Blitz und Hagel

Blitz und Hagel – Gefahren und richtiges Verhalten

Blitz und Hagel: Hagelschäden im Garten

Vor allem in den heißen Sommermonaten entstehen immer wieder Hitzegewitter mit Blitz und Hagel, die ein hohes Gefahrenpotenzial bergen: Umstürzende Bäume, herumfliegende Äste und tischtennisballgroße Hagelkörner verwüsten Gärten, schädigen Dächer, Fassaden, Glasscheiben oder zerbeulen das Autoblech. Dort wo der Blitz einschlägt, drohen darüber hinaus Brandgefahr oder Überspannungsschäden für Elektrogeräte. Nicht selten berichten die Medien von regionalen Stromausfällen, Verkehrschaos, Wald- und Flurbränden sowie Ernteausfällen. Und immer wieder geraten Menschen in Lebensgefahr.

Abwenden lassen sich diese Naturgewalten nicht. Umso wichtiger ist besonders umsichtiges Verhalten bei Gewittern mit Blitz und Hagel sowie ein Blitzschutzsystem für Gebäude, bestehend aus äußerem- und innerem Blitzschutz. Was Sie außerdem bei Unwettern mit Blitz und Hagel beachten und wie Sie mit möglichen Folgeschäden umgehen sollten, hat BAUHAUS hier für Sie zusammengestellt. 

Von Blitz und Hagel überrascht: Schutz suchen

Sommerlicher Hitzeschutz: Hitzegewitter

Wer bei einem plötzlich aufkommenden Gewitter draußen überrascht wird, ist gut beraten, wenn er die Gefahren und wichtigsten Verhaltensregeln kennt. Denn bei einem Blitzeinschlag entladen sich mehrere Tausend Volt und es besteht Lebensgefahr!

  • Wenn es blitzt und donnert, halten Sie sich von Bäumen fern. Bäume, besonders wenn sie aus der Umgebung herausragen, ziehen Blitze an. Und ein vom Blitz getroffener Baum kann aufgrund der Feuchtigkeit im Holz regelrecht explodieren, sodass durch herumfliegende Splitter oder herabfallende Äste eine zusätzliche Gefahr besteht.
  • Suchen Sie den tiefsten Punkt auf, wenn Sie im offenen Gelände in ein Unwetter kommen. Gehen Sie dort mit zusammengezogenen Füßen in die Hocke und halten Sie zu anderen Personen Abstand. Lassen Sie den Regenschirm zu. Dieser könnte in der Umgebung herausragen und so für den Blitz ein Ziel sein.
  • Verlassen Sie sofort das Wasser, wenn Sie beim Baden von einem Gewitter überrascht werden. Baden ist während eines Gewitters lebensgefährlich.
  • Wenn Sie können, setzen Sie sich in ein Auto. Geschlossene Kraftfahrzeuge sind wie ein Faradayscher Käfig und bieten den besten Schutz vor dem Blitz. Stellen Sie das Fahrzeug aber nicht direkt neben einen Baum, denn hier besteht wiederum die Gefahr herabfallender Äste oder umstürzender Bäume.
  • Bei kräftigen Hagelschauern suchen Sie sichere Gebäude oder Fahrzeuge auf. Hagelkörner ab einem Zentimeter Durchmesser sind nicht nur unangenehm, sie können Prellungen, Platzwunden oder sogar Knochenbrüche verursachen.
  • Halten Sie Abstand von Glas. Die Scheiben können durch den Hagelschlag zerschlagen und herumfliegende Splitter Schnittwunden verursachen.

Verhalten bei Gewitter im Haus

Blitz und Hagel: Steckdosenleiste

Während es draußen anfängt zu donnern und zu grollen, wollten Sie gerade duschen oder baden oder abwaschen? Zwar sind in modernen Gebäuden alle metallenen Einrichtungen, wie auch das Leitungsnetz, miteinander verbunden und an den Haupt-Erdanschluss angeschlossen. Dadurch ist die Benutzung von Dusche oder Badewanne während eines Gewitters ungefährlich. Aber wenn Sie sich nicht sicher sind, verschieben Sie die Dusche lieber auf die Zeit nach dem Gewitter. Denn tatsächlich kann sich die Spannung eines in der Nähe einschlagenden Blitzes über das Wasserleitungsnetz ausbreiten und bei fehlendem Blitzschutz einen Stromschlag über das Leitungswasser verursachen.

