Richtig gießen

Ohne Wasser ist alles nichts im Garten. Jede Pflanze braucht ihr spezielles Quantum Nass. Doch das Gießen von Blumen, Bäumen und Rasen soll Lust und keine Last sein: Moderne Gartentechnik gepaart mit dem Know-how gestandener Gartenprofis macht vieles leichter. Zehn Fragen und Antworten.

Warum überhaupt gießen?

Bei normaler Witterung kommen gut angewurzelte Büsche, mehrjährige Stauden, einjährige Blumen, Gemüse und Rasen im Frühjahr ohne zusätzliche Bewässerung aus. Erst, wenn die Temperaturen steigen, sollte man auf Anzeichen von Trockenheit achten: krümelige, rissige Oberflächen, nachlassende Farben, Pflanzen mit hängenden Blüten oder Halmen sind Alarmzeichen.

Wie richtig gießen?

Das meiste Grün bevorzugt ein- bis zweimal pro Woche reichlich Wasser statt täglich eine kleine Menge. Denn wenn das Nass nicht tief genug in den Boden eindringen kann, durstet die Pflanze trotz Bewässerung. Faustregel: Der Untergrund sollte ca. 15 cm tief gewässert werden, dann sind alle Wurzeln gut versorgt. Tiefwurzler ziehen die benötigte Nässe direkt aus tieferliegenden Erdschichten. Wichtig: Sobald das Gießwasser nicht mehr versickert, ist der Boden gesättigt. Das kann bei Lehmböden schnell gehen.

Morgens oder abends bewässern?

Damit Sonne und Hitze das Wasser nicht gleich wieder verdunsten lassen und damit die auf den Blättern stehenden Tropfen nicht wie Brenngläser auf das Grün wirken, bieten sich die frühen Morgenstunden zum Gießen an. Ab der Mittagszeit bis spät in den Abend, wenn die Temperaturen wieder fallen, ist strikte Gießpause. Schattenlagen können eher wieder in den Genuss der Bewässerung kommen als sonnenbeschienene Plätze.

Wässern, auch im Winter?

Nur bei langanhaltender Trockenheit im Winter sollten immergrüne Pflanzen im Beet zusätzlich Wasser bekommen. Die Tageszeit spielt dabei nur eine Nebenrolle. Voraussetzung ist frostfreier Boden, sonst ist der Schaden größer als der Nutzen.

Welches Wasser wohin gießen?

Machen Sie alles, nur nicht einseitig! Immer nahe am Wurzelstock einer Pflanze gießen, damit sie sich in alle Richtungen entwickeln kann. So bleiben die Blätter trocken, das vermeidet den Pilzbefall. Wenn Sie kein Regenwasser haben, Brunnenwasser vor der Nutzung überprüfen lassen. Wasser aus Tiefbrunnen in einer Regentonne auf Temperatur kommen lassen.

Wie erkennt man einen guten Schlauch?

Ersparen Sie sich ärgerliche Fehlkäufe, leisten Sie sich gleich einen hochwertigen, ausreichend langen Gartenschlauch. Günstige Schläuche knicken gern ab und lassen sich leicht zusammendrücken. Ein guter Schlauch verfügt über eine gestrickte Netzeinlage, ist robust und trotzdem flexibel.

Kann man per App automatisch bewässern?

Ja! Es gibt computergesteuerte Bewässerungsanlagen, die sich mittels Bodenfeuchtemesser zum idealen Zeitpunkt einschalten. Deutlich kleiner sind Micro-Drip-Systeme für Balkon und Terrasse zur punktgenauen Bewässerung von Pflanzreihen. Währen der Fokus bei Bewässerungsanlagen auf der Verfügbarkeit von Wasser an allen Punkten im Garten liegt ("Wasser wie Strom aus der Steckdose") und im Zusammenspiel mit Sprinklern, Sprengern und einer intelligenten Steuerung ein Bewässerungskonzept für große Flächen entsteht, bringen Micro-Drip-Systeme das Wasser direkt an die Wurzel.

Wie Rasen richtig bewässern?

