Die Natur als Vorbild nehmen, sie nachahmen und so das Beste aus dem eigenen Garten – oder dem kleinen Hochbeet auf dem Balkon – herausholen: Die Permakultur ist in jedem Fall eine besonders nachhaltige Art des Gärtnerns, die aktuell immer gefragter wird. Das weiß Permakultur-Experte und Gartenplaner Jonas Gampe nur zu gut. Er unterstützt Kunden bei der Umsetzung und erzählt im Interview mehr über die Vorteile der Kreislaufwirtschaft.

Auch wer nur wenig Platz hat, kann mit einem Hochbeet oder einer Balkonbox erfolgreich gärtnern – sogenannte Balkonboxen eignen sich hervorragend für kleine urbane Flächen und ermöglichen eine nachhaltige Selbstversorgung mitten in der Stadt.

Ursprung in Australien

Der Begriff Permakultur wurde in den 1970er-Jahren von den australischen Pionieren Bill Mollison und David Holmgren geprägt. Die beiden suchten nach einer umweltschonenden Form der Landwirtschaft. Fündig wurden sie bei der indigenen Bevölkerung Australiens, die schon immer einen achtsamen Umgang mit der Natur pflegten. 1978 gründete Mollison in Tasmanien das „Institut für Permakultur“, 1981 erhielt er für seine Arbeit den Alternativen Nobelpreis.

Heute wird die Permakultur, die sich aus den Wörtern permanent und agriculture zusammensetzt, als eine Antwort auf die Klimakrise immer populärer. Denn ein gesunder Boden kann bei Trockenheit mehr Wasser speichern und es bei sturzartigen Regenfällen besser aufnehmen. Zudem kann er CO₂ binden, weshalb die Permakultur auch im großen Maßstab immer mehr Beachtung findet.

Brennnesseln sind kein Unkraut

Jeder Garten ist anders und muss immer individuell betrachtet werden. Sie sollten also zunächst beobachten, was der bestehende Garten bereits bietet, also wo er liegt und wie die Bodenbeschaffenheit ist. Außerdem sollte jeder für sich klären, ob er im großen Stil Obst und Gemüse anbauen oder eher Nützlingen einen Lebensraum bieten möchte. Ganz wichtig ist auch die Frage, wie viel Zeit man für Pflege und Bewirtschaftung aufbringen kann.

Hilfreich kann es sein, sich an ein Kompetenzzentrum zu wenden, das Weiterbildungen, Vorträge oder Beratungen zur Permakultur anbietet – dort lässt sich wertvolles Wissen für Einsteiger wie Fortgeschrittene sammeln.