Fachwerkhäuser sehen nicht nur gut aus – sie bieten auch eine besondere Wohnqualität. Der Nachteil: Nicht selten muss man ein Fachwerkhaus sanieren, um es wirklich bewohnbar zu machen. Immerhin sind die ältesten Gebäude dieser Art bis zu 650 Jahre alt. Doch wo genau fängt man bei der Fachwerksanierung eigentlich an und welche Werkzeuge und Maschinen braucht man?

Denkmalschutz und Ensembleschutz bei Fachwerkhäusern

Wollen Sie ein Fachwerkhaus sanieren, dann sollten Sie sich vorher in jedem Fall mit den Themen Denkmalschutz und Ensembleschutz auseinandersetzen. Letzterer stellt nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze Gruppen von Gebäuden unter architektonischen Schutz. Viele Fachwerkhäuser sind aufgrund ihres Alters und ihrer historischen Bedeutung nämlich besonders geschützt und können nicht einfach beliebig baulich verändert werden. Wie streng die Vorschriften sind, ist dabei von Einzelfall zu Einzelfall verschieden.


Steht ein Fachwerkhaus unter Denkmalschutz oder Ensembleschutz, dann darf die äußere Erscheinung des Gebäudes bei der Fachwerksanierung in der Regel nicht verändert werden. Sowohl die eingesetzten Baustoffe als auch die Putzart und die Dämmung müssen also mit Blick auf das Sichtfachwerk und das Dach möglichst originalgetreu sein. Sanierungsarbeiten dürfen erst mit der entsprechenden Genehmigung vorgenommen werden. In Innenräumen haben Hausbesitzer derweil für gewöhnlich etwas mehr Freiheiten.

Tipps für die Sanierung von Fachwerkhäusern

Die Sanierung eines Fachwerkhauses ist äußerst komplex und mit viel Fachwissen und handwerklichem Geschick verbunden. Umso wichtiger ist es für Hausbesitzende und Handwerkende deshalb, mit Blick auf die Eigenheiten dieser Bauart einige grundlegende Tipps im Hinterkopf zu behalten:

  • Materialien gleichwertig ersetzen: Steine, Holzteile, Putz und Farbe sollten sowohl aufgrund des Denkmalschutzes als auch aufgrund ihrer Eigenschaften stets gleichwertig ergänzt und ersetzt werden.

  • Traditionelle Hölzer und Verbindungen schützen: Zapfenverbindungen, Verblattungen und Versätze sollten allein schon aus ästhetischen Gründen immer erhalten werden.

  • Feuchtigkeit fernhalten: Sowohl mit Blick auf den Untergrund als auch hinsichtlich potenzieller Regenschäden ist es wichtig, Wasser abzuleiten und Wasserstauung zu vermeiden. Da im Fachwerk mit diffusionsoffenen Farben und Baustoffen gearbeitet wird, kann sonst Feuchtigkeit durch die Fassade dringen.

  • Fugen und Leerräume hinnehmen: Die Zwischenräume im Gefache ermöglichen es, dass eingedrungene Feuchtigkeit verdampft. Es sollte dementsprechend nie Fugenmasse wie Silikon verwendet werden, um Leerräume aufzufüllen.

Ein Fachwerkhaus sanieren: die wichtigsten Schritte

Während einige Sanierungsarbeiten und Reparaturen an einem Fachwerkhaus nur von Profis erledigt werden sollten, können Sie andere Schritte der Fachwerksanierung auch selbst in die Hand nehmen. Vorausgesetzt, Sie verfügen über eine Menge Zeit, Geduld und das entsprechende handwerkliche Talent. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Schritte bei der Sanierung eines Fachwerkhauses für Sie aufgelistet:

Häufig gestellte Fragen

Was gibt es rund um die Sanierung von Fachwerkhäusern noch zu beachten? Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.

Welche Kosten entstehen bei der Sanierung eines Fachwerkhauses?

Die Sanierung eines Fachwerkhauses kann richtig teuer werden. Experten rechnen hier je nach Sanierungsmaßnahme mit einem Quadratmeterpreis zwischen 1.200 Euro und 3.000 Euro. Klar ist aber auch: Die Sanierungskosten können von Einzelfall zu Einzelfall sehr unterschiedlich ausfallen. Lassen Sie sich deshalb am besten von einem auf Fachwerk spezialisierten Architekten oder einem Bausachverständigen beraten. Dieser kann die Kosten besser einschätzen.

Wie lange dauert die Sanierung eines Fachwerkhauses?

Die Dauer der Sanierung lässt sich ohne Kenntnis der Größe und des Zustands des jeweiligen Hauses nicht seriös einschätzen. Während kleinere Reparaturen an der Fassade oder kleinere Malerarbeiten in wenigen Wochen abgeschlossen sein können, nehmen andere Sanierungsarbeiten mehrere Monate oder sogar Jahre in Anspruch. Zudem kann es auch immer zur Verzögerung der Arbeiten durch den Denkmalschutz kommen.

Kann man Fördermittel für die Sanierung eines Fachwerkhauses beantragen?

Ja, insbesondere für denkmalgeschützte Häuser gibt es verschiedene Förderprogramme und Sanierungszuschüsse. Hilfreiche Anlaufstellen sind etwa die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die Förderbanken des Bundes und der Länder sowie die Landesdenkmalämter, örtliche Denkmalbehörden und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Welche Probleme treten häufig bei der Sanierung von Fachwerkhäusern auf?

Zu besonders häufigen Problemen in Fachwerkhäusern zählen:

  • Feuchtigkeitsschäden, die durch unsachgemäße Abdichtungen oder defekte Dachrinnen entstehen,

  • Schädlingsbefall der Holzbalken und Verbindungsstreben sowie eine

  • unzureichende Wärmedämmung.