Sie möchten keine Kabel im Garten herumliegen haben? Dann sollten Sie darüber nachdenken, Erdkabel zu verlegen. Wir erklären Ihnen zunächst, wann sich Erdkabel lohnen und geben Ihnen zudem einen Überblick über die wichtigsten Sicherheitshinweise. Anschließend beschreiben wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie beim Verlegen eines Erdkabels im Garten am besten vorgehen.

Was sind Erdkabel und wozu braucht man sie?

Erdkabel sind speziell für die unterirdische Verlegung im Außenbereich konzipiert und sehr widerstandsfähig. Sie bestehen aus robusten Materialien, die das Kabel gegen Feuchtigkeit, Frost und mechanische Belastungen isolieren bzw. schützen. Erdkabel haben im Außenbereich die folgenden Vorteile:

  • Stromversorgung für Elektroinstallationen im Garten: Unterirdisch verlegte Leitungen versorgen Ihre Teichpumpe, Ihre Gartenwerkzeuge oder Ihre Außenbeleuchtung dauerhaft mit Strom. Sie können mit einem Erdkabel also neue Stromanschlüsse im Garten einrichten – und zwar genau dort, wo Sie diese benötigen.

  • Sicherheit: Durch das Verlegen eines Erdkabels vermeiden Sie oberirdisch verlegte Kabel und somit Stolperfallen.

  • Gartengestaltung: Wie kann ein dickes, schwarzes Kabel ästhetisch zu Ihrer Gartengestaltung beitragen? Ganz einfach – indem es unsichtbar bleibt.

  • Langlebigkeit: Erdkabel sind wetterfest und frostbeständig. Daher bleiben die Leitungen bei richtiger Verlegungstiefe viele Jahre störungsfrei.

Erdkabel verlegen – Vorschriften und Sicherheitshinweise

Beim Verlegen von Stromleitungen ist es wichtig, auf bestimmte Sicherheitsvorschriften und technische Anforderungen zu achten. Diese gewährleisten Ihre Sicherheit bei der Nutzung und darüber hinaus eine langlebige und störungsfreie Stromversorgung. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Sicherheitshinweise und Vorschriften:

  • Kabelkennzeichnung: Das Kabel muss für die unterirdische Verlegung geeignet sein. Gängige Kennzeichnungen sind NYY oder NYCWY.

  • Schutzstandards: Der Schutzstandard für Feuchträume muss erfüllt sein – mindestens IP 44. Ab IP 66 gilt das Kabel als wasserdicht. Starkstromkabel müssen außerdem der Norm VDE 0271 entsprechen.

  • Kabelquerschnitt: Für einfache Anschlüsse wie Beleuchtung, Teichpumpen oder Rasenmäher genügt ein Querschnitt von 1,5 mm².
    Für leistungsstarke Gartenwerkzeuge, z. B. eine Kettensäge, empfiehlt sich ein Querschnitt von 2,5 mm².

  • Anzahl der Adern im Kabel: Dreidrähtige Erdkabel (NYY-J3) sind der Standard.
    Fünfadrige Kabel (NYY-J5) bieten die Möglichkeit, später weitere Anschlüsse vorzunehmen.

  • Gesonderter Stromkreis: Elektroinstallationen im Garten sollten über einen eigenen Stromkreis betrieben werden. Das schützt den Stromkreislauf für Haushaltsgeräte vor Überlastungen und ermöglicht eine separate Abschaltung.

  • FI-Schutzschalter: Schaltet bei Fehlerströmen den Stromkreis ab und schützt vor Stromschlägen.

  • LS-Schalter: Verhindert Kabelbrand durch Überlastung oder Kurzschluss.

  • Verlegetiefe: Das Kabel muss im frostfreien Bereich verlegt werden – mindestens 60 cm tief. Unter Wegen und Zufahrten ist eine Tiefe von 80 cm erforderlich.

  • Warnband: Wird über dem Stromkabel verlegt und markiert dessen Verlauf. Es warnt bei späteren Grabungen im Garten vor dem darunter liegenden Kabel.

  • Installation durch Elektrofachbetrieb: Abschlussarbeiten und die Installation von Stromkabeln sollten möglichst immer durch einen Fachbetrieb erfolgen, da eine hohe Verletzungsgefahr besteht.

So funktioniert die Erdkabelverlegung

Um ein Erdkabel im Garten zu verlegen, sollten Sie sich immer Unterstützung von einem Fachbetrieb holen. Vorbereitende Arbeiten, wie das Ausheben des Grabens und das Verlegen der Leerrohre, können Sie jedoch selbstständig erledigen. Hierfür benötigen Sie die folgenden Materialien und Werkzeuge:


Materialien:

Werkzeuge:

Häufige Fragen

Zum Schluss finden Sie noch die Antworten auf einige der häufigsten Fragen zum Thema.

Erdkabel verlegen ohne Schutzrohr – geht das?

Ja, es ist möglich, ein Erdkabel ohne Schutzrohr zu verlegen. In der Regel bettet man das Erdkabel stattdessen in Sand, um das Kabel vor äußeren Einflüssen zu schützen. Hierfür sollten Sie den Graben etwa 10 cm tiefer ausheben und dann eine 10 cm dicke Sandschicht am Boden des Grabens verteilen. Das Erdkabel wird auf den Sand gelegt und anschließend erneut mit einer Sandschicht bedeckt. Danach können Sie den Graben wie oben beschrieben verschließen. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass Sie sich die Kosten für das Leerrohr sparen. Der Nachteil ist jedoch, dass Sie das Kabel bei einem Defekt oder bei einer späteren Erweiterung der Installation komplett ausgraben müssen.

Kann ein Erdkabel auch oberirdisch verlegt werden?

Es ist prinzipiell möglich, die Leitungen oberirdisch zu verlegen. Allerdings bringt dies einige Nachteile mit sich. Denn ein oberirdisches Kabel ist anfällig für Beschädigungen durch Wettereinflüsse, Tiere oder Gartengeräte. Zudem stellt ein loses Stromkabel eine Stolpergefahr dar. Daher ist die unterirdische Verlegung die sicherere, ästhetischere und langlebigere Lösung.