Die Ernüchterung folgt dem Abreißen der Tapete auf dem Fuße. Unter den zahlreichen Papierschichten taucht eine veritable Kraterlandschaft auf und an einigen Stellen sieht man unter bröckelndem Putz sogar schon den Mauerstein. Was tun?
Zum Glück gibt es eine elegante Lösung, die auch für Nachwuchs-Handwerker jederzeit machbar ist: Das Verkleiden der Wand mit einer Schale aus Gipskartonplatten! Kathi und Markus aus dem BAUHAUS Workshop zeigen Ihnen, wie es funktioniert.
Das Gips-ABC: Trockenbau in drei Schritten
Jedes Arbeiten im Trockenbau folgt einem typischen Ablauf, der immer gleich bleibt:
1. Ständer stellen. Gipsplatten brauchen immer ein Gestell im Untergrund, an dem sie befestigt werden. Das können spezielle Blechprofile sein oder auch Holzlatten.
2. Beplanken. Die Platten werden mit dem Akkuschrauber und Schnellbauschrauben auf die Unterkonstruktion geschraubt. Das geht sehr schnell und erfordert keine besonderen Vorkenntnisse.
3. Spachteln und Schleifen. Zwischen den Platten bleiben bei der Montage immer Fugen. Die werden mit einer speziellen Spachtelmasse geschlossen. Dann die Fuge schleifen und vielleicht noch einmal spachteln.
Gipskarton & Gipsfaserplatten
Unterschied Gipskarton und Gipsfaserplatte
Die klassische Gipskartonplatte besteht aus zwei Lagen gepresstem Papier (Kartonage), zwischen die ein Kern aus verdichtetem Gips gepresst ist. Ihre Stärke liegt meist zwischen 9,5 und 12,5 mm. Der Gips stammt heute übrigens meist aus Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) von Kraftwerken.
Gipsfaserplatten haben keine Kartonhülle. Stattdessen ist ihr Gipskern mit Silikat oder Zellulose verstärkt, was den Platten ein Mehr an Stabilität bringt. Damit können sie erhöhter Luftfeuchtigkeit länger Stand halten, sind aber auch spürbar teurer als einfache Gips-Bauplatten.
Imprägnierte Gipskartonplatten
Quasi eine Brücke zwischen Gipskarton- und Gipsfaserplatte stellen die imprägnierten Gipskartonplatten da. Man erkennt sie an ihrer blassgrünen Farbe. Sie sind speziell für den Einsatz in Feuchträumen gedacht und zeigen ein sehr geringes Quell- und Schwindverhalten. Erste Wahl beim Ausbau von Bad, Küche, WC & Co. Und dazu gehört immer auch eine passend eingestellte Spachtelmasse.
Schritt für Schritt zur glatten Wand mit Gipskartonplatten
Dieses Material brauchen Sie:
Imprägnierte Holzlatten (40 x 60 mm) oder Trockenbauprofile
Spachtelmasse grob
Spachtelmasse finish
Acrylmasse
Folie zum Abdecken
Wandgestaltungsmaterial
Schnellbauschrauben
Nageldübel
Abstandshalter
Bewehrungsstreifen
Eckschutzprofile
Dieses Werkzeug brauchen Sie:
Richtscheit
Wasserwaage
Akkuschrauber
Akkubohrschrauber oder Bohrhammer
(Trockenbau-) Exzenterschleifer mit Absaugung
Schwingschleifer mit Absaugung
Bits, Bohrer, Lochsäge, Schrauber
Craftomat Schraubvorsatz Trockenbau
Kapp- und Gehrungssäge, Stichsäge, Japansäge
Div. Spachtel, Kellen etc.
Wisent Breitspachtel
Schraubendreher für Schnellbauschrauben
Cuttermesser
Kantenhobel
Schleifgitter
Schleifmaterial
Eimer
Rührgerät bzw. Akkuschrauber mit Quirl
Nass-Trockensauger
Besen, Kehrblech etc.
Beim Platzieren der Platten müssen Sie darauf achten, dass keine Kreuzfugen (also ein gleichschenkeliges Aufeinandertreffen der Fugen in Kreuzform) von vier Platten entstehen. Das wäre für die Stabilität der Wand sehr schlecht und würde früher oder später Risse nach sich ziehen. Die Stirnkanten sollen möglichst einen Versatz von 40 cm und mehr haben.
Als Faustregel gilt: Wie beim Laminat-Verlegen versuchen Sie, umlaufend mit dem abgetrennten Rest der letzten Platte weiterzuarbeiten.











