Holz lackieren oder lasieren ist nicht schwer, wenn Sie einige Grundsätze beachten. Dies beginnt schon bei der richtigen Vorbehandlung: Entfernen Sie zunächst alte Lackschichten durch Abbeizen oder mit dem Heißluftfön. Säubern Sie anschließend die Oberfläche gründlich. Mit der Reinigung haben Sie zugleich einen anderen wichtigen Arbeitsschritt erledigt: das Wässern des Holzes. Dadurch quellen die Holzfasern auf und kleinere Schäden verschwinden von selbst. Wichtig: Das Holz muss an allen Stellen gleichmäßig angefeuchtet sein. Die durch das Wässern aufgerichteten Fasern schleifen Sie anschließend ab und glätten sie so für die folgende Oberflächenbehandlung.
Werkzeug und Material:
Farbwanne mit Wechseleinsätzen
ggf. Grundierung
ggf. Heißluftpistole
Lackrollen (Flockwalzen für Acryllacke; Schaumwalzen für Kunstharzlacke)
Möbellack, Acryllack, Natur- oder Kunstharzlack nach Bedarf
Schwamm
Wer beim Umgang mit Lacken und Lasuren die geltenden Sicherheitsregeln (z. B. viel lüften, besser: im Freien arbeiten) vernachlässigt, riskiert ernste Gesundheitsschäden. Auf der Rückseite jedes Gebindes finden Sie Hinweise zu Inhaltsstoffen, Gefahren und Schutzmaßnahmen. Tragen Sie außerdem Gummihandschuhe.
Lackier-Werkzeug
Lackarten
Es gibt drei wichtige Lackarten: Acryl-, Naturharz- und Kunstharzlacke. Acryllacke sind lösungsmittelarm und wasserverdünnbar. Sie sind geruchsarm und schnell zu verarbeiten und eignen sich für Holz, Metall sowie Kunststoff. Bei Naturharzlacken werden als Bindemittel pflanzliche und tierische Rohstoffe verwendet. Kunstharzlacke können Sie besonders für Tische, Stühle und andere Oberflächen verwenden, die einer ständigen Belastung ausgesetzt sind. Mit Kunstharzlacken schaffen Sie eine gegen Schmutz und Kratzer unempfindliche Oberfläche. Für eine besonders umweltfreundliche Lösung greifen Sie zu wasserbasierten Acryllacken, die sich ideal für den Innenbereich eignen.
Alten Lack entfernen
Abbeizen
Abbeizfluids werden heute ohne gesundheitsschädliche Chlorkohlenwasserstoffe und Methylchloride angeboten. Arbeiten Sie trotzdem mit Gummihandschuhen, im Freien oder bei geöffnetem Fenster. Die Einwirkzeit ist abhängig von der Temperatur und dem alten Anstrich (Herstellerangaben beachten). Abbeizfluids sind sofort gebrauchsfertig: Tragen Sie sie mit einem Pinsel, einer Bürste oder einer Lammfellrolle auf. Warten Sie ab, bis die alte Farbe Blasen schlägt. Nehmen Sie dann die gelöste Farbschicht mit einem Spachtel ab. Bei mehreren Farbschichten kann ein weiteres Auftragen nötig sein. Prüfen Sie, ob alle Lackreste gelöst sind. Zum Lösen von Kunstharzlacken und Ölfarben verwenden Sie ein Abbeizpulver, das mit Wasser zu einer Paste angerührt wird. So können Sie bis zu zehn Farbschichten auf einmal entfernen. Abbeizpulver eignen sich nicht für furniertes Holz, Dispersionsfarben, Nitro- und Acryllacke. Für besonders hartnäckige Anstriche lohnt sich auch der Einsatz von Abbeizgel, das länger feucht bleibt und dadurch tiefere Schichten effektiver anlöst.
Alten Lack mit Heißluft entfernen
Alte Lackschichten können Sie mit einer Heißluftpistole entfernen: Bis zu 600 Grad heiße Luft weicht den Lack auf und er lässt sich leicht abziehen. Gehen Sie hierfür mit der Heißluftpistole nahe an den abzulösenden Lack heran. Beachten Sie, dass sich die Luft zwischen Düse und Lack schnell abkühlt, zum Beispiel bei einem Abstand von fünf Zentimetern um 70 Grad.
Lassen Sie die Düse abkühlen, bevor Sie sie wechseln: Die Düse ist nach der Arbeit sehr heiß - nicht mit den Händen berühren und an einen hitzefesten Platz legen.







