Regenwasserzisterne im Garten einbauen und anschließen

Zisterne: Wasserentnahmestelle im Garten

Überall dort, wo Trinkwasser aus der Leitung nicht zum Konsum oder zur Körperhygiene eingesetzt wird, handelt es sich um sogenanntes Brauchwasser, dass durch Regenwasser ersetzt werden kann. Die häufigste Nutzung von Regenwasser ist der Einsatz zur Gartenbewässerung – oft durch eine einfache Regentonne. Bei zusätzlicher Nutzung im Haus – und somit höherem Verbrauch – bietet sich die Installation einer eigenen unterirdischen Regenwassernutzungsanlage (Tank aus Beton oder Kunststoff) an: Das Regenwasser fließt durch ein Fallrohr in die Grundleitung der Zisterne und anschließend durch einen Filter. Das so gewonnene Wasser kann nicht nur zur Bewässerung des Gartens oder für die Toilettenspülung, sondern auch zum Putzen und sogar zum Wäschewaschen verwendet werden. 

Beachten Sie: Der Einbau von Zisternen ist in hoch- und grundwassergefährdeten Gebieten nicht zulässig. In der folgenden Anleitung werden nur prinzipielle Schritte erläutert. Beachten Sie in jedem Fall die Herstellerangaben zum Aufbau.

1. Wie groß muss die Zisterne sein?

Ratgeber Zisterne einbauen: Illustration Niederschlagsmenge Deutschland; Bildquelle: BAUHAUS Prospekt Wasser im Garten, 2017 Vergrösserung aufrufen

Je nachdem, für welchen Zweck Sie also Regenwasser einsetzen möchten, ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an den Sammelbehälter. Mit integrierter Pumpe oder nur mit Auslasshahn, ganz nach Wunsch.
Welche Tankgröße Sie benötigen, hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab:

  • der örtlichen Niederschlagsmenge. Die für Ihre Region ermittelten Werte können Sie bei Ihrer Gemeinde oder beim Wetteramt erfragen.
  • der Regenauffangfläche Ihres Hauses. Diese ergibt sich aus der Grundfläche Ihres Hauses sowie der Dachüberstände.
  • dem Regenwasserbedarf.

Mit dem Zisternenplaner von BAUHAUS können Sie ganz einfach das optimale Volumen für Ihre Zisterne berechnen. Der Planer sagt Ihnen nicht nur, mit welcher Niederschlagsmenge Sie in Ihrer Region rechnen können, sondern auch wie viel Wasser ein Haushalt Ihrer Größe durchschnittlich im Jahr verbraucht. Geben Sie noch einige Eckdaten Ihrer Wunschzisterne ein und Sie erfahren auf einen Blick, wie groß Ihre Zisterne sein muss.

2. Vorbereitung der Einbaugrube

Zisterne: Aushubstelle abstecken

Stecken Sie zunächst die Fläche ab (Holzpflöcke und Schnur), an der die Zisterne später platziert werden soll. Bei Rasenflächen stechen Sie die Soden ab und lagern sie. Je nachdem was für eine Zisterne sie ausgewählt haben, müssen Sie eine entsprechend große Grube ausheben: Bei einem Volumen von beispielsweise vier Kubikmeter Wasser (4.000 Liter) erledigen Sie den Aushub mit einer Tiefe von etwa 1,60 Meter, einer Länge von etwa 3,5 Meter und einer Grubentiefe von 2,20 Meter am einfachsten mit einem kleinen Bagger.

Professionelle Maschinen und Geräte für den Bau einer Zisterne, finden Sie in großer Auswahl im BAUHAUS Leihservice. 

Zisterne: Grubenboden ebenen

Bereiten Sie anschließend den Boden der ausgehobenen Grube für das Einsetzen der Zisterne vor: Eine exakte Rundung des Lochs kontrollieren Sie mit einem langen Holzbrett (Richtlatte), in das Sie mittig ein Rundeisen einlassen.

