Wände und Decken streichen

Ratgeber Wände und Decken streichen: Frisch gestrichenes Wohnzimmer in strahlendem Blau

Wände mit einem neuen Anstrich aufzufrischen ist für Hobbyhandwerker meist kein Problem. Wer im Umgang mit Farbe, Pinsel und Roller noch ungeübt ist, tut gut daran, sich vorab ein paar Infos und Tipps einzuholen. Wichtig ist zum Beispiel sich darüber klar zu werden, auf welchem Untergrund die Farbe aufgetragen werden soll. Daran orientieren sich nämlich nötige Vorarbeiten und die Art des Anstrichs, sprich, ob übliche Dispersionsfarbe oder eine Alternative zum Einsatz kommen kann. Auch die Größe und Beschaffenheit der Flächen sollte bedacht werden: Glatte Wände brauchen weniger Farbe als strukturierte Flächen, wenige Ecken und Kanten geben dem Streichen mit der Rolle den Vorzug.

Außerdem sollten Sie sich über Qualitätsunterschiede kundig machen, die Preis, aber auch Reichweite und Wirkung von Innenfarben bestimmen. Denn Farbe kann sogar ungünstig geschnittene Räume optisch verändern: Lange Schlauchflure wirken beispielsweise kürzer, wenn Sie die Stirnwand in einem dunklen Ton streichen. Helle Pastellfarben hingegen zaubern aus kleinen Räumen weite Zimmer.

Mit dem BAUHAUS Objektplaner, dem innovativen Gestaltungsprogramm, können Sie die Wirkung von Farben prüfen und so ganz unverbindlich verschiedene Möglichkeiten durchspielen. Anhand von verschiedenen Musterräumen finden Sie den schnellen Einstieg und erhalten bereits mit wenigen Mausklicks beeindruckende Ergebnisse. Als besonderen Service bieten wir Ihnen die Möglichkeit, Ihren eigenen Raum zu fotografieren, in den Objektplaner zu laden und so zu bearbeiten, dass Sie verschiedene Farben direkt am Bildschirm ändern und vergleichen können.

1. Welche Farbe für welchen Untergrund?

Je nachdem in welchem Zustand Ihre Wände sind, gestaltet sich der Neuanstrich leichter oder schwerer. Eine Sichtprüfung ergibt schnell, ob Putz, alte Farbe oder Tapete existiert: Bei Putzuntergründen müssen Sie unterscheiden, aus welchem Material er sich zusammensetzt. Reiner Zementputz lässt sich mit Dispersionsfarbe streichen. Kommt ein Kalkanteil dazu, wie oft bei Sanierungen, sind Kalk- oder Silikatfarben in Betracht zu ziehen.

Auch manche Altanstriche verhalten sich regelrecht „abweisend“ gegenüber neuen Farbschichten. Vor allem Kalk- sowie Leimfarben sind außer mit ihren neuen Pendants kaum überstreichbar. Wollen Sie diese Farben ersetzen, bürsten Sie alte Kalkfarbe kräftig ab und grundieren dann den Untergrund. Alte Leimfarbe waschen Sie hingegen mit Schwamm oder Quast ab beziehungsweise weichen diese ein und spachteln sie anschließend ab.

Festsitzende Tapetenbeläge ohne Schäden lassen sich prima mit Dispersionsfarben streichen. Ausnahmen sind Fototapeten, wegen ihrer extrem glatten Oberfläche; hier heißt es entweder kräftig aufrauen oder mithilfe von Wasserdampf abziehen. Gleiches gilt für stark strukturierte Tapeten, deren Profil sich nur schwer überdecken lässt.

Beachten Sie: Alte Kalkfarben erkennt man beim Darüberstreichen mit feuchten Fingern am leichten Abfärben in Verbindung mit dem Aufsaugen der Flüssigkeit. Leimfarben dagegen erzeugen bei dieser Probe eine Art „schleimige“ Schicht, da die Leimbindung durch das Wasser gelöst wird. Sind Sie unsicher, geben Sie ein paar Tropfen Salzsäure (aus der Apotheke) auf die Farbe – entsteht Schaum, ist sie kalkgebunden.

Ratgeber Wände und Decken streichen: Farbe aufrühren

Als Wandfarben eignen sich generell Dispersionsfarben: Sie werden in unterschiedlichen Qualitäten und Glanzgraden angeboten. Außerdem sind sie alterungsbeständig, wenig rissanfällig, wasserdampfdurchlässig und unbegrenzt einfärbbar – auch sehr kräftige Farbtöne sind möglich. Eine Alternative für mineralische Untergründe ist Silikatfarbe, die sich durch Verkieselung fest mit diesen verbindet. Latexfarbe – als Sonderform der Dispersionsfarbe – ist in matter Ausführung meist auch mit anderen Sorten abdeckbar, bei glatten Latexoberflächen muss vorher angeschliffen werden. Dafür ist diese Anstrichart besonders abrieb- und wasserfest. Ein Spezialfall sind Kaseinfarben, sie bewähren sich auf Lehmputzen und sind heute meist mit Sojaeiweiß gebunden. Als wasserlösliche Naturfarben sind sie wie Kalk- und Lehmfarben ideal für ökologisches Bauen.

