Von fröhlich zwitschernden Vögeln und leise blökenden Schafen sanft geweckt zu werden, ist nur den wenigsten vergönnt. Gerade in Stadtwohnungen sieht die Realität ganz anders aus: Der morgendliche Berufsverkehr, Sirenengeheul und die Baustelle vor der Tür sind die Geräuschkulisse, mit der viele aufstehen. In Zeiten von Home Office ist man zu Hause sogar den ganzen Tag mit Lärm konfrontiert, was häufig die Konzentration erschwert.
Der meiste Lärm kommt durch die Fenster in die Wohnung – selbst wenn diese geschlossen sind. Die gute Nachricht: Mit dem Einbau von speziellen Schallschutzfenstern kann man einen Großteil des Schalls aussperren. Worauf Sie beim Kauf achten müssen und welche Fenster für Ihre Anforderungen geeignet sind, erfahren Sie hier.
Schallschutzklassen und dB: Wie viel Schallschutz brauchen Sie?
Zur besseren Orientierung werden Schallschutzfenster in Schallschutzklassen eingeteilt. Dabei gilt: Je höher die Schallschutzklasse, desto höher ist auch die Schalldämmung. Das Schalldämmmaß gibt dabei an, wie viel Schall in Dezibel (dB) durch das Fenster abgehalten wird. Zur Orientierung:
Normale Gespräche entsprechen ca. 65 dB.
Im Großraumbüro sind ca. 75 dB zu erwarten.
An Hauptverkehrsstraßen müssen Sie mit 85 dB rechnen.
Ein Presslufthammer schmerzt mit 120 dB bereits in den Ohren.
Diesen Lärm kann zum Beispiel ein Fenster mit der Schallschutzklasse 3 um 35–39 dB verringern. Schon eine Verringerung von 10 dB wird vom menschlichen Ohr als nur noch halb so laut empfunden. Welches Schalldämmmaß die sechs Schallschutzklassen haben, zeigt Ihnen die Tabelle. Bei der Auswahl der passenden Schallschutzklasse lassen Sie sich am besten von Fachleuten beraten. Denn auch wenn Sie es sich jetzt vielleicht nicht vorstellen können: Es ist nicht zu empfehlen, die Geräusche von außen komplett auszusperren – denn so steigt nicht nur Ihr Isolationsgefühl, sondern auch die Empfindlichkeit für alle Geräusche extrem an, die in Ihrer Wohnung und in den Nachbarwohnungen entstehen.
Von einfacher Verglasung bis Verbundglas: Welche Arten von Fenstern gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten von Fenstern:
Einfachfenster: Diese bestehen aus einem Rahmen, in den eine einfache Scheibe oder eine Isolierglasscheibe eingesetzt werden kann. Einfachfenster mit Isolierverglasung kommen meist im Bereich der Schallschutzklassen 1–3 (25 bis 40 dB) zum Einsatz.
Verbundfenster: Ein Verbundfenster besitzt zwei Flügelrahmen, die verbunden sind und über gemeinsame Beschläge (Fenster- oder Türgriffe) geöffnet werden. Sie sind die beste Wahl für die Schallschutzklassen 3–5 (35 bis 50 dB).
Kastenfenster: Diese Fensterart besteht aus zwei voneinander unabhängigen Flügelrahmen, die auch nacheinander geöffnet werden müssen. Aufgrund ihrer besonders guten Schallschutzeigenschaften werden Kastenfenster vorwiegend für die Schallschutzklassen 5 und 6 (45 bis 60 dB), zum Beispiel bei Fluglärm, eingebaut.
Schallschutzklassen im Überblick:
Schallschutzklasse 1: 25–29 dB
Schallschutzklasse 2: 30–34 dB (leicht befahrene Wohnstraßen)
Schallschutzklasse 3: 35–39 dB (stark befahrene Wohnstraßen)
Schallschutzklasse 4: 40–44 dB (Nähe zu stark befahrenen Hauptverkehrsstraßen)
Schallschutzklasse 5: 45–49 dB (unmittelbare Nähe zu stark befahrenen Hauptverkehrsstraßen)
Schallschutzklasse 6: >50 dB (Fluglärm)







