Sie haben einen Riss in Ihrer Wand entdeckt und fragen sich, ob dies ein Setzriss sein könnte? Wir erklären Ihnen, wie Setzungsrisse zustande kommen, wie Sie sie erkennen und unter welchen Umständen Sie einen Setzriss selbst ausbessern und Ihre Außenwand neu verputzen können. Hierfür stellen wir Ihnen eine detaillierte Anleitung zur Verfügung.

Putzrisse und Setzrisse unterscheiden

Wie zuvor erwähnt, gibt es verschiedene Arten von Rissen. Nun ist die Frage, wie Sie sie voneinander unterscheiden können. Denn während oberflächliche Putzrisse vor allem kosmetischer Natur sind, können tiefe Setzrisse die Statik des Hauses beeinflussen.

Setzrisse ausbessern – ein Fall für den Profi?

Einen Setzriss sollten Sie nur dann ausbessern, wenn es sich um einen sehr schmalen, ungefährlichen Riss handelt, der sich über einen längeren Zeitraum unverändert zeigt. In allen anderen Fällen sollten Sie die Ursache zunächst durch einen Profi ermitteln und beheben lassen. Das hat drei gute Gründe:

  • 1. Die Statik Ihres Hauses könnte gefährdet sein. Der kosmetische Makel in Form des Risses ist möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs.

  • 2. Verschlossene Risse brechen immer wieder auf, wenn Sie die Ursache für Ihre Entstehung nicht beheben.

  • 3. Größere Risse müssen fachgerecht verschlossen werden, damit alle Kräfte wieder optimal abgeleitet werden können und keine neuen Spannungen entstehen.

Anleitung: Kleine Setzrisse im Neubau reparieren

Sie wollen einen kleinen Setzriss im Neubau reparieren? Dafür benötigen Sie die folgenden Materialien und Werkzeuge:


Materialien:

Werkzeuge:

Häufige Fragen zu Setzrissen

Was gibt es rund um die Ausbesserung von Setzrissen noch zu beachten? Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.

Wie kann ich Setzrissen im Neubau vorbeugen?

Es ist zunächst wichtig zu wissen, dass Setzungsrisse nie gänzlich ausgeschlossen werden können. Es gibt aber die Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit zu minimieren. Beauftragen Sie hierfür einen Baugutachter. Dieser sollte folgende Risikofaktoren prüfen:

  • Gleichmäßigkeit der Bodenverhältnisse: Die Analyse des Baugrundes ist ein essenzieller Schritt beim Bau. Hier sollten Sie die zusätzlichen Kosten keinesfalls scheuen.

  • Fundamentierung: Tiefe, Armierung und die Zusammensetzung des Betons müssen zu den Gegebenheiten vor Ort und zum Bauwerk passen.

  • Entwässerung: Ist die Entwässerung nicht richtig durchdacht, weicht der Boden auf und es kann zu Frostschäden kommen.

  • Baufehler: Die Nichteinhaltung von Trocknungszeiten oder die unzureichende Verdichtung des Untergrunds sind häufige Gründe für Setzungsrisse.

Wer haftet bei Rissen im Mauerwerk?

Wer bei Setzungsrissen zahlt, ist abhängig von der Ursache für den Schaden. Denn generell gilt: Wer den Schaden verursacht hat, zahlt.

  • Fehler beim Bau oder bei der Planung: Bei nachweislich vermeidbaren Fehlern kommen in der Regel Architekten und Bauunternehmen für den Schaden auf. Da Risse im Mauerwerk jedoch nie ganz zu vermeiden sind, kann es bei mangelnder Beweislage sein, dass der Bauherr haftet.

  • Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück: Hier haftet in der Regel der Bauherr.

  • Umwelteinflüsse wie Erdbeben oder Hochwasser: Sofern keine entsprechende Versicherung abgeschlossen wurde, haftet der Eigentümer.