Wer Brennholz selbst im Wald schneiden möchte, muss über Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit der Motorsäge verfügen. Denn das Unfallrisiko bei Ungeübten und Anfängern ist sehr hoch. Daher verlangen die Landesforsten sowie immer mehr kommunale Forstbetriebe und private Waldbesitzer von den sogenannten Selbstwerbern den Nachweis einer entsprechenden Qualifikation – einen Motorsägenschein (auch Kettensägenschein).
Hinweis: Mindestalter 18 Jahre
Teilnehmende BAUHAUS Fachcentren bieten Ihnen in Zusammenarbeit mit regionalen Anbietern die Möglichkeit, einen zertifizierten Qualifikationsnachweis in Form eines eintägigen Motorsägenkurses zu erlangen. Der Kurs richtet sich an alle Privatpersonen, die Grundlagenkenntnisse für Motorsägenarbeit benötigen.
Achtung: Sie haben Pflichten!
Ohne Motorsägenschein oder entsprechende Kurse unter Aufsicht der Berufsgenossenschaften dürfen Sie im öffentlichen Raum nicht mit einer Motorsäge arbeiten. Das gilt auch für jeden, der sich einen Selbstwerberschein beim Förster holen will. Die Ausbildung dauert nur ein paar Stunden und ist gut angelegtes Geld. In den meisten Fachcentren können Sie Adressen und Termine erfragen.
Auch die Schutzkleidung ist vorgeschrieben: Schnittschutzhose, Helm, Augen- und Ohrenschutz, Handschuhe und festes Schuhwerk sind Pflicht.
Wer im Wald sein eigenes Brennholz machen möchte, muss in aller Regel zunächst Fachkenntnisse im Umgang mit der Motorsäge nachweisen können. Der dafür nötige Kurs für zukünftige Motorsägen-Profis erfordert unter anderem:
- einen gut sichtbaren Helm mit Visier und Gehörschutz
- eine Schnittschutzhose. Es gibt Beinlinge, Bundhosen und Latzhosen in unterschiedlichen Schutzklassen. Übrigens: Die Hose darf von Ihnen nicht genäht oder geflickt werden! Auch sollte sie nicht regelmäßig gewaschen werden. Beides könnte die Schutzwirkung reduzieren
- gut passende, griffsichere Handschuhe
- Sicherheitsschuhe. Wasserdicht, mit hohem Schaft und Kettensägen-Schnittschutz
- eine gut sichtbare Jacke, nicht zu dick, die Sie vor Auskühlung, Dreck und Sägespänen schützt
Bei Kraftstoff und Zubehör nicht sparen!
Sie sind gut beraten, wenn Sie Ihre Kettensäge mit fertig angemischtem Kraftstoff und minimalem Ölzusatz betreiben. Das schont die Säge. Und Sie stehen nicht im Ölnebel, wenn Sie es beim Anmischen zu gut gemeint haben. Denken Sie an die Umwelt: Das Kettenöl sollte in jedem Fall biologisch abbaubar sein. Oft sind in den Forsten auch Erste-Hilfe-Pakete und eine Trillerpfeife vorgeschrieben. Diese Ausrüstung ist ein Muss – im Notfall kann sie Ihr Leben retten! Und wenn Sie nicht bei der ersten Havarie gleich nach Hause fahren wollen, sind eine zweite Kette und eine Reserveschiene sinnvoll. Viele Profis fahren generell mit zwei Sägen in den Wald, um bei unvorhergesehenen Schäden oder Zwischenfällen weiterarbeiten zu können.
Zusammen im Wald, allein am Baum
Selbst Forstwirte arbeiten nie allein im Wald. Und das hat seinen guten Grund: Es muss immer jemand vor Ort sein, um Hilfe leisten oder den Kettensägenführer unterstützen zu können. Am Baum aber hat der Helfer nichts zu suchen. Der Sicherheitsradius rund um einen zu fällenden Baum beträgt zwei Baumhöhen. Das ist nicht verhandelbar und gilt auch beim Entasten. Denken Sie immer dran: Der Kettensägenführer hört nichts und hat ein eingeschränktes Sichtfeld.
Diese Fragen sollten Sie Sich vorher stellen
Ein gefällter Baum fällt dorthin, wo ihn die Schwerkraft hinzieht oder der Wind hindrückt. Sie müssen Sich den Baum also vor dem ersten Schnitt ganz genau anschauen:
- Hat er Totholz?
- Steht er geneigt zu einer Seite?
- Steht er am Hang?
- Wie sieht die Krone aus?
- Hat er einzelne überhängende Äste?
Erst wenn Sie Sich hier Klarheit verschafft und die Windverhältnisse beachtet haben, können Sie den ersten Schnitt entsprechend setzen.
Zertifizierter Qualifikationsnachweis – fundiert und praxisgerecht
Um den richtigen Umgang mit der Motorsäge zu lernen, gibt es Motorsägenkurse. Allerdings existieren keine bundes- oder landeseinheitlichen Standards. Das KWF-Gütesiegel schafft hier Abhilfe: Die vom Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e. V. (KWF) zertifizierten Kurse stellen sicher, dass die Teilnehmer eine fachlich fundierte Weiterbildung erhalten und der Motorsägenkurs mit der entsprechenden Bescheinigung anerkannt wird. Einige Bundesländer empfehlen inzwischen explizit Motorsägenkurse mit KWF-Zertifikat. Im Zweifel informieren Sie sich vorab bei Ihrem zuständigen Forstrevier beziehungsweise dem privaten Forstbetrieb über die Anforderungen an die Inhalte des Motorsägenlehrgangs.
Teilnehmende BAUHAUS Fachcentren bieten in Kooperation mit regionalen Partnern ausschließlich Motorsägenkurse nach KWF-Standards (KWF-geprüft) an. Die Partner sind darüber hinaus nach DGUV-Information 214-059 zertifiziert (Ausbildung für Arbeiten mit der Motorsäge und die Durchführung von Baumarbeiten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung).
In den Informationsschriften „Ausbildung für Arbeiten mit der Motorsäge und die Durchführung von Baumarbeiten“ sowie „Sichere Waldarbeiten“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung finden Sie detaillierte Orientierungshilfen rund um die Arbeiten im Wald, die passende Schutzkleidung, Werkzeuge, Fälltechniken und vieles mehr:
- Informationsschrift Ausbildung für Arbeiten mit der Motorsäge und die Durchführung von Baumarbeiten
- Informationsschrift Sichere Waldarbeiten
Die Bayerischen Staatsforsten haben in einem Flyer einige Tipps für Selbstversorger zusammengestellt:





