Das Gewächshaus bietet ideale Bedingungen für das ganzjährige Anbauen diverser Pflanzen. Ein durchdachter Pflanzplan ist entscheidend, um den verfügbaren Raum optimal zu nutzen und eine gute Ernte zu erzielen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihr Gewächshaus sinnvoll bepflanzen und mit einem strategischen Plan die besten Ergebnisse erzielen.
Welche Pflanzen eignen sich für ein Gewächshaus?
Ein Gewächshaus bietet die Möglichkeit, Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen zu kultivieren. Das kann das Wachstum von Gemüse, Obst und Kräutern beschleunigen und eine längere Vegetationsperiode ermöglichen. Zudem ermöglicht es den Anbau exotischer Pflanzen, die normalerweise nicht in unseren Breitengraden wachsen.
Temperatur- und Lichtregelierung im Gewächshaus
Leider regulieren sich die Temperatur- und Lichtverhältnisse im Gewächshaus nicht von selbst entsprechend den Bedürfnissen der Pflanzen. Daher erfordert das Betreiben eines solchen auch ein gewisses Maß an Planung und Steuerung. Folgende Maßnahmen können bei der Regulierung der Lichtverhältnisse und der Temperatur helfen, um Pflanzen vor Überhitzung und Hitzestress zu schützen:
Beschattungsnetze: Diese Netze können die Intensität des Sonnenlichts reduzieren und so die Temperatur im Gewächshaus senken. Sie sind in den Sommermonaten besonders nützlich.
Weißkalken: Durch das Bestreichen der Außenwände des Gewächshauses mit speziellem Kalk können Sie das Licht reflektieren und die Erhitzung reduzieren.
Automatische Lüftung: Ein gutes Belüftungssystem sorgt dafür, dass die warme Luft abgeleitet wird und frische Luft ins Gewächshaus gelangt. Im Idealfall reagiert es automatisch auf Temperaturveränderungen und steuert den Luftaustausch entsprechend.
Ventilatoren: Ventilatoren verbessern die Luftzirkulation und sorgen dafür, dass sich die Temperatur gleichmäßig verteilt.
Wasserspeicherung und -verteilung: Die Verdunstung von Wasser hilft, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen und die Temperatur zu senken. Tropfbewässerungssysteme sind eine effiziente Methode, um die Pflanzen mit Wasser zu versorgen, ohne dass es zu Staunässe kommt.
Durch die Kombination der richtigen Pflanzenwahl und einer effektiven Temperatur- und Lichtsteuerung lässt sich ein Gewächshaus optimal nutzen. So können Sie das ganze Jahr über gesunde Pflanzen im Glashaus ziehen.
Anordnung der Pflanzen im Gewächshaus
Die Anordnung der Pflanzen in einem Gewächshaus spielt eine entscheidende Rolle für deren Gesundheit und den Ertrag. Durch eine sorgfältige Planung können Sie sicherstellen, dass jede Pflanze optimale Wachstumsbedingungen vorfindet. Dabei haben Sie verschiedene Möglichkeiten zur Anordnung:
Mischkultur: Welche Pflanzen sind gute Nachbarn?
In der Mischkultur profitieren bestimmte Pflanzenarten voneinander, indem sie sich gegenseitig unterstützen, Schädlinge fernhalten oder das Wachstum fördern.In der folgenden Übersicht erfahren Sie, welche Pflanzen besonders gut zusammenpassen und warum sich diese Kombinationen im Gewächshaus bewährt haben.
Um Pflanzpläne für Mischkulturen effizient zu erstellen, können Sie verschiedene Apps wie Grow-Garden-App, Meine Ernte oder Gardenize nutzen. Sie helfen dabei, den Garten optimal zu planen.
Planung des Anbaus im Jahresverlauf
Eine durchdachte Planung des Anbaus im Jahresverlauf ist entscheidend, um das ganze Jahr über eine kontinuierliche Ernte sicherzustellen. Durch den Wechsel von Kulturen und die Nutzung der unterschiedlichen Wachstumsperioden können Sie die Produktivität des Gartens maximieren.