Damit Sie sich mehrmaliges streichen sparen und die Farbe nicht schon abfärbt, wenn Sie sich nur anlehnen, achten Sie auf die Euro-Norm (EN 13 300). Diese gibt unter anderem eine verbindliche Aussage über die Farbqualität: Je besser die Deckkraft der Farbe (Klasse 1 bis 4) und ihre Beständigkeit gegen Nassabrieb (Klasse 1 bis 5) desto kleiner die Zahl – wie bei Schulnoten (s. auch Tipp).

2. Untergrund vorbereiten

Ratgeber Wände und Decken streichen: Alte Tapete abziehen Ratgeber Wände und Decken streichen: Alte Tapete mit Stachelwalze perforieren

Nur ein glatter und trockener Untergrund ist streichfähig! Entfernen Sie also zunächst gegebenenfalls alte Farbschichten und lose Tapeten und bessern schadhafte Stellen mit Spachtelmasse aus: Tapeten am besten mit einer Stachelwalze perforieren, mit Tapetenlöser oder Spülmittel einweichen und abziehen. Alte Farbschichten je nach Art abwaschen, abbürsten beziehungsweise abspachteln.

Ratgeber Wände und Decken streichen: Steckdosenabdeckung abschrauben

Zur Vermeidung von Farbrändern an Lichtschaltern und Steckdosen, schrauben Sie die Abdeckungen bei ausgeschalteter Sicherung ab. So können Sie später bis zu den Rändern der Löcher streichen.

Ratgeber Wände und Decken streichen: Wand verspachteln

Glätten Sie anschließend den gereinigten Untergrund: Alte Klebereste oder sonstige Erhöhungen entfernen Sie mit der Schleifmaschine, Risse und Löcher im Putz füllen Sie mit geeigneter Spachtelmasse und lassen diese anschließend gut trocknen.

Wie Sie Risse und Löcher richtig verspachteln, erfahren Sie in folgenden BAUHAUS Ratgebern:

Ratgeber Wände und Decken streichen: Wand grundieren

 

Anschließend tragen Sie bei Bedarf eine Grundierung auf, die das Saugverhalten des Untergrunds reguliert und für bessere Haftung und langsames Trocknen der neuen Schicht sorgt.

 

3. Richtig streichen

Ratgeber Wände und Decken streichen: Türrahmen abkleben

Kleben Sie zunächst mit Kreppband und gegebenenfalls Folie alles ab, was keine Farbe abbekommen soll (Fensterrahmen, Türen, Fußboden, etc.).

Beachten Sie: An Rändern Kreppband anbringen und mit weißer Farbe von der Gegenseite zutupfen, sodass keine Farbe darunterlaufen kann.

Ratgeber Wände und Decken streichen: Ecken mit Eckenroller streichen

Nachdem Sie die Farbe zur Verteilung der Pigmente gut durchmischt haben, starten Sie mit dem Anstreichen: Für Ecken und sehr schmale Ränder verwenden Sie einen Pinsel in entsprechender Größe.

Die gut zugetupften Kreppkanten überstreichen Sie direkt mit einem Rundpinsel und verteilen anschließend die Farbe mit einem kleinen Roller. So gelingt der Übergang zur Fläche ohne Streifen.

Schmale Wandabschnitte (z. B. über dem Fenster) streichen Sie gleichmäßiger, wenn Sie anstatt eines großen Pinsels kleine Rollen verwenden. Auch für Ecken ist ein Pinsel dienlich – oder ein speziell geformter Eckenroller.

Beachten Sie: Das Malerkrepp abziehen, wenn es noch feucht ist.

Ratgeber Wände und Decken streichen: Wandfläche mit Farbroller streichen

Große Wandflächen streichen Sie mit einem Farbroller überlappend nass-in-nass, von einer Seite zur anderen im Ganzen durch (am besten am Fenster beginnen, für eine gleichmäßige Optik bei Tageslicht), um Ansätze zu vermeiden: Zwei, drei Bahnen von oben nach unten rollen, einmal zu jeder Seite quer darüber und dann noch einmal von oben nach unten.

Immer genug, aber nicht zu viel Farbe verwenden. Dann deckt sie gut, trocknet aber nicht zu schnell: Streichen Sie bei der Arbeit den Farbroller an einem Abstreifgitter ab.

