Planen Sie, ein Stromkabel zu verlegen, die Elektrik im Haus zu erneuern oder müssen Sie für Ihren Neubau die Elektroinstallationen planen? Dann werden Sie feststellen, dass dies keine leichten Aufgaben sind. Sie erfordern viel Fachwissen und zudem einen Überblick über aktuelle Beschränkungen und Vorgaben. Hier erfahren Sie, welche Schritte zur Installation der Elektrik gehören und welche Aufgaben Sie als Laie übernehmen dürfen!
Achten Sie bei der Planung auf eine lückenlose Dokumentation Ihrer Elektroinstallationen. Diese dient später nicht nur der Nachvollziehbarkeit, sondern ist auch bei Umbauten oder Reparaturen unerlässlich. Auch die Auswahl geeigneter Mantelleitungen spielt eine wichtige Rolle. Sie schützen die innenliegenden Leiter zuverlässig vor mechanischer Beanspruchung und sind für eine sichere Verlegung in Wänden, Decken oder Böden vorgesehen.
Elektroplanung pro Raum – empfohlene Stromkreise und Steckdosenanzahl
Für eine vorausschauende und normgerechte Elektroinstallation ist es wichtig, den Bedarf pro Raum möglichst präzise zu ermitteln. Die folgende Übersicht zeigt Ihnen typische Richtwerte für Stromkreise, Steckdosen, Schalter und Lichtanschlüsse – je nach Raumart und Nutzungsszenario. So vermeiden Sie Engpässe im Alltag und schaffen optimale Voraussetzungen für zukünftige Erweiterungen, etwa im Bereich Smart Home oder E-Mobilität.
Küche
Stromkreise: 2-4
Steckdosen: 5–15
Schalter: 2–3
Lichtanschlüsse: 2–3
Wohnzimmer
Stromkreise: 1–3
Steckdosen: 5–13
Schalter: 1–3
Lichtanschlüsse: 1–4
Schlafzimmer
Stromkreise: 1–3
Steckdosen: 5–11
Schalter: 1–3
Lichtanschlüsse: 1–4
Badezimmer
Stromkreise: 1–2
Steckdosen: 2–5
Schalter: 1–2
Lichtanschlüsse: 2–3
Arbeitszimmer / Büro
Stromkreise: 1–3
Steckdosen: 3–10
Schalter: 1–2
Lichtanschlüsse: 1–4
Flur
Stromkreise: 1
Steckdosen: 1–4
Schalter: entspricht der Anzahl der abgehenden Türen
Lichtanschlüsse: 1–2
Esszimmer
Stromkreise: 1–2
Steckdosen: 3–6
Schalter: 1–2
Lichtanschlüsse: 1–2
Garage / Werkstatt
Stromkreise: 1–3
Steckdosen: 4–8
Schalter: 1–2
Lichtanschlüsse: 1
Elektroinstallationen sollten zukunftsorientiert und vorausschauend geplant werden. Im Zweifelsfall sollten Sie lieber eine Steckdose mehr einplanen. Auch, wenn Sie bestimmte Geräte und Funktionen aktuell nicht nutzen, ist es sinnvoll, bereits die elektronischen Voraussetzungen dafür zu schaffen. So können Sie später Smart-Home-Installationen oder eine Ladestation für ein E-Auto leichter ergänzen.
Verständnis der Normen und Vorschriften
Bei der Elektroplanung gibt es sehr viel zu beachten. Nach § 49 des Energiewirtschaftsgesetzes müssen alle Energieanlagen so errichtet und betrieben werden, dass die technische Sicherheit gewährleistet ist. Dies ist in Bezug auf Elektrizität offiziell der Fall, wenn die Regeln des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (VDE) eingehalten wurden.
Erstellen Sie frühzeitig ein Prüfprotokoll, um alle relevanten Messergebnisse und Prüfverfahren Ihrer Anlage nachvollziehbar zu dokumentieren. Insbesondere bei Neubauten sind die Anforderungen an eine fachgerechte Neuinstallation sehr hoch. Diese muss den aktuellen VDE-Vorgaben sowie energetischen Standards entsprechen.
