechselstrom wird dann in das Hausnetz eingespeist.

  • Der Batterie-Wechselrichter wandelt den Strom wiederum in Gleichstrom um, denn nur der kann im Batteriespeicher aufbewahrt werden.

  • Das Speichersystem bewahrt den Strom bis zur Nutzung auf.

Vorteil: Vor allem bestehende Anlagen können einfacher nachträglich mit einem Batteriespeicher ausgestattet werden.

DC-gekoppeltes Batteriespeicher-System

  • Statt des Batterie-Wechselrichters ist ein Hybrid-Wechselrichter mit dem Speicher verbunden.

  • Der erzeugte Gleichstrom muss nicht erst in Wechselstrom und dann wieder in Gleichstrom umgewandelt werden.

  • Stattdessen wird er direkt im Batteriespeicher abgelegt.

Vorteil: DC-gekoppelte Speichersysteme sind effizienter und günstiger.

Bei einem Stromausfall kann ein PV-Speicher helfen, kurzfristig weiterhin Strom bereitzustellen – allerdings nur, wenn eine Notstromfunktion integriert ist.

Kosten für einen PV-Speicher

Mittlerweile sind die Kosten für PV-Batteriespeicher deutlich gesunken, was sie im Umkehrschluss auch wirtschaftlicher macht. Denn die Anschaffungskosten können schneller durch geringere Stromkosten wieder eingespart werden. Generell müssen Sie heute mit ca. 1.200 € pro kWh Speicherkapazität rechnen. Kleinere Speicher erhält man schon für ca. 5.000 €. Größere PV-Speicher mit Kapazitäten von bis zu 12 kWh kosten ca. 10.000 € oder 13.000 €. Doch auf den Kosten bleiben Sie nicht völlig allein sitzen, denn es bestehen diverse staatliche Förderungen für PV-Anlagen und Speicher, wie z. B. die KfW-Förderung. Die Faustformel sagt, dass bei einem Stromverbrauch pro Jahr von ca. 3.600 kWh ein Speicher mit einer Kapazität von 5 kWh installiert werden sollte, damit er wirtschaftlich rentabel bleibt (3.600 / 365 / 2). Eine Stromcloud kann für Haushalte interessant sein, die saisonal unterschiedlich viel Strom verbrauchen – überschüssiger Strom wird gespeichert und später abgerufen.

Fazit: Batteriespeicher – langfristig sinnvoll

Heutzutage ist bereits ein Großteil aller neuinstallierten PV-Anlagen mit einem Batteriespeicher ausgestattet. Die Kosten dafür sind in den letzten Jahren stark gesunken, weshalb die Ausgaben für die Installation relativ schnell durch langfristige Einsparungen wieder eingespielt werden. Auch eine Nachrüstung ist in vielen Fällen also sinnvoll. Verbraucher sollten bei der Auswahl eines PV-Speichers auf Faktoren wie Kapazität, Ladezyklen und Entladetiefe achten, um maximale Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Allerdings spielt hier auch der Zeitpunkt, an dem Sie Ihre Anlage errichtet haben, eine Rolle. Für Anlagen, die vor 2009 installiert wurden, erhalten Sie nämlich noch eine recht hohe Einspeisevergütung. Das heißt, dass Sie von jeder kWh, die Sie ins öffentliche Netz einspeisen, noch ordentlich profitieren. Jüngere Anlagen, die 2010 oder später errichtet wurden, erhalten eine deutlich geringere Einspeisevergütung, weshalb es lohnenswerter ist, den selbstproduzierten Strom auch für die Eigennutzung zu speichern.