Häufige Fragen
In unseren FAQs erhalten Sie weitere hilfreiche Informationen und Tipps zum Bepflanzen eines Gewächshauses.
Wie viel Platz sollte ich pro Pflanze einplanen?
Der Platzbedarf pro Pflanze variiert je nach Art der Pflanze. Es ist wichtig, genügend Raum für jede Pflanze einzuplanen, damit sie sich optimal entwickeln kann und ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe erhält. Die folgende Übersicht zeigt empfohlene Pflanzdichten und Pflanzabstände für gängige Gewächshauspflanzen:
Gemüse:
Aubergine: 3–4 Pflanzen/m², Pflanzabstand 50–60 cm
Gurke: 1–2 Pflanzen/m², Pflanzabstand 60–100 cm
Karotte: 100–150 Samen/m², Pflanzabstand 5–10 cm
Kartoffel, Mais: 6–9 Pflanzen/m², Pflanzabstand 30–40 cm
Kohl: 3–4 Pflanzen/m², Pflanzabstand 40–60 cm
Kürbis: 1 Pflanze/m², Pflanzabstand 100–150 cm
Paprika: 4–5 Pflanzen/m², Pflanzabstand 40–50 cm
Radieschen: 200–250 Samen/m², Pflanzabstand 2–5 cm
Salat: 10–20 Pflanzen/m², Pflanzabstand 20–30 cm
Sellerie: 11–16 Pflanzen/m², Pflanzabstand 25–30 cm
Spinat: 25–50 Pflanzen/m², Pflanzabstand 10–20 cm
Tomate: 2–4 Pflanzen/m², Pflanzabstand 50–70 cm
Zucchini: 1–2 Pflanzen/m², Pflanzabstand 90–100 cm
Zwiebel: 50–100 Pflanzen/m², Pflanzabstand 10–15 cm
Obst und Beeren:
Aprikose, Nektarine, Pfirsich: 1 Pflanze pro 9–12 m², Pflanzabstand 3–4 m
Erdbeere: 6–10 Pflanzen/m², Pflanzabstand 30–40 cmMelone: 1 Pflanze/m², Pflanzabstand 1–1,5 m
Rhabarber: 1–2 Pflanzen/m², Pflanzabstand 90–100 cm
Weintraube: 1–2 Pflanzen/m² entlang einer Reihe, Pflanzabstand 1–2 m
Hülsenfrüchte:
Erbsen: 25–50 Pflanzen/m², Pflanzabstand 10–20 cm
Bohnen: 20–30 Pflanzen/m² (Buschbohnen), 10–15 Pflanzen/m² (Stangenbohnen), Pflanzabstand 15–30 cm bei Buschbohnen, 10 cm bei Stangenbohnen
Kräuter:
- Gemischte Kräuter: 10–20 Pflanzen/m², Pflanzabstand 20–30 cm
Exotische Pflanzen:
Avocado: 1 Pflanze pro 9–12 m², Pflanzabstand 3–4 m
Banane, Feige: 1 Pflanze pro 4–6 m², Pflanzabstand 2–3 m
Kiwi, Maracuja: 1–2 Pflanzen/m² entlang einer Reihe, Pflanzabstand 2–3 m
Zitrusfrüchte: 1 Pflanze pro 4–6 m², Pflanzabstand 2–3 m
Mit diesen Werten können Sie Ihr Gewächshaus effizient planen und den vorhandenen Platz optimal nutzen – für gesunde Pflanzen und eine reiche Ernte.
Warum ist die Pflanzenrotation im Gewächshaus wichtig?
Die Pflanzenrotation, auch Fruchtfolge genannt, ist im Gewächshaus wichtig, um die Bodengesundheit zu erhalten und Krankheiten sowie Schädlingen vorzubeugen. Unterschiedliche Pflanzenarten haben verschiedene Nährstoffbedürfnisse und Wurzeltiefen. Durch Rotation wird der Boden effizienter genutzt und vor Erschöpfung geschützt. Außerdem verhindert die wechselnde Bepflanzung, dass spezialisierte Schädlinge und Krankheitserreger sich dauerhaft im Boden ansammeln und die Pflanzen befallen.