Wir haben Ihnen im Folgenden die wichtigsten Normen und Regelungen zum Thema Elektroinstallation zusammengestellt.
DIN VDE 0100-722: Hier werden die Anforderungen für einen Ladeanschluss für Elektrofahrzeuge beschrieben.
DIN VDE 0100-801: Das Ziel dieser Norm ist die Bereitstellung eines Konzeptes für die Planung und Errichtung einer energieeffizienten elektrischen Anlage.
DIN 18015-1: Der erste Teil der Norm DIN 18015 beschreibt die Planung von elektrischen Anlagen in Wohngebäuden.
DIN 18015-2: Im zweiten Teil von DIN 18015 sind Art und Umfang der Mindestausstattung elektrischer Anlagen festgehalten. Hier finden Sie zum Beispiel Angaben zur Mindestanzahl von Steckdosen und Stromkreisen nach Wohnfläche in Quadratmetern.
DIN 18015-3: Dieser Teil der Norm DIN 18015 befasst sich mit den sogenannten Installationszonen für elektrische Leitungen, Auslässe, Schalter und Steckdosen. Diese müssen innerhalb der Zonen installiert werden, damit es zum Beispiel bei Bohrungen nicht zu Verletzungen und Sachschäden kommt.
RAL-RG 678: Diese Regelung geht auf Standard- und Komfortausstattungen ein, die über die Norm DIN 18015 hinausgehen, so zum Beispiel Jalousiesteuerung, Fenster- und Türüberwachung sowie Temperatursteuerungen für einzelne Räume.
DIN VDE-AR-N 4100: Hier werden technische Anforderungen zusammengefasst, die bei der Planung und Errichtung sowie beim Betrieb von elektrischen Anlagen zu beachten sind. Auch die Anforderungen, die beim Anschluss an das Niederspannungsnetz des Netzbetreibers zu beachten sind, werden hier beschrieben.
DIN VDE-AR-N 4105: Diese Norm beschäftigt sich mit Erzeugungsanlagen (zum Beispiel in Form von Solaranlagen in einer Photovoltaikanlage) im Niederspannungsnetz.
DIN VDE 0701 und DIN VDE 0702: Die DIN VDE 0701 stellt ein allgemeingültiges Prüfverfahren bereit. Dieses soll die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen für elektrische Geräte nach einer Reparatur nachweisen. Die DIN VDE 0702 hingegen beschreibt ergänzend ein Verfahren zur regelmäßigen Wiederholung dieser Überprüfung.
Nach §13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) ist der Anschlussnehmer für alle Elektroinstallationen, die zu seinem Eigentum gehören, verantwortlich. Arbeiten an der elektrischen Anlage dürfen nur durch den Netzbetreiber oder durch Personen mit anerkannter fachlicher Eignung entsprechend den Regeln des VDE vorgenommen werden.
Dimmer und Schalter
Bei der Auswahl von Bedienungselementen müssen Sie sich zunächst entscheiden, von wie vielen Punkten im Raum Sie wie viele Lichtquellen oder andere Geräte ansteuern möchten. In der folgenden Übersicht finden Sie die wichtigsten Optionen.
Steckdose
Bei Steckdosen unterscheidet man zunächst zwischen Aufputz- und Unterputzsteckdosen. Unterputzsteckdosen wird die Dose in die Wand eingelassen. Nach außen sieht man hier lediglich die Öffnung für den Stecker (Abdeckung für den Steckdoseneinsatz) sowie den Rahmen. Aufputzsteckdosen hingegen werden auf die Wand gesetzt. Die Dose steht also hervor. In Wohnräumen findet man vorwiegend platzsparende Unterputzsteckdosen. In Kellern und Garagen jedoch kommen häufig auch Aufputzsteckdosen zum Einsatz.
Leuchten
Bei Lichtanschlüssen unterscheidet man für Elektroinstallationen zwischen Deckenleuchten und Wandleuchten.
Für größere Leitungsquerschnitte oder spezifische Anwendungen kann der Einsatz einer Schlauchleitung notwendig sein – zum Beispiel bei beweglichen Geräten.