3. Zisterne einsetzen

Zisterne: Einsetzen der Zisterne Zisterne: Anlieferung mit Kran

Die Anlieferung und das Einsetzen des Regenwasserspeichers erfolgt mit einem LKW samt Kran. Schützen Sie dabei Ihre Hausfassade vor Beschädigungen (Büsche oder Bäume gegebenenfalls vorher kürzen).

Zisterne: Quellmoertel auftragen

Ist der Tank im Erdloch, kann auch der Deckel (Konus) mithilfe des Krans aufgelegt werden: Hierfür nässen Sie jedoch zunächst den Rand des Tankes vor und tragen anschließend hochbelastbaren Quellmörtel rundum auf. Innerhalb einer halben Stunde legen Sie dann den Konus auf den Speicher.

Zisterne: Fugen schliessen Zisterne: Schachtabdeckung auflegen

Damit die abschließende Schachtabdeckung plan und dicht auf dem Konusrand liegt, tragen Sie hier ebenfalls Quellmörtel auf: Mit Hammer, Schlagklotz und der Wasserwaage waagerecht ausrichten und mit dem überschüssigen Mörtel am unteren Rand die Fuge schließen.

4. Zisterne und Zapfstelle anschließen

Zisterne: Rohre im Leitungsgraben

Mit Hacke und Schaufel heben Sie zunächst die Leitungsgräben aus. Die Zu- und Überlaufanschlüsse vom Gebäude zur Zisterne verbinden Sie anschließend mit handelsüblichen Kanalgrundrohren DN 100 (mit Gefälle zum Speicher ausrichten). Die Rohre sind frostsicher und ermöglichen auch bei Starkregen eine gute Abführung des Regenwassers in die Zisterne. Schließen Sie das Überlaufrohr ans Abwasser an.

Beachten Sie: Der Speicher hat steckfertige Anschlüsse für Zulauf, Überlauf und Leerrohr.

Zisterne: Siphon

Im Innern der Zisterne statten Sie den Überlauf mit einem Siphonstück aus.

Zisterne: Zisternenabdeckung auflegen Zisterne: Filter einsetzen

Um Schmutz aus dem Regenwasser zu filtern, setzen Sie noch auf das Zulaufrohr im Speicher den Filter.

Verfüllen Sie anschließend die Baugrube und den Graben mit dem zuvor ausgehobenen Erdreich und legen zum Schluss den Deckel der Schachtabdeckung auf.

Zisterne: Pumpeneinbau

Installieren Sie nun eine Pumpe, um das Regenwasser aus der Zisterne im Garten zu entnehmen: Schließen Sie die Druckleitung an die Pumpe an – spülen Sie den Schlauch gegebenenfalls vorher durch, damit kein Schmutz in die Zapfsäule/Dichtung gelangt. Platzieren Sie die Pumpe auf dem Boden der Zisterne. Die Druckleitung und die daran mit Kabelbindern befestigte elektrische Leitung hängen Sie mithilfe einer Kette und Halteösen oben auf – die Pumpe darf nicht mit ihrem Gewicht an der E-Leitung hängen!

Beachten Sie: Im gezeigten Beispiel handelt es sich um eine Tauchmotorpumpe mit integrierter Schaltautomatik inklusive einer Edelstahlsäule für die Wasserentnahme im Garten.

Zisterne: Druck- und E-Leitung der Pumpe

Für die Zapfstelle im Garten, führen Sie zunächst die Druck- und E-Leitung der Pumpe in einem Leerrohr zu der Stelle, an der Sie später das aufgefangene Regenwasser entnehmen wollen. Die elektrische Leitung führen Sie im Leerrohrabzweig Richtung Haus (ggf. Wanddurchführung einplanen).

Beachten Sie: Wollen Sie Regenwasser auch im Haus nutzen: Verbinden Sie den Regenwasserspeicher und das Gebäude mit einem Leerrohr und ziehen hier ebenfalls Pumpleitungen und Kabel durch.