Um die Pflanzenrotation effektiv umzusetzen, sollten Sie die Fruchtfolge jährlich planen. Gruppieren Sie die Pflanzen mit ähnlichen Anforderungen und bauen Sie diese in einem rotierenden System an. Eine einfache Form der Fruchtfolge ist dabei die Drei-Felder-Wirtschaft, bei der das Gewächshaus in drei Bereiche unterteilt wird: ein Bereich für Starkzehrer, ein Bereich für Mittelzehrer und ein Bereich für Schwachzehrer oder Leguminosen. Diese Pflanzen wechseln dann jährlich den Standort.
Zur besseren Übersicht finden Sie hier die Einteilung der häufigsten Gewächshauspflanzen nach Nährstoffbedarf:
Schwachzehrer mit geringem Nährstoffbedarf sind z. B. Kräuter wie Basilikum und Dill, Erbsen und Bohnen. Diese Pflanzen belasten den Boden nur wenig und eignen sich gut für den Abschluss einer Fruchtfolge.
Mittelzehrer mit moderatem Nährstoffbedarf sind unter anderem Salat, Karotten, Zwiebeln und Sellerie. Sie bilden den Mittelblock in der Rotation und profitieren von einem ausgeglichenen Boden.
Starkzehrer mit hohem Nährstoffbedarf sind beispielsweise Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbisse und Zucchini. Sie sollten am Anfang der Fruchtfolge stehen, da sie dem Boden besonders viele Nährstoffe entziehen.
Mit dieser Struktur lässt sich der Boden nachhaltig bewirtschaften, und Ihre Pflanzen gedeihen gesund und ertragreich.
Wie kann man die Bodenqualität im Gewächshaus verbessern?
Ein nährstoffreicher Boden ist die Voraussetzung für eine gute Ernte. Mit folgenden Maßnahmen können Sie die Bodenqualität in Ihrem Gewächshaus verbessern:
Kompost einarbeiten: Durch das regelmäßige Einarbeiten verrotteten Komposts können Sie die Bodenstruktur verbessern und der Erde Nährstoffe hinzufügen.
Gründüngung: Bauen Sie zwischen den Hauptkulturen Gründüngungssaatgut wie Klee, Phacelia oder Senf an. Diese Pflanzen lockern den Boden auf, reichern ihn mit Nährstoffen an und verbessern die Bodenstruktur.
Mulchen: Mulchen Sie den Boden mit organischen Materialien wie Stroh, Laub oder Grasschnitt. Das schützt den Boden vor Austrocknung, unterdrückt Unkraut und verbessert die Humusbildung.
Boden pH-Wert anpassen: Prüfen Sie den pH-Wert des Bodens regelmäßig und arbeiten Sie bei Bedarf Gartenkalk (zur Anhebung des pH-Werts) oder Schwefel (zur Absenkung) ein. So gewährleisten Sie den optimalen pH-Wert für die jeweiligen Pflanzen.
Bodenbelüftung: Lockern und belüften Sie den Boden regelmäßig durch Umgraben oder mithilfe einer Grabegabel. So können Sie die Wurzelentwicklung fördern und die Sauerstoffzufuhr verbessern.
Regenwürmer fördern: Regenwürmer verbessern die Bodenstruktur, helfen Nährstoffe umzusetzen und die Durchlüftung zu erhöhen.
Nährstoffanalyse durchführen: Führen Sie eine Bodenanalyse durch, um den Nährstoffgehalt zu bestimmen. Auf Basis der Ergebnisse können Sie dann gezielt organischen Dünger oder Mineraldünger einarbeiten, um Nährstoffmängel auszugleichen.
Fruchtfolge beachten: Halten Sie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge im Gewächshaus ein, um den Boden nicht einseitig zu belasten und die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten.