Beginnen Sie mit der Bewässerung, sobald sich der Rasen strohig anfühlt und seine Farbe verliert. Ziel ist eine Durchfeuchtung des gesamten Wurzelwerks, zwei Handbreit tief. Das können Sie mit Spaten und Zollstock kontrollieren, wir raten aber zu einem alten Gärtner-Trick: Stellen Sie eine Tasse im Wurfbereich des Sprengers auf. Wenn die gut gefüllt ist, können Sie den Regner versetzen.

Kann man beim Bewässern sparen?

Eine günstige Bewässerungsuhr steuert die Beregnung Ihres Gartens ganz nach Bedarf - und spart damit Verbrauch und Kosten. Sie wird einfach zwischen Wasserhahn und Schlauch geschaltet.

Geht das auch ganz manuell?

Sie können zu den Wurzeln der Gärtnerei zurückkehren, in Ihrem Garten einen Bohrbrunnen setzen und mit Schwengelpumpe das frische Nass fördern. Ob Sie in der Region einen Bohrbrunnen setzen dürfen, sagt Ihnen die Untere Wasserbehörde. Das Gerät für den Brunnenbau bekommen Sie beim Leihservice in Ihrem Fachcentrum.

Kleines Lexikon der Bewässerungstechnik

  • Regner

Auch Sprinkler oder Sprenger genannt, versorgen vom Boden aus Flächen mit künstlichem Regen.
Das Wasser wird in die Luft gespritzt und fällt als Tropfen zu Boden. Je nach Form der versorgten Fläche
unterscheidet man Kreis-, Viereck- und Sektorenregner. Flächenregner bieten oft mehrere Beregnungsformen. Turbinenregner arbeiten dank eines mehrstufigen Turbinengetriebes besonders leise.

  • Wurfweite

Bezeichnung für die maximale Ausdehnung der Fläche, die ein Regner bewässern kann. In der Regel
vom Wasserdruck abhängig und dadurch regulierbar.

  • Bewässerungsuhr

Angeschlossen an den Wasserhahn, schaltet dieser kleine Helfer nach der vorgewählten Zeit das Wasser
automatisch an oder ab.

  • Garten-Pipeline

Dieses unterirdisch verlegte Rohrsystem für Gießwasser kann an beliebigen Stellen angezapft werden
und bringt das Wasser dauerhaft dorthin, wo es benötigt wird.

  • Sprühformen/-muster

Damit werden die verschiedenen Formen des Wasserstrahls bezeichnet. Die Varianten reichen vom Voll- über den Hohlkegel bis zum Flach- oder Vollstrahl. Besonders schonend ist der Sprühnebel, bei dem das Nass fein zerstäubt wird.

  • Brause

Schlauchaufsatz ähnlich einem Duschkopf. Die häufigste Form ist die ergonomisch gestaltete Pistolenbrause. Sie bietet meist mehrere Sprühmuster. Impulsbrausen besitzen einen zusätzlichen Auslöserhebel für den Durchfluss – idealerweise auch auf Dauerbetrieb arretierbar.

  • Spritze/Spritzpistole

Im Unterschied zur Brause besitzt eine Spritze nur einen Wasserstrahl, der sich für unterschiedliche
Sprühmuster in seiner Intensität und Form regeln lässt. 

  • Gießstab

Er besteht aus einem Metallstab mit Brausekopf. Ideal zum Bewässern hoch hängender Pflanzen oder
dicht bepflanzter Beete.

  • Schlauchkupplung

So nennt der Fachmann die schnell und einfach einsetzbaren und flexiblen Verbindungsstücke zwischen
zwei Schlauchpartien. Ist die Kupplung mit einem sog. Wasserstopp ausgestattet, können Sie den
Gartenschlauch austauschen, ohne das Wasser abstellen zu müssen – der Wasserfluss wird automatisch
unterbrochen.

  • 2-Wege-Ventil

Mit diesem Kupplungsstück kann das Wasser auf zwei angeschlossene Schläuche verteilt werden.
Hochwertige Modelle bieten stufenlos getrennt regelbare Anschlüsse, sodass keine Schläuche gewechselt
werden müssen.

  • No Torsion System (NTS)

Bei dieser patentierten Technik ist eine schräg verzahnte Gewebeschicht in den Gartenschlauch integriert.
Sie verhindert das Verwinden und Verknoten des Schlauches und sichert einen gleichmäßigen
Wasserdurchfluss. Auch das Auf- und Abrollen geht damit störungsfrei von der Hand.