Möchten Sie Holzbauteile auf traditionell handwerkliche Art miteinander verbinden, benötigen Sie außer den Werkstücken selbst kein weiteres Material. Keine Nägel, keine Schrauben, keine Dübel, keine Beschläge – ja manchmal noch nicht einmal Leim! Um solche zimmermannsmäßigen Verbindungen wie Schwalbenschwanzzinken oder Schlitz und Zapfen herzustellen, müssen Sie allerdings sehr präzise arbeiten, damit die Teile perfekt ineinander passen. Wer diese doch recht aufwändigen Arbeiten umgehen möchte, greift zu Dübeln (Rund- oder Flachdübel) oder speziellen Möbelverbindern und Beschlägen, um Holzteile zu verbinden. Auch moderne Verbindungstechniken wie Kreg-Verbindungen oder spezielle Dübelarten können hier eine schnelle Alternative darstellen.
Werkzeug und Material
- Bleistift (nicht zu weich) oder Reißnagel, Anschlagwinkel, Streichmaß, Zinkenschablone oder verstellbare Zinkenschmiege, Zollstock/Maßband
- Bohrmaschine inkl. Holzbohrer und Tiefenanschlag, Dübelbohrlehre, Dübelspitzen, Flachdübel, Flachdübelfräse (alternativ Bohrmaschine mit Flachfräsbohrer), Runddübel
- Kapp- und Gehrungssäge (alternativ Handkreissäge mit Führungsschiene), Feinsäge
- Oberfräse (alternativ Nuthobel), Simshobel, Stechbeitel in verschiedenen Breiten, Schreinerklüpfel
- Schleifpapier, Schleifklotz
- Schraubzwinge, Schraubstock, Rahmenspanngurt, Zulagen aus Restholz
- Holzleim, Metallwinkel, Verbindungsbeschläge (z. B. Einschraubmuffe, Kloben-, Einteil-, Eck-, Trapez-, Exzenter- oder Arbeitsplattenverbinder)
1. Klassische Holzverbindungen
Alle klassischen Holzverbindungen im Möbelbau beruhen auf dem Prinzip, dass das Werkmaterial selbst die Verbindung darstellt: Durch die Bearbeitung der Holzteile zu Zinken, Zapfen, Schlitzen und Co. vergrößert sich die Kontaktoberfläche im Bereich der Leimfuge. Dieses Mehr an Oberfläche bedeutet besseren Halt und eine dauerhafte Verbindung. Das fertige Stück müssen Sie allenfalls unter Zugabe von Holzleim zusammensetzen.
Beim Herstellen solcher Verbindungen ist Präzision sehr wichtig. Achten Sie immer darauf, dass die halbe Strichbreite der Markierung jeweils auf dem verbleibenden Verbindungsteil stehen bleibt. Also: Auf der Seite des abfallenden Holzes sägen und dabei auch die Schnittbreite der Säge beachten!
Für ambitionierte Heimwerker, die häufig Zinkenverbindungen herstellen, ist die Anschaffung einer Zinkenfräs-Schablone für die Oberfräse sinnvoll. Diese führen Sie einfach mit der Kopierhülse entlang der Schablone – dabei werden die Zinken ins Holzteil gefräst.
Das Zinkenstück dient stets als Schablone für die Schwalbenschwänze. Bei speziellen Anwendungen wie dem Eckblatt oder dem Hakenblatt lassen sich zudem besonders belastbare Eck- oder Balkenverbindungen herstellen, die häufig im traditionellen Holzbau vorkommen.
Verbindungen mit Holzdübeln
Wer diese doch recht aufwendige Ausarbeitung der Holzteile scheut, greift auf die einfacher zu verarbeitenden Rund- oder Flachdübel zurück: Zum Herstellen einer Verbindung braucht es lediglich Löcher oder Schlitze, in die diese losen Verbindungselemente aus Holz oder Kunststoff geleimt werden. Je nach Konstruktion kann die Wahl des passenden Dübeltyps entscheidend für die Stabilität sein – etwa bei Quer- oder Längsverbindungen. Für Holzverbindungen mithilfe von Runddübeln bohren Sie zunächst entsprechende Löcher ins Stirnholz, setzen dort Dübelspitzen ein und übertragen die Bohrpositionen auf das Gegenstück (exakt ausgerichtet auf das Gegenstück drücken).


