Die Decke wegen möglicher Spritzer vor den Wänden streichen. Für die Decke benutzen Sie eine Teleskopstange: Das ermöglicht ein gleichmäßigeres und entspannteres Arbeiten als mit einer Leiter.

Farben und ihre Wirkung im Raum

Je nach Einsatz geben Farben Ihren Zimmern ein völlig anderes „Gesicht“: Ein ungünstiger Schnitt kann gemildert werden, die Proportionen verändern sich – scheinbar ...

Farbqualität erkennen

  • Deckkraft: Klasse 1 sehr gut bis 4 gering; je besser der Wert, umso eher genügt ein Anstrich; besonders wichtig bei dunklem Untergrund oder fleckigen Wänden
  • Nassabrieb: Klasse 1 hoch bis 5 niedrig; je besser, umso strapazier- und reinigungsfähiger ist die Farbe; Klasse 2 (scheuerbeständig) genügt für normalen Gebrauch
  • Glanzgrad: reicht von stumpfmatt über matt, seidenmatt, seidenglänzend, glänzend bis hochglänzend; am beliebtesten: seidenmatt
  • Weißegrad: definiert durch die Reinheit und Strahlkraft der Pigmente; bei weniger bzw. schlechterer entsteht ein gräulicher Eindruck
  • Verteilbarkeit: hat direkten Einfluss auf die Reichweite, je nachdem, wie gut die Farbe „flutscht“, also wie zäh oder dünnflüssig sie ist
  • Offenzeit: so lange lässt sich die Farbe nass-in-nass verarbeiten; je länger, umso gleichmäßiger werden die Übergänge
  • Euronorm: In der DIN EN 13300 ist die qualitative Einteilung von Wand- und Deckenfarben übergreifend geregelt (Stand 01/2019)

So viel Farbe benötigen Sie:

  • 2 x Raumbreite plus 2 x Raumlänge

Multiplizieren Sie diesen Wert mit der Raumhöhe. Messen Sie nun die Fenster- und Türflächen aus und ziehen Sie diesen Wert wieder ab. Ermitteln Sie jetzt Länge und Breite der Zimmerdecke, zählen Sie den Wert dazu - so wissen Sie, für wie viele Quadratmeter Fläche Sie Farbe kaufen müssen.
 

Roller, Pinsel oder beides?

Ratgeber Wände und Decken streichen: Farbe aufrühren

Am besten streichen Sie mit einer Kombi beider Werkzeuge – vor allem, wenn große Flächen und viele Kanten im Spiel sind. Ideal für Wände und Decken sind Farbroller mit künstlichem Lammfell in mittlerer Florlänge (10 – 12 mm). Für Ränder und Ecken kommt bei wasserlöslichen Anstrichmitteln am besten ein Rundpinsel mit synthetischen Borsten zum Einsatz. Naturborsten, auch Chinaborsten genannt, quellen leichter auf und sind daher für lösemittelhaltige Farben besser geeignet. Kleinere Flächen können auch mit Flachpinseln oder Flächenstreichern bearbeitet werden, aber kleine Roller sorgen für ein gleichmäßigeres Farbbild.

Sparen Sie nicht am Material – das rächt sich meist in Form von Stress und längerer Arbeitsdauer: Hochwertige Pinsel erkennen Sie an der hohen Top-Zahl, die angibt, wie viel Prozent der Borsten genau gleich lang sind. Auch ein Kunststoffvorband ist ein Merkmal für gute Qualität. Neue Pinsel sollten vor der Nutzung immer ausgewaschen werden, kurzes Ziehen über Schleifpapier entfernt lose Borsten vorab. Nach dem Anstrich Pinsel auswaschen und trocken und luftig aufstellen – nie auf die Borsten, sonst verformen sie sich! Wer nach kurzer Zeit weiterstreichen will, kann sie auch in Frischhaltefolie wickeln.

Inspiration und individueller Farbton

Sie suchen nach Ideen für die Wandgestaltung? Der BAUHAUS Objektplaner ist die ideale Einrichtungshilfe. Er liefert mit wenigen Mausklicks überzeugende Wohnbeispiele. Wenn Sie ein noch authentischeres Bild möchten: Einfach ein Foto von Ihrem eigenen Zimmer hochladen, bearbeiten und schon sehen Sie Ihr neu gestaltetes Zuhause vor sich.

Welche Farbe soll es sein? Damit es garantiert der richtige Farbton wird, mischt BAUHAUS Ihre Wunschfarbe. Auf den Ton genau - sofort zum Mitnehmen. Ob Lack, Wand-, Latex- und Holzschutzfarben oder Silikon- und Silikat-Fassadenfarbe und auch flüssige Raufaser: Alles ist möglich im BAUHAUS Farbmischcenter.