Zisterne: Leerrohr abschneiden Zisterne: Schalung aus Beton

Fertigen Sie nun die Schalung für die Zapfstelle: Platzieren Sie dabei in deren Mitte das Leerrohr inklusive Druckleitung und gießen dann die Schalung mit Beton aus. Nachdem der Beton ausgehärtet ist (Herstellerangaben beachten), markieren Sie die Bohrpunkte der Zapfsäule, bohren die Löcher vor (Achtung, nicht in die Druckleitung bohren) und schneiden das Leerrohr bündig zur Oberfläche ab.

Zisterne: Schelle festziehen

Montieren Sie die Zapfsäule: Bevor Sie das Innengewinde aufschrauben, wickeln Sie etwas Hanf zum Abdichten um das Anschlussstück und schrauben dann das Reduzierstück ein. Stülpen Sie nun die Schelle über die Druckleitung, stecken diese auf und ziehen die Schelle fest.

Zisterne: Zapfstelle zur Wasserentnahme aufstellen und ausrichten

Schlagen Sie Dübel in die Bohrlöcher und stellen die Zapfsäule auf (die im Leerrohr geführte Druckleitung rutscht dabei nach unten durch). Befestigen Sie die Zapfsäule mit Sechskantschrauben und Unterlegscheiben und richten Sie die Zapfsäule aus (ggf. stellenweise weitere Unterlegscheiben einsetzen). Schrauben abschließend festziehen.

Wie baut man einen Regenwassertank aus Beton ein?

5. Kunststoff-Erdtank für die Regenwassernutzung

Ratgeber Zisterne einbauen: Regenwassertank-Komplettset zur Deckung des Verbrauchs im Garten sowie im Einfamilienhaus; Bildquelle: BAUHAUS Prospekt Wasser im Garten, 2017

Für den Erdeinbau gibt es auch moderne Zisternen aus Kunststoff in verschiedenen Volumengrößen und mit verschiedenen Zubehörpaketen. Das leichte Gewicht der Kunststoff-Behälter ermöglicht eine problemlose Einbringung der Zisterne ins Erdreich sowohl beim Neubau als auch bei der Neu- oder Umgestaltung Ihres Gartens.

Sowohl Rundspeicher als auch Flachspeicher werden aus Polyethylen oder HDPE im Extrusions-Blasformverfahren gefertigt. Beide Kunststoffe sind lebensmittelecht und vollständig recycelbar, die Tanks sind dickwandig, dauerhaft dicht und druckstabil. Im Vergleich zu Betontanks sind sie leichter und daher ist für Speicher bis 5.000 Liter in der Regel kein Einbaukran erforderlich.

Wie baut man einen Regenwassertank aus Kunststoff ein?

Staatliche Förderung von Regenwassernutzungsanlagen

Viele Gemeinden fördern Regenwassernutzungsanlagen mit Zuschüssen. Gleiches gilt für die kontrollierte Versickerung von Regenwasser – durch die Befreiung von der Versiegelungsgebühr. Sie sparen pro Quadratmeter im Jahr bis zu zwei Euro. Detaillierte Informationen erteilt Ihnen Ihre untere Wasserbehörde bei der Gemeinde-, Stadt- oder Kreisverwaltung.

Regenwasserzisterne

Rikutec Regenwasserzisterne

Mit der Rikutec Regenwasserzisterne entscheiden Sie sich für einen hochwertigen Kunststoff-Erdtank zur Regenwassernutzung. Nutzen Sie künftig Niederschlagswasser zur Gartenbewässerung, für die WC-Spülung oder das Wäsche waschen und senken Sie damit Ihren Trinkwasserverbrauch um bis zu 50%. Die Zisterne aus hochmolekularem Niederdruck-Polyethylen für den Erdeinbau ist in 6 Volumengrößen von 2.000 - 10.000 Litern erhältlich und wird mit verschiedenen Zubehörpaketen, bis hin zur kompletten haustechnischen Anlage angeboten. 

Werkzeug und Material

Betontank zur Regenwassernutzung:
 

 

Kunststoff-Erdtank zur Regenwassernutzung:

Die Anleitung für den Einbau einer Zisterne aus Kunststoff erläutert lediglich prinzipielle Arbeitsschritte. Beachten Sie in jedem Fall die Herstellerangaben zum Aufbau, für Werkzeug und Material.

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