Richtig gießen

Ohne Wasser ist alles nichts im Garten. Jede Pflanze braucht ihr spezielles Quantum Nass. Doch Pflanzen richtig zu gießen soll Lust und keine Last sein. Viele Gärtner tun sich beim Gießen ihrer Pflanzen schwer, weil sie sich nicht ausreichend über die richtigen Pflegemaßnahmen ihrer Pflanzen informiert haben. Moderne Gartentechnik gepaart mit dem Know-how gestandener Gartenprofis macht vieles leichter.
Da Wasser auch ein kostbares Gut darstellt und nur etwa 2,6 % unseres Gesamtwasservorrats der Erde Süßwasser ist, sollten wir beim Gießen von Pflanzen und Blumen verantwortungsbewusst umgehen und bei der Gartenbewässerung wann immer es geht auf Regenwasser zurückgreifen.

Lesen Sie hier die wichtigsten Tipps wenn es um´s Gießen geht.
 

Richtig gießen - wie viel Wasser brauchen Pflanzen?

Zunächst einmal, muss man seine Pflanzen und deren Bedürfnisse kennen. Handelt es sich um einen Flach-, Mitteltief- oder Tiefwurzler? Diese Eigenschaft bestimmt nämlich, wie tief das Wasser in die Erde eindringen muss, damit die Pflanze gut durchfeuchtet wird. Ein Gemüsebeet braucht im Durchschnitt 10 bis 15 Liter pro Quadradratmeter. Sprich, 1,5 große Gießkannen. In anderen Bereichen Ihres Gartens muss man an heißen Tagen sogar mit zwei bis drei Gießkannen pro Quadratmeter rechnen. Wenn Sie Pflanzgefäße verwenden gießen Sie am besten zwei Mal am Tag um Staunässe zu vermeiden, da der Pflanztopf an Aufnahmefähigkeit limitiert ist.

 

Woran erkennt man, dass eine Pflanze gegossen werden muss?


Die Antwort liegt auf der Hand. Wenn die Erde trocken ist. Machen Sie also am besten eine Fingerprobe, bevor Sie wässern. Spätestens wenn eine Pflanze braune Stellen bekommt, hat sie zu viel Trockenheit und somit auch einen Nährstoffmangel erlitten.

Ein anderer Indikator sind die Blätter der Pflanze. Hängen sie schlaff herab, fehlt Wasser. Warten Sie aber trotzdem lieber bis zum frühen Morgen mit dem Gießen ab, denn einige Pflanzen, wie z.B. Tomaten, reagieren mit schlaffen Blättern auch als eine Art Schutzmechanismus, um die Oberfläche der Pflanze zu reduzieren, womit auch die Verdunstung durch die Sonne abnimmt.

Warum überhaupt gießen?

Bei normaler Witterung kommen gut angewurzelte Büsche, mehrjährige Stauden, einjährige Blumen, Gemüse und Rasen im Frühjahr ohne zusätzliche Bewässerung aus. Erst, wenn die Temperaturen steigen, sollte man auf Anzeichen von Trockenheit achten: krümelige, rissige Oberflächen, nachlassende Farben, Pflanzen mit hängenden Blüten oder Halmen sind Alarmzeichen.

Wie oft gießen?

Das meiste Grün bevorzugt ein- bis zweimal pro Woche reichlich Wasser statt täglich eine kleine Menge. Denn wenn das Nass nicht tief genug in den Boden eindringen kann, durstet die Pflanze trotz Bewässerung. Faustregel: Der Untergrund sollte ca. 15 cm tief gewässert werden, dann sind alle Wurzeln gut versorgt. Tiefwurzler ziehen die benötigte Nässe direkt aus tieferliegenden Erdschichten. Wichtig: Sobald das Gießwasser nicht mehr versickert, ist der Boden gesättigt. Das kann bei Lehmböden schnell gehen

Morgens oder abends bewässern?

Damit Sonne und Hitze das Wasser nicht gleich wieder verdunsten lassen und damit die auf den Blättern stehenden Tropfen nicht wie Brenngläser auf das Grün wirken, bieten sich die frühen Morgenstunden zum Gießen an. Ab der Mittagszeit bis spät in den Abend, wenn die Temperaturen wieder fallen, ist strikte Gießpause. Schattenlagen können eher wieder in den Genuss der Bewässerung kommen als sonnenbeschienene Plätze.

Wässern, auch im Winter?

Nur bei langanhaltender Trockenheit im Winter sollten immergrüne Pflanzen im Beet zusätzlich Wasser bekommen. Die Tageszeit spielt dabei nur eine Nebenrolle. Voraussetzung ist frostfreier Boden, sonst ist der Schaden größer als der Nutzen.

Welches Wasser wohin gießen?

Machen Sie alles, nur nicht einseitig! Immer nahe am Wurzelstock einer Pflanze gießen, damit sie sich in alle Richtungen entwickeln kann. So bleiben die Blätter trocken, das vermeidet den Pilzbefall. Wenn Sie kein Regenwasser haben, Brunnenwasser vor der Nutzung überprüfen lassen. Wasser aus Tiefbrunnen in einer Regentonne auf Temperatur kommen lassen.

Tomaten richtig gießen

Fast jeder hat schon einmal probiert, das leckere Nachtschattengewächs selbst anzupflanzen. Egal, ob Sie Ihre Tomaten in einem Kübel auf dem Balkon oder im freien Feld pflanzen, gilt beim Gießen eine Regel: Nur die Erde bewässern, in der die Tomatenpflanze sitzt und nicht die Pflanze selbst. Wenn es nicht anders geht, gießen Sie die Tomaten noch vor dem Sonnenaufgang. Wassertropfen auf den Tomatenpflanzen verbrennen nämlich, wenn die Sonne darauf scheint.