Anstreichen

Video Anstreichen

Bevor das Anstreichen beginnen kann, erfolgt zunächst eine sorgfältige Vorbereitung. Erfahren Sie, wie Sie den Bedarf an Wandfarbe richtig ermitteln und wie Sie nicht zu streichende Flächen gut abdecken können, um sich das spätere Anstreichen zu erleichtern. In unserem Video zeigen wir Ihnen dann, wie Sie beim Streichen professionell vorgehen, in welche Richtungen Sie streichen und wie Sie auch Nischen und Ecken sorgfältig bearbeiten können. Vermeiden Sie mit unserer Anleitung Ungleichmäßigkeiten und genießen Sie ein perfektes Ergebnis -- von der Wand bis hin zur Decke. Kreative Tipps zur individuellen Wandgestaltung runden unser Video-Tutorial ab.

In Ihrem BAUHAUS Fachcentrum erhalten Sie zahlreiche Farben und Arbeitsmaterialien für das Anstreichen - und können sich auch Ihre Wunschfarbe individuell mischen lassen.

Wand- und Deckenfarben im BAUHAUS Sortiment

  • Schöner Wohnen Wandfarbe Naturell (Sandbeige, 2,5 l, Matt)

    Schöner Wohnen Wandfarbe

    29 , 95
  • Schöner Wohnen Wandfarbe Trendfarbe Limited Collection  (Spa, 2,5 l, Matt)

    Schöner Wohnen Wandfarbe

    24 , 95
  • swingcolor Latexfarbe (Schneeweiß, 10 l, Matt)

    swingcolor Latexfarbe

    34 , 95
  • Schöner Wohnen Wandfarbe Architects' Finest (No. 7529 - Belém, 2 l, Matt)

    Schöner Wohnen Wandfarbe

    37 , 95
  • Schöner Wohnen Wandfarbe Wohlfühlweiß (Weiß, 10 l, Matt)

    Schöner Wohnen Wandfarbe

    39 , 95
  • swingcolor effects Effektzusatz (Silber, 40 g)

    swingcolor effects Effektzusatz

    7 , 95
  • Schöner Wohnen Wandfarbe Designfarbe (Besinnliches Waldgrün, 2,5 l, Feinmatt)

    Schöner Wohnen Wandfarbe

    34 , 95
  • Schöner Wohnen Trendstruktur Wandfarbe Grundfarbe (Sichtbeton-Optik, 2,5 l, Grau, Matt)

    Schöner Wohnen Trendstruktur Wandfarbe

    21 , 95
  • Schöner Wohnen Wandfarbe Designfarbe (Erhabenes Agavengrün, 2,5 l, Feinmatt)

    Schöner Wohnen Wandfarbe

    34 , 95
  • swingcolor Wandfarbe Arktisweiß (Schneeweiß, 13,3 l, Matt, Konservierungsmittelfrei)

    swingcolor Wandfarbe

    29 , 95
  • Schöner Wohnen Wandfarbe Designfarbe (Zeitloses Vulkangrau, 2,5 l, Feinmatt)

    Schöner Wohnen Wandfarbe

    34 , 95
  • Alpina Alpinaweiß Wandfarbe Das Original (11 l, Matt)

    Alpina Alpinaweiß Wandfarbe

    46 , 95
  • Alpina Wandfarbe Innenraumweiß (Weiß, 10 l, Matt)

    Alpina Wandfarbe

    19 , 95
  • Wandfarbe (Matt, 10 l, Weiß)

    Wandfarbe

    9 , 95
  • swingcolor effects Strukturfarbe (Raufaser-Effekt, Weiß, 10 l, Matt)

    swingcolor effects Strukturfarbe

    31 , 95
  • swingcolor Silikat-Wandfarbe (Weiß, Matt, 10 l)

    swingcolor Silikat-Wandfarbe

    39 , 95
  • swingcolor Wandfarbe Arktisweiß (Schneeweiß, 10 l, Matt, Konservierungsmittelfrei)

    swingcolor Wandfarbe

    29 , 95
  • Schöner Wohnen Wandfarbe Polarweiß (Weiß, 1 l, Matt)

    Schöner Wohnen Wandfarbe

    9 , 45
Das könnte Sie auch interessieren
Bauhaus Farbmischcenter

BAUHAUS Farbmischcenter

Genau Ihre Wunschfarbe!

Im Farbmischcenter mixen BAUHAUS Mitarbeiter jeden Wunschfarbton. Ganz individuell.

Bauhaus Objektplaner

BAUHAUS Objektplaner

Einfacher Wohnräume einrichten

Gestalten Sie Räume virtuell und testen Sie Farben, Materialien und Oberflächen an Boden und Wand.