Fehlt ein Überspannungsschutz im Hausinnern, kann die Ladung eines nahe gelegenen Blitzeinschlages auch über das Stromnetz ins Haus gelangen. Gespräche über ein schnurgebundenes Telefon sollten dann unbedingt vermieden werden. Und was für das schnurgebundene Telefon gilt, gilt auch für alle anderen kabelgebundenen elektrischen Geräte: Ob Toaster, Fernseher oder PC – sie alle können ohne den entsprechenden „inneren“ Blitzschutz durch Überspannung geschädigt werden. Statt also beim ersten Donner alle Stecker zu ziehen, sorgen Sie für einen fachmännisch installierten Blitzschutz. 

Blitz- und Hagelschäden vorbeugen

Sommerlicher Hitzeschutz: Carport

Schäden durch Blitzeinschlag im und am Haus können Sie durch ein Blitzschutzsystem wirkungsvoll vorbeugen. Dieses besteht aus einem äußeren Blitzschutz, der die Energie kontrolliert in die Erde ableitet (Erdung der Blitzenergie) und einem inneren Blitzschutz, der angeschlossene elektrische Geräte im Hausinnern schützt.

Der äußere Blitzschutz besteht aus einem rund acht Millimeter dicken Stahl- oder Aluminiumdraht, der an der Fassade entlang vom Dach bis ins Erdreich führt und so die Spannung eines einschlagenden Blitzes in die Erde ableitet. Ohne diesen äußeren Blitzschutz würde die sich entladende Energie Brände oder Risse im Baumaterial des Hauses verursachen. Vorgeschrieben sind Blitzschutzanlagen erst für Gebäude ab einer Höhe von 20 Metern. Die Installation lohnt sich aber auch für niedrigere Gebäude. Zumal Versicherer die Erstattung von Blitzschäden oft davon abhängig machen, ob zum Schadenszeitpunkt eine Blitzschutzanlage installiert und in einwandfreiem Zustand war.

Der innere Blitzschutz schützt die elektrischen Geräte im Haus vor Überspannungsschäden. Denn selbst Kilometer weit entfernte Blitzeinschläge können mit ihrem starken elektromagnetischen Feld – und trotz äußerem Blitzschutz – über das Strom- und Leitungsnetz ins Haus gelangen, zu Kabelbränden führen oder Fernseher, PC und Co. schädigen. Um solchen Gefahren vorzubeugen, wird im Haus meist ein dreistufiger Blitzschutz fachgerecht installiert, zu dem Sicherungen am Hausverteiler, an den Unterverteilern und an den Steckdosen gehören.

Auch starke Hagelschauer mit großen Hagelkörnern richten an Dächern, Fenstern und Wärmedämmverbundsystemen, an Fahrzeugen und im Garten mitunter große Schäden und schwere Verwüstungen an. Entasten Sie deshalb kranke und besonders alte Bäume im Frühjahr und/oder Spätherbst oder, immer mit Genehmigung der Naturschutzbehörde der Gemeinde, fällen diese notfalls. Bringen Sie Ihr Fahrzeug außerdem rechtzeitig in Sicherheit. Sollten Sie keine Garage oder Carport haben, schützen Sie Ihren Wagen mit einfachen Wolldecken oder mit speziellen Hagelschutzfolien. Hat es bereits angefangen zu hageln, bleiben Sie aber besser im Haus. Für die Beulen im Blech kommt die Kaskoversicherung auf, für Ihre Gesundheit niemand.

Bautechnisch kann dieser Naturgewalt nur eingeschränkt vorgebeugt werden – etwa mit dem Einsatz von widerstandsfähigeren Baustoffen für Dächer, Lichtkuppeln, etc. In Deutschland existiert hierfür allerdings kein einheitlicher Standard oder eine verbindliche Prüfung. Die Schweiz und Österreich haben aber bereits ein sogenanntes „Hagelregister“, in dem die Hagelwiderstandsfähigkeit von Bauprodukten der Gebäudehülle klassifiziert sind: in die Hagelwiderstandsklassen 1 (schwach) bis 5 (sehr hoher Widerstand). Auch einige deutsche Hersteller testen freiwillig dort ihre Produkte. Mit solchen zertifizierten Baustoffen lassen sich Schäden zumindest deutlich verringern. Der beste Schutz gegen Hagelschäden am Haus aber besteht in einer guten Versicherung. 