Ein weiterer Tipp: Mulchen kann das Gießen von Tomaten unterstützen. Der Mulch reguliert die Feuchtigkeit und gibt wichtige Nährstoffe an den Boden ab.

Wie oft man seine Tomatenpflanzen gießen sollte, kann man pauschal nicht beantworten, da es vom Standort und den Temperaturen abhängt. Es gibt Standorte, an denen Gärtner ihre Tomaten sogar zwei Mal am Tag gießen sollten. In feuchten Böden und einem nicht so heißen Sommer reicht es, einmal pro Woche zu gießen. Hier probiert man also am besten selbst aus.

Kann man per App automatisch bewässern?

Ja! Es gibt computergesteuerte Bewässerungsanlagen, die sich mittels Bodenfeuchtemesser zum idealen Zeitpunkt einschalten. Deutlich kleiner sind Micro-Drip-Systeme für Balkon und Terrasse zur punktgenauen Bewässerung von Pflanzreihen. Währen der Fokus bei Bewässerungsanlagen auf der Verfügbarkeit von Wasser an allen Punkten im Garten liegt ("Wasser wie Strom aus der Steckdose") und im Zusammenspiel mit Sprinklern, Sprengern und einer intelligenten Steuerung ein Bewässerungskonzept für große Flächen entsteht, bringen Micro-Drip-Systeme das Wasser direkt an die Wurzel.

Wie Rasen richtig bewässern?

Beginnen Sie mit der Bewässerung, sobald sich der Rasen strohig anfühlt und seine Farbe verliert. Ziel ist eine Durchfeuchtung des gesamten Wurzelwerks, zwei Handbreit tief. Das können Sie mit Spaten und Zollstock kontrollieren, wir raten aber zu einem alten Gärtner-Trick: Stellen Sie eine Tasse im Wurfbereich des Sprengers auf. Wenn die gut gefüllt ist, können Sie den Regner versetzen.

Kann man beim Bewässern sparen?

Eine günstige Bewässerungsuhr steuert die Beregnung Ihres Gartens ganz nach Bedarf - und spart damit Verbrauch und Kosten. Sie wird einfach zwischen Wasserhahn und Schlauch geschaltet.

Geht das auch ganz manuell?

Sie können zu den Wurzeln der Gärtnerei zurückkehren, in Ihrem Garten einen Bohrbrunnen setzen und mit Schwengelpumpe das frische Nass fördern. Ob Sie in der Region einen Bohrbrunnen setzen dürfen, sagt Ihnen die Untere Wasserbehörde. Das Gerät für den Brunnenbau bekommen Sie beim Leihservice in Ihrem Fachcentrum.

Kleines Lexikon der Bewässerungstechnik

Auch Sprinkler oder Sprenger genannt, versorgen vom Boden aus Flächen mit künstlichem Regen.
Das Wasser wird in die Luft gespritzt und fällt als Tropfen zu Boden. Je nach Form der versorgten Fläche
unterscheidet man Kreis-, Viereck- und Sektorenregner. Flächenregner bieten oft mehrere Beregnungsformen. Turbinenregner arbeiten dank eines mehrstufigen Turbinengetriebes besonders leise.

  • Wurfweite

Bezeichnung für die maximale Ausdehnung der Fläche, die ein Regner bewässern kann. In der Regel
vom Wasserdruck abhängig und dadurch regulierbar.

Angeschlossen an den Wasserhahn, schaltet dieser kleine Helfer nach der vorgewählten Zeit das Wasser
automatisch an oder ab.

Dieses unterirdisch verlegte Rohrsystem für Gießwasser kann an beliebigen Stellen angezapft werden
und bringt das Wasser dauerhaft dorthin, wo es benötigt wird.

  • Sprühformen/-muster

Damit werden die verschiedenen Formen des Wasserstrahls bezeichnet. Die Varianten reichen vom Voll- über den Hohlkegel bis zum Flach- oder Vollstrahl. Besonders schonend ist der Sprühnebel, bei dem das Nass fein zerstäubt wird.

Schlauchaufsatz ähnlich einem Duschkopf. Die häufigste Form ist die ergonomisch gestaltete Pistolenbrause. Sie bietet meist mehrere Sprühmuster. Impulsbrausen besitzen einen zusätzlichen Auslöserhebel für den Durchfluss – idealerweise auch auf Dauerbetrieb arretierbar.

Im Unterschied zur Brause besitzt eine Spritze nur einen Wasserstrahl, der sich für unterschiedliche
Sprühmuster in seiner Intensität und Form regeln lässt. 

Er besteht aus einem Metallstab mit Brausekopf. Ideal zum Bewässern hoch hängender Pflanzen oder
dicht bepflanzter Beete.

So nennt der Fachmann die schnell und einfach einsetzbaren und flexiblen Verbindungsstücke zwischen
zwei Schlauchpartien. Ist die Kupplung mit einem sog. Wasserstopp ausgestattet, können Sie den
Gartenschlauch austauschen, ohne das Wasser abstellen zu müssen – der Wasserfluss wird automatisch
unterbrochen.

  • 2-Wege-Ventil

Mit diesem Kupplungsstück kann das Wasser auf zwei angeschlossene Schläuche verteilt werden.
Hochwertige Modelle bieten stufenlos getrennt regelbare Anschlüsse, sodass keine Schläuche gewechselt
werden müssen.

  • No Torsion System (NTS)

Bei dieser patentierten Technik ist eine schräg verzahnte Gewebeschicht in den Gartenschlauch integriert.
Sie verhindert das Verwinden und Verknoten des Schlauches und sichert einen gleichmäßigen
Wasserdurchfluss. Auch das Auf- und Abrollen geht damit störungsfrei von der Hand.