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Wer größere Oberflächen aus Holz, Metall, Kunststoff oder anderen Materialien abschleifen möchte, greift am besten zur elektrischen Schleifmaschine. Denn mit diesem vielseitigen Helfer ist die Arbeit deutlich komfortabler und auch schneller erledigt als von Hand. Bei keiner anderen Elektrowerkzeug-Gattung gibt es jedoch so viele Konzepte und Funktionsweisen wie bei den Schleifern. Und leider sind sie in ihrer Spezialisierung auch nicht austauschbar. Suchen Sie also nicht nach „dem einen Schleifgerät für alle Aufgaben“, denn den gibt es nicht. Doch keine Sorgen – in diesem Ratgeber erfahren Sie, welcher Schleifer sich am besten für Ihre Anforderungen eignet.
Die erste Frage auf dem Weg zum passenden Gerät lautet: Wollen Sie eine Fläche oder einen Punkt schleifen?
Ein Tipp: So überzeugend der Arbeitsfortschritt bei den großen Flächenschleifern ist, manchmal ist das des Guten zu viel. Wer einen Bandschleifer nur wenige Sekunden auf der Stelle drehen lässt, fräst eine Furche in die Fläche, die man nur schwer wieder herausbekommt. Hier gilt es, mit Umsicht zu Werke zu schreiten! Wie beim Einsatz von Sägen gilt auch beim Schleifen: Alle Flächen, die Sie bearbeiten wollen, müssen fixiert werden! Dafür nimmt man Zwingen, Klemmen oder die Hobelbank. Nur so stellen Sie sicher, dass Sie eine saubere und gleichmäßig geschliffene Oberfläche bekommen.
Schleifstaub ist nicht gesund. Deswegen gilt es diverseste Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen:
Schleifstaub ist nach größeren Arbeiten im ganzen Haus zu finden und schwer zu entfernen. Deshalb in Innenräumen nur mit gut funktionierender Absaugung schleifen. Dafür bieten heute praktisch alle Geräte die Möglichkeit, einen Staubsauger anzuschließen.
Schleifgeräte sind nach wie vor überwiegend kabelgebunden im Einsatz. Gerade Schwergewichte wie der Bandschleifer werden gelegentlich sogar stationär betrieben, wo eine Stromleitung kein Hindernis ist. Im Gegensatz dazu sind die Schleifer für Ecken und Kanten leicht und flexibel. Ein Deltaschleifer oder ein kleiner Exzenterschleifer bieten sich deswegen für den kabellosen Einsatz mit Akkuantrieb an.
Der mit Abstand häufigste Einsatz von Schleifmaschinen ist das Vorbereiten von Holzoberflächen für einen anschließenden Auftrag von Lack oder/und Holzschutz: Alte Lackreste von Türen, Fenstern, Fußböden oder Gartenholzkonstruktionen (z. B. Gartenhäuser) müssen entfernt werden, um sie für die folgende Oberflächenbehandlung vorzubereiten. Beim Möbelbau gilt es, unebene Flächen anzugleichen. Beim Renovieren hingegen setzt man Schleifmaschinen auch für grobe Arbeiten ein, etwa zum Entfernen von Kleberresten und Spachtelmasse. Leider brauchen Sie für (fast) alle genannten Aufgaben unterschiedliche Schleifsysteme.
Die Maschinen unterscheiden sich deswegen vor allem nach ihrer Aufgabe: Einige sind nützlich, um große Mengen Material abzutragen. Andere dienen der Oberflächenveredlung oder dem Arbeiten an Ecken, Kanten und schwer zugänglichen Stellen. Sie müssen sich also vor Arbeitsbeginn darüber klar sein, was Ihre Ziele beim Schleifen sind.
Was alle Maschinen eint: Sie arbeiten mit Schleifpapier unterschiedlichster Körnung, das regelmäßig ersetzt werden muss. Versuchen Sie also gar nicht erst, mit einem Bogen Schleifpapier die ganze Tür vom Lack zu befreien. Hier ist Materialeinsatz gefragt. Verwenden Sie zudem am besten nur qualitativ hochwertige Schleifmittel, z. B. CRAFTOMAT Schleifmittel mit sia Abrasives – für perfekten Schliff auf jeder Oberfläche.
Weitere Informationen über alle Arten von Schleifmitteln erhalten Sie in folgendem BAUHAUS Ratgeber:
zum Ratgeber Schleifmittel und ihre Verwendung
Sie haben es in der Hand: Wenn Sie beim Schleifen von Holz, Metall oder Kunststoff nicht auf schweißtreibende, ungenaue Handarbeit vertrauen wollen, führt am Maschineneinsatz kein Weg vorbei. Wir helfen Ihnen dabei, die passende Schleifmaschine für Ihren Anwendungszweck zu finden.
Einen guten Überblick geben unsere Experten im Video.
Zum Video Welche Schleifmaschine passt zu welcher Aufgabe?