Blitz- und Hagelschäden beseitigen

Blitz und Hagel: Hagelschäden an Rollläden

Wenn Blitz und Hagel erst einmal gewütet haben, bewahren Sie einen klaren Kopf: Dokumentieren und protokollieren Sie genau, was beschädigt und zerstört wurde. Entfernen Sie Hagel- und Wasserreste, dichten Sie geborstene Scheiben schnellstmöglich ab und räumen abgebrochene Äste, heruntergefallene Dachziegel, etc. weg. Ziehen Sie außerdem zur Begutachtung und späteren Reparatur größerer Schäden unbedingt Fachleute (Bausachverständige und Fachhandwerker) hinzu – diese können Art und Umfang des Schadens genau analysieren. Wie größere Schäden fachgerecht saniert werden, sollten Sie ebenfalls besser den Profis überlassen. Nur so beugen Sie Spätschäden sicher vor. 

Gegen Unwetter versichert

Blitz und Hagel: Zerstörte Dachpfannen

Allein in den Sommermonaten wird Deutschland von bis zu einer halben Million Blitze getroffen. Aber auch wenn immer mehr Gebäude durch Blitzableiter und Elektrogeräte zunehmend durch Überspannungsschutz gesichert sind, fordern Hitzegewitter mit Blitz und Hagel auch heute noch ihren Tribut und verwüsten Haus, Auto und Garten. Versicherungen können zwar die Schäden nicht vorbeugen, aber die wirtschaftliche Belastung reduzieren. Damit Sie im Schadensfall die Leistungen Ihrer Versicherung in Anspruch nehmen können, dokumentieren Sie die Schäden bevor Sie aufräumen und klären Sie mit Ihrem Versicherer, wann, wie und wo die Schäden behoben werden können, um Ihren Versicherungsschutz nicht zu gefährden.

  • Bei Blitz- und Hagelschäden, wie beispielsweise an Dächern, Fenstern oder Hausfassaden, kommt die Gebäudeversicherung auf.
  • Schäden an Hausrat, wie beispielsweise an Elektrogeräten durch Überspannung, sind durch eine Hausratversicherung abgedeckt. Aber Vorsicht: Ist der Blitz nicht direkt in das versicherte Gebäude oder Grundstück eingeschlagen, zahlt der Versicherer nur, wenn im Vertrag eine sogenannte Überspannungsklausel enthalten ist.
  • Bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes übernimmt die Kaskoversicherung die Hagelschäden am Auto, ohne dass es zu einer Hochstufung der Schadenfreiheitsklasse kommt. 

Wenn die Versicherung nicht greift - Unwetterschäden von der Steuer absetzen

Sollten die Unwetterschäden nicht durch einen Versicherer abgedeckt sein, ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, Reparaturkosten von der Steuer abzusetzen. Dies betrifft jedoch nur die Folgekosten von Unwetterschäden, die existenziell wichtige Bereiche wie das Wohnhaus betreffen. Schäden im Garten, an der Garage und am Pkw lassen sich hingegen nicht absetzen.

Betreffen schwere Unwetter gleich eine oder mehrere Regionen, wird durch die Finanzverwaltung mitunter auch der sogenannte Katastrophenerlass gewährt. Dieser räumt den Betroffenen besondere Steuererleichterungen für außergewöhnliche Belastungen ein. Welche Kosten in diesem Fall als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden können, erfahren Sie bei Ihrem Finanzamt oder Ihrem Steuerberater. 

Gewitter und Hagelschlag – Unwetterwarnungen, Informationen und Tipps

Blitz und Hagel: Heraufziehendes Gewitter

Bei plötzlich auftretenden Wetterphänomenen gibt es keine lange Vorwarnzeit. Umso wichtiger ist eine schnelle Information, wo etwa heftige Unwetter mit Gewitterblitzen und Hagelschlägen drohen. Alarmhinweise erhalten Sie von lokalen Behörden, Polizei oder Einsatzkräften, über Rundfunk und Fernsehen oder über Warn-Apps wie NINA (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) oder KATWARN (Fraunhofer FOKUS im Auftrag der öffentlichen Versicherer Deutschlands und der CombiRisk GmbH). Die Apps sind alternative bundesweit einheitliche Warndienste 
für Mobiltelefone. Beide Dienste bieten standortbezogene Warn- und Verhaltensinformationen bei Gewitterfronten mit Hagel und Starkregen oder auch Wirbelstürmen, Großbränden, Bombenfunden, etc.:

 

Informationen über Unwetter-Warnungen können Sie auch über die Webseiten des Deutschen Wetterdienstes oder der Unwetterzentrale abrufen:

 

Einen Ratgeber für die Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen – beispielsweise bei starkem Unwetter – hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe veröffentlicht:

 

In der Broschüre „Gut & günstig versichert" informiert der Bund der Versicherten, die bundesweit größte unabhängige und gemeinnützige Verbraucherschutzorganisation für Versicherte, ab Seite 26 über Versicherung rund ums Haus:

 

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