Die Sonne ist eine der stärksten natürlichen Energiequellen. Mit Photovoltaik-Anlagen wird die Solarenergie eingefangen und nutzbar gemacht. Inzwischen trägt Photovoltaik (PV) in Deutschland zu neun Prozent der gesamten Stromerzeugung bei. Gerade in Zeiten der Energieknappheit ist Solarenergie eine beliebte Alternative, um sich – zumindest teilweise – unabhängig von den großen Energieversorgern zu machen und seinen eigenen Strom zu erzeugen. Doch leider hat nicht jeder ein Haus, um Solarmodule oder ganze Photovoltaikanlagen auf dem Dach zu platzieren.

Aber für Mieter und Eigentümer einer Wohnung gibt es jetzt gute Nachrichten: Steckfertige Solarmodule für Balkon, Terrasse oder Vordach können einfach an die Steckdose angeschlossen werden und produzieren so vergleichsweise günstig eigenen Strom. Damit lässt sich der jährliche Stromverbrauch zum Beispiel vom Kühlschrank oder Internet-Router ökologisch und kostengünstig decken. Dabei lohnt es sich, die Stromkosten und Strompreise regelmäßig zu vergleichen, um die Einsparpotenziale durch eine Balkonlösung realistisch einschätzen zu können.

Was ist ein Stecker-Solargerät (Balkonkraftwerk)?

Stecker-Solar-Geräte werden ganz einfach per Kabel und Steckdose (Plug & Play) an das Hausnetz angeschlossen. Sie haben eine Nennleistung von bis zu 800 Watt und sind leicht zum Beispiel an der Balkonbrüstung anzubringen. Je nach Südausrichtung und Neigungswinkel der Solarmodule kann sich die Energieausbeute deutlich erhöhen. Möglich macht's der Aufbau der kleinen Solaranlagen, die aus nur wenigen Komponenten bestehen:

Solarmodule:Sie wandeln die Energie der Sonne in Gleichstrom um. In der Regel haben die Solarmodule mit Glas- oder Kunststoffabdeckung eine Nennleistung von ca. 300 Watt und sind ca. 1 x 1,50 m groß. Die Auswahl geeigneter Balkonmodule richtet sich nach Fläche, Gewicht und Effizienz.

Wechselrichter:Der Wechselrichter, der oft hinten an der Solaranlage angebracht ist, wandelt den Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom um. Ein Mikro-Wechselrichter kommt meist bei einzelnen Modulen zum Einsatz und bietet Vorteile bei der Überwachung und Leistungskontrolle.

Anschlusskabel mit Steckverbindung:Mit diesem Kabel wird das Solarmodul mit dem Stromnetz verbunden. So können Sie Ihre Photovoltaik-Anlage für den Balkon jederzeit wieder abbauen und zum Beispiel beim Umzug mitnehmen. Achten Sie darauf, dass der Anschluss an den Stromzähler normgerecht erfolgt und Rückspeisung ausgeschlossen ist.

Befestigung:Balkonkraftwerke sind keine Leichtgewichte. Deshalb muss sichergestellt sein, dass die Module sicher befestigt sind und auch bei Sturm nicht herunterfallen können. Entsprechende Befestigungen sorgen für die sichere Montage. Achten Sie darauf, dass das Befestigungsmaterial UV- und korrosionsbeständig ist. Geeignete Halterungen ermöglichen eine stabile Montage selbst bei schwierigen Witterungsbedingungen.

Monitoring:Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Balkonkraftwerk korrekt funktioniert und wie viel eigenen Solarstrom Sie erzeugen, können Sie Ihre Solaranlage bei einigen Wechselrichtern durch ein Online-Monitoring über das Smartphone überwachen. Auch smarte Steckdosen oder Strommessgeräte können unter bestimmten Voraussetzungen für die Überwachung von Funktion und Erträgen von Solarstrom genutzt werden. Mit Online-Diensten lässt sich der Energiefluss transparent darstellen und die Eigenverbrauchsquote steigern.

Batteriespeicher:Um nicht genutzten Strom aufzufangen und zu speichern, können Solar-Batteriespeicher eingesetzt werden. Diese lohnen sich wegen der relativ hohen Anschaffungskosten und dem eher geringen Stromertrag allerdings eher bei größeren PV-Anlagen. Die Kombination mit einem Speicher kann sich lohnen, wenn nachts oder bei schwacher Sonne dennoch Solarstrom verfügbar sein soll.