Der Schwingschleifer mit seiner rechtwinkligen Schleifplatte ist der schnelle Perfektionist für den Schliff auf plan vorgearbeiteten Flächen: Da der Materialabtrag überschaubar ist, wird der Schwingschleifer in erster Linie zur Veredlung von Oberflächen („Finish“) eingesetzt. Das Schleifpapier wird in Bögen per Klammer oder Klettverschluss am großen Gerätefuß befestigt. Ein Risiko beim Arbeiten: Zu großer Druck mit dem Handballen kann schnell zu einem uneinheitlichen Schleifbild führen. Rohes Holz, runde Formen oder 3D-Körper sind ungeeignet für die Bearbeitung mit einem Schwingschleifer. Kann mit günstigem Schleifpapier von der Rolle betrieben werden.
Der Multifunktionsschleifer schleift Flächen und Kanten, kann aber auch sägen, raspeln und Fugen bearbeiten. Das Multifunktionstool schlägt also die Brücke vom Deltaschleifer hin zu Stichsäge und Trennschleifer. Bestimmte Aufgaben wie den Tauchschnitt in große Flächen macht man fast nur noch mit diesen Geräten. Allerdings kostet jedes Zubehörteil extra – achten Sie also auf Kombi-Angebote! Die Staubabsaugung ist systembedingt eher schwierig.
Das liebste Spielfeld des Bandschleifers ist rohes Holz, er funktioniert aber auch für Metall und Kunststoffe. Seine Funktion basiert auf einem endlosen Band, das durch ein Führungssystem in der Spur gehalten wird. Achtung: Durch seine Kraft und seine hohe Effizienz kann man schnell mal zu viel Material abtragen. Auch kosten die langen Schleifbänder naturgemäß mehr als kleine Schleifpapiere. Bandschleifer lassen sich mit praktischem Zubehör aber sinnvoll verwandeln: So sind Horizontalständer erhältlich, in die man die Maschine auf der Werkbank einspannen kann. Ebenso praktisch ist ein verstellbarer Winkelanschlag zum maßgenauen Zuschleifen der Werkstücke. Bitte beachten Sie: Wo viel Material abgetragen wird, entsteht auch viel Staub. Eine Absaugung ist also Pflicht.
Ursprünglich Spezialist für das Bearbeiten von Kanten und Ecken (Treppen!), ist der Deltaschleifer heute aufgrund seiner tollen Eigenschaften weit verbreitet. Das Schleifpapier wird meist per Klettverschluss auf dem Teller fixiert. Die Löcher für die Absaugung müssen immer frei bleiben. Arbeiten Sie nicht mit zu viel Druck, denn sonst droht auf größeren Flächen eine „Berg-und-Tal-Bahn“. Deltaschleifer sind mit ihrer dreieckigen Schleiffläche eine perfekte Ergänzung zu Exzenter- und Schwingschleifern. Die Staubabsaugung ist bei ihnen aufgrund des geringeren Abtrags zweitrangig.
Auch der Exzenterschleifer bietet einen beeindruckenden Arbeitsfortschritt, was nach einer starken Staubabsaugung verlangt. Wichtig: Im Gegensatz zu allen anderen Schleifgeräten starten Sie das Gerät erst, wenn sich der kreisrunde Schleifteller bereits auf dem Werkstück befindet. Führen Sie dann die Maschine gleichmäßig und ohne Druck über das Werkstück. Wer hier Gewalt anwendet, das Gerät gar verkantet, wird hinterher deutliche Spuren auf seinem Werkstück haben. Exzenterschleifer werden mit passendem Zubehör auch zum Polieren von Hochglanzoberflächen eingesetzt.
Auch Metall muss geschliffen werden – zum Beispiel um Rost von Oberflächen oder Schlacke von Schweißnähten zu entfernen, um scharfe Kanten zu entgraten, um Metallrohre abzulängen oder als Vorbereitung für einen anschließenden Lackauftrag. Das geht am schnellsten und einfachsten mit einem Winkelschleifer (umgangssprachlich „Flex“). Hierfür stehen spezielle Scheiben zur Verfügung:
Auch das Polieren mit Höchstgeschwindigkeit ist mit speziellen Scheiben möglich.
Die Wahl des Schleifmittels ist vom Material des Werkstücks und eventuell auch von der Größe der Fläche abhängig, die es zu schleifen gilt. Einfache Schleifpapiere mit dem Mineral Korund eignen sich besonders für weiche Materialien wie Holz oder aber für kleinere Metallflächen. Hochwertige kunstharzgebettete Schleifgewebe sind wesentlich härter. Der Körnungsgrad steht immer auf der Rückseite des Schleifmittels.
Gelegentlich werden auch Buchstaben den Zahlen vorangestellt:
In der Praxis bedeutet all das, dass Sie regelmäßig mindestens mit drei verschiedenen Körnungen nacheinander arbeiten. Beispiel Tür: Grobschliff 40er-, Mittelschliff 80er-, Finish 180er-Körnung.
Beachten Sie: Für die Metallbearbeitung und das Polieren stumpfer Lacke gibt es Körnungen von 3.000 und mehr! Tipp: Im Licht einer Taschenlampe erkennen Sie Unebenheiten auch bei feinem Schliff.
Noch viel mehr zum Thema Schleifpapiere gibt es im BAUHAUS Workshop
Bei BAUHAUS finden Sie im Online-Shop oder im Fachcentrum vor Ort eine große Auswahl an Schleifmaschinen. Wenn Sie unsicher sind, welche die richtige für Ihre Anforderung ist, sprechen Sie einfach unsere Experten an – wir beraten Sie gern.