Obstbäume zu pflanzen und einen Obstgarten anzulegen ist nicht nur eine lohnende, sondern auch eine nachhaltige Investition in die eigene Ernte. Doch der Weg von der Idee zum blühenden Baum erfordert sorgfältige Planung und Pflege. Hier erfahren Sie, wie man einen Obstbaum pflanzt und was Sie dabei beachten sollten.
Auch die Lieferform hat einen Einfluss auf den Zeitpunkt des Pflanzens. Containerware können Sie zum Beispiel das ganze Jahr über pflanzen, da hier die Wurzeln der Pflanze nicht abgestochen worden sind. Dahingegen sind Sie bei Ballenware und wurzelnackten Pflanzen – also solchen, die ohne Erde geliefert werden, an feste Zeiträume gebunden.
Warum ist die Standortauswahl so wichtig beim Pflanzen eines Obstbaums?
Standortbedingungen sind ausschlaggebend für das Wachstum aller Pflanzen. Zu den Bedingungen zählt zum Beispiel die zur Verfügung stehende Menge an Licht. Die meisten Obstbäume brauchen viel Sonnenlicht, um reichlich Blüten und Früchte ausbilden zu können. Kleinere Apfelbäume und Quittenbäume eignen sich jedoch auch als Bäume für den Halbschatten.
Neben der Sonneneinstrahlung spielt auch die Bodenbeschaffenheit eine Rolle. Dabei liegt das Augenmerk vor allem auf der Durchlässigkeit des Bodens sowie der Menge an Nährstoffen. Ein lockerer Boden ist wichtig, damit die Obstbäume sich ausreichend verwurzeln können. Das macht sie vor allem gegen Wind widerstandsfähiger. Die richtigen Nährstoffe werden benötigt, um das Wachstum voranzutreiben und die Gesundheit des Baumes zu erhalten.
Bei der Auswahl und Pflanzung von Obstbäumen ist es wichtig, auf die spezifischen Standort- und Bodenansprüche der jeweiligen Baumarten zu achten.
So bevorzugt der Apfelbaum einen sonnigen bis halbschattigen und windgeschützten Standort. Für eine gute Befruchtung sollte ein passender Befruchter aus einer Befruchtertabelle gewählt werden. Der Boden sollte lehmig, nährstoffreich und mit einem pH-Wert von 6,5 sein. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, daher sollte der Baum nicht in Senken gepflanzt werden.
Der Birnenbaum fühlt sich an einem windgeschützten Platz, idealerweise vor einer sonnigen Hauswand, besonders wohl. Auch hier empfiehlt sich ein passender Befruchter laut Befruchtertabelle. Der Boden sollte humusreich und kalkarm sein.
Kirschbäume benötigen einen sonnigen bis halbschattigen, windgeschützten Standort. Süßkirschen sind auf eine gleichzeitig blühende Befruchtersorte angewiesen, während Sauerkirschen meist selbstfruchtbar sind. Als Boden eignet sich ein durchlässiges, kalkhaltiges Substrat.
Pflaumenbäume bevorzugen sonnige Plätze, sollten aber vor Spätfrösten und Wind geschützt werden. Sie sind in der Regel selbstfruchtbar, erzielen jedoch mit einer zweiten Sorte oft höhere Erträge. Der Boden sollte leicht kalkhaltig, nährstoffreich, gut durchlässig und frei von Staunässe sein. Ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7 ist optimal.
Pfirsichbäume gedeihen am besten an sehr sonnigen, warmen und windgeschützten Standorten. Schutz vor Spätfrost ist ebenfalls wichtig. Sie sind selbstfruchtbar und benötigen lehmige, nährstoffreiche und kalkarme Böden.
Der Aprikosenbaum stellt ähnliche Ansprüche: ein sehr sonniger, warmer und windgeschützter Standort mit möglichst südlicher Ausrichtung ist ideal. Er ist selbstfruchtbar und bevorzugt durchlässige, nährstoffreiche Böden.
Quittenbäume fühlen sich an sonnigen bis halbschattigen, windgeschützten und warmen Standorten wohl. Meist sind sie selbstfruchtbar. Der Boden sollte nährstoffreich, tiefgründig und kalkarm sein.
Nussbäume (Walnuss) benötigen viel Platz – mindestens 10 Meter Abstand zu Gebäuden – und bevorzugen einen sonnigen Standort mit mildem Klima. Sie sind selbstfruchtbar und gedeihen am besten in humusreichem, tiefgründigem und kalkreichem Boden.
In der Regel hebt man für Obstgehölze ein Pflanzloch mit einer Tiefe zwischen 40 und 60 cm sowie einem Durchmesser zwischen 60 und 100 cm aus. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass die Veredelungsstelle nicht mit Erde bedeckt ist. Sonst könnte der Baum seine Unterlage überwachsen.
Erste Erntezeit: Wann trägt Ihr Obstbaum Früchte?
Bis Sie Ihren Obstbaum das erste Mal ernten können, vergehen in der Regel einige Jahre. Schließlich muss der Baum erst einmal ordentlich wachsen. Das kann je nach Art unterschiedlich lange dauern. Deshalb haben wir Ihnen eine kleine Übersicht mit ungefähren Angaben zusammengestellt. Beachten Sie bitte, dass die Angaben zwischen den verschiedenen Sorten einer Art variieren können und dass auch klimatische Bedingungen Einfluss auf die Ernte haben.
Apfelbäume benötigen in der Regel 5 bis 10 Jahre bis zur ersten Ernte, die zwischen August und Oktober erfolgt.
Birnbäume tragen oft schon nach 1 bis 3 Jahren Früchte, ebenfalls mit einer Erntezeit von August bis Oktober.
Kirschbäume brauchen etwa 3 bis 4 Jahre bis zur ersten Ernte, die bereits im Juni bis Juli stattfindet.
Pflaumenbäume tragen nach etwa 3 bis 7 Jahren, wobei die Erntezeit von Juli bis Oktober reicht.
Pfirsichbäume bringen nach 5 bis 8 Jahren erste Früchte hervor, die zwischen Juli und September geerntet werden können.
Beim Aprikosenbaum dauert es etwa 4 bis 6 Jahre bis zur ersten Ernte, mit einem Erntezeitraum von Juli bis August.
Quittenbäume benötigen etwa 3 bis 5 Jahre und werden ab Oktober bis zum ersten Frost geerntet.
Nussbäume (Walnuss) zählen zu den spättragenden Arten und bringen ihre erste Ernte meist erst nach 10 bis 20 Jahren, in der Zeit von September bis Oktober.













