Hilfe bei Hochwasser

Was tun, wenn das Wasser kommt?

  • Verschaffen Sie sich umgehend ein Bild, ob nur der Keller voll zu laufen droht oder das ganze Haus bedroht ist. Hier können schon geringe Unterschiede in der Lage Ihres Hauses große Unterschiede machen.
  • Auch wenn Ihr Haus sicher ist, was ist mit Ihren Nachbarn? Sind alle Anwohner wach, ist der Verbleib von abwesenden Personen bekannt?
  • Gibt es Tiere im Außenbereich, die gefährdet sein könnten?
  • Wenn Sie von einer Gefährdung für Ihre Familie ausgehen müssen, sofortiger Notruf über die Telefonnummer 112, Handy oder Festnetz.
  • Wenn Sie in der Leitstelle in eine Warteschleife kommen - nicht auflegen, dran bleiben!
  • Die Einsatzkräfte brauchen immer die genaue Adresse und eine Beschreibung der drohenden Gefahr und die Anzahl der betroffenen Menschen oder Tiere.
  • Strom abschalten und wenn möglich Heizung ausschalten.
  • Volllaufende Keller, Garagen und Untergeschosse nicht mehr betreten.
  • Familie und Mitbewohner in Sicherheit bringen. Wenige Meter Höhendifferenz können hier den Unterschied machen. Keine Flucht im Auto über unsichere Straßen - über die obendrein die Helfer anfahren!
  • Merke - alle materiellen Werte sind ersetzbar! Verschwenden Sie keine Zeit, um den Keller leer zu räumen. Kümmern Sie sich um Angehörige, hilfsbedürftige Nachbarn oder Tiere - alles andere hat Zeit.
  • In keinem Fall mehr instabile Gebäude betreten. Wenn Sie oder die Feuerwehr zu dem Schluss gekommen sind, dass das Haus bedroht ist, dürfen Sie in keinem Fall mehr zurück. Nichts, was sich noch in dem Haus befinden könnte, rechtfertigt das Risiko.
  • Wenn Sie aber nur wenige Zentimeter Wasser im Keller haben und die Lage vor Ort sicher ist - helfen Sie sich selber! Die Feuerwehr wird in diesen Tagen an anderer Stelle dringender benötigt. Generell gilt, dass die Feuerwehr sowieso nie einen Keller völlig trocken pumpen kann. Circa 15 cm Wasser bleiben immer stehen, weil die Pumpen der Wehren nicht tiefer arbeiten können.
  • Kein Notfall-Tourismus! Halten Sie sich und Ihre Kinder von über die Ufer getretenen Flüssen und überschwemmten Arealen fern. Keiner kann wissen, wie tief das Wasser vor Ihren Füßen ist. Und das gilt auch für Fahrten auf überfluteten Straßen. Die von Polizei oder Feuerwehr eingerichteten Sperrzonen sind unbedingt einzuhalten.

Der Wasserpegel sinkt - was tun?

  • Dürfen Sie Ihr Haus wieder betreten? Haben die Behörden Ihre Nachbarschaft wieder freigegeben? Ist die Straße vor der Tür wieder trocken? Ist die Stromversorgung wieder hergestellt? Wenn nicht - bleiben Sie in Sicherheit!
  • Wenn Strom verfügbar ist, kann man einen Keller mit Schmutzwasserpumpen trocken legen. Vorher klären - wohin mit dem Wasser?
  • Geduld! Gute Pumpen fördern unter optimalen Bedingungen zwischen 10 und 20 Kubikmeter Wasser in der Stunde. Da kann das Lenzen eines Kellers einige Zeit dauern.
  • Die meisten Schmutzwasserpumpen saugen bis ca. 1 cm Wassertiefe. Den Rest müssen Sie mit Lappen oder - besser noch - einem Wasserstaubsauger aufnehmen.
  • Alle durchfeuchteten Bodenbeläge gleich mit entfernen. Sie sind ohnehin Versicherungsschäden.
  • Leichtbauwände sind im Regelfall nach einem Wasserschaden zu ersetzen.
  • Alle gefluteten Elektrogeräte sind ohne Ausnahme zu entsorgen.
  • Im besten Fall sollte der Keller komplett geleert und gut belüftet sein. Spätestens jetzt sollten Sie auch Ihre Versicherung benachrichtigen - und das weitere Vorgehen besprechen. Braucht es eine Bautrocknung?
  • Wenn Heizöltanks aufgeschwommen sind oder Lager von Lacken, Farben, Ölen oder Pflanzenschutzmitteln unter Wasser stehen, werden Sie nicht tätig. Das ist ein Einsatz für die Feuerwehr.
  • Den Strom im Haus erst dann wieder einschalten, wenn die Anlage von einem Fachmann freigegeben worden ist.

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