Richtig tapezieren - einfach gemacht

Glatt, fugenlos und faltenfrei — so soll die Tapete sein...

 

 

Glatt, fugenlos und faltenfrei - so soll die Tapete die Wände Ihrer Wohnung zieren. Wenn Sie dabei einige wichtige Tricks beherrschen, geht das Tapezieren mit den modernen Tapeten fast wie von selbst!  

 

Jede tapezierte Wand kann nur so gut sein wie der Untergrund. Die Arbeit, die Sie in Abweichen alter Tapeten, Spachteln des Untergrundes und Einstreichen mit Grundierung stecken, macht das Ergebnis nur besser.


Sottflecken aus einem durchfeuchteten Schornstein oder große Wasserflecken auf der Wand sollten Sie sorgfältig isolieren, damit sie nicht durch die neue Tapete durchschlagen. Dazu gibt es dichte Spezialfarben, mit denen man diese Wandbereiche behandeln muss.


Messen Sie überall ganz genau. Und zum Messen gehört auch, dass man bei jeder neuen Wand mit dem Lot eine Markierung für die erste Bahn anbringt. Versuchen Sie nicht, einfach in irgendeiner Raumecke mit dem Tapezieren genau nach der Wand zu beginnen. Sie könnte schief sein! Und dann werden es alle anderen Bahnen auch.
Probieren Sie keine Rationalisierungseffekte in Ihr Tapezieren hineinzubringen. Wer alle Tapetenbahnen einer Wand auf einmal einkleistert und einweichen lässt, bevor sie dann Stück für Stück angebracht werden, wird Schwierigkeiten bekommen. Tapeten müssen gleichmäßig lange einweichen, von 5 Minuten bei leichten Tapeten bis zu 15 Minuten bei schweren Tapeten und Rauhfaser.


Kleistern Sie also immer nur zwei Bahnen ein - dann wieder tapezieren. Und so weiter.
Beim Einweichen dehnt sich die Tapetenbahn aus, damit sie sich an der Wand später wieder zusammenziehen kann und Falten wegzieht.


Versuchen Sie nie, eine Tapetenbahn um die Ecke zu kleben. Das geht selten gut. Tapeten sollten jeweils nur 1 bis 2 cm auf die angrenzende Wand überlappen und dort von der anschließenden ganzen Bahn überdeckt werden. Das gilt auch für Fensteröffnungen und Nischen. Auch den Knick zwischen der Dachschräge und dem senkrechten Drempel, der Abseite, behandelt man so. Der obere schräge Bereich wird so beklebt, dass die Tapetenbahn nur 1 bis 2 cm auf die senkrechte Wand hinunterreicht. Dort setzt dann die nächste Bahn an.


Behandeln Sie die eingeweichte Tapete vorsichtig. Wenn Sie beim Ansetzen merken, dass der Stoß zwischen den beiden Bahnen sich nach unten immer weiter öffnet, nehmen Sie die Tapete ab und setzen Sie sie neu an. Das geht besser als der Versuch, die Tapetenbahn mit der Hand so zu verschieben, bis sie passt. Dabei kann sich das eingeweichte Papier so kräftig verziehen, dass die Bahn unbrauchbar wird.
Achten Sie bei Mustertapeten schon beim Zuschnitt immer genau auf den "Rapport", also das Maß, in welchen Abständen das Muster wiederholt wird.


Auch beim Ansetzen der Bahnen an der Wand müssen Sie millimetergenau die Mustertreue einhalten, weil sonst das Bild der Wand alles andere als gut wirkt.
Wer diese wichtigen Tipps beherzigt und sich bei der Arbeit an die richtigen Handgriffe gewöhnt, kann schnell, sauber und so gut tapezieren wie ein Fachmann.


Das alles brauchen Sie zum Tapezieren: Neben dem Werkzeug, dem richtigen Tapetenkleister für die Tapetenqualität und der Tapete sollten Sie einen Tapeziertisch und eine solide Stehleiter haben. Das Einkleistern geht am besten mit einer preiswerten Kleistermaschine.

 

1 Nach dem Lot wird auf jeder Wand die Lage der ersten Tapetenbahn angezeichnet. Abstand zur Wand: Bahnbreite der Tapete minus 2 cm, denn die Tapete soll bis knapp um die Ecke herum auf die nächste Wand reichen. 

 

2 Zum Zuschneiden aller Bahnen für eine Wand macht man sich am einfachsten eine Markierung mit Klebeband auf dem Tapetentisch. Die Bahn einknicken, um den Schnitt zu markieren. Dann mit dem Tapetenmesser oder mit einer Schere
durchtrennen.  

 

3 So wird von Hand eingekleistert: Die zugeschnittenen Bahnen liegen 10 cm vom Rand entfernt, nur die oberste wird direkt bis an den Tischrand gezogen. Dann mit der Deckenbürste den Tapetenkleister, nach Vorschrift angesetzt und gereift, gleichmäßig dick auftragen.
 

 

4 Das Zusammenlegen der Bahnen zum Einweichen: Klappen Sie die Enden so um, dass ein langes und ein kürzeres Ende entsteht. Die Ränder genau übereinander, damit nichts austrocknet! 

 

5 Am kürzeren Ende fassen Sie die Tapetenbahn nach der vorgeschriebenen Weichezeit, um sie an die Wand zu bringen: Oben auf der Leiter aufklappen, dann genau nach dem Lotstrich so auf die Wand kleben, dass oben und unten die Bahn überragt.
Von oben nach unten und von der Mitte zu den Rändern hin wird die Tapetenbahn nun angedrückt. Während eine Hand die Bahn hält und etwas lenkt, drückt die andere Hand mit der Bürste die Tapete auf die Wand.  

 

6 Solche Stellen gibt es, wenn Sie große Falten mit bloßer Kraft herausschieben wollen. Die Tapete verzieht sich! Besser: Die Bahn noch einmal lösen, neu ausrichten und dann wieder andrücken. 

 

7 An der Decke und am Fußboden markieren Sie mit der Scherenspitze die Schnittlinie nach der Decke oder der Sockelleiste. Dann die Bahn etwas abziehen und abschneiden. Den Rest sauber wieder andrücken. 

 

8 So darf ein Abschluss nicht aussehen! Die Tapetenbahn neu markieren und nachschneiden.
 

 

9 Tapeten werden auf Stoß geklebt, die zweite Bahn wird also direkt anstoßend an die erste aufgeklebt. Den Nahtbereich müssen Sie, wenn alles perfekt sitzt, zusätzlich gut andrücken. Dazu benutzen Sie den Nahtroller. 
 

 

10 Wenn ein Stoß so aussieht, kleben die Bahnen nicht überall gleich gut. Im Nahtbereich etwas Kleber unterstreichen und wieder den Nahtroller einsetzen. Oder Spezial-Dispersionskleber aus der Tube unter die Nahtränder geben.

 

11 Beim Tapezieren der Decke gelten alle Regeln wie an der Wand. Allerdings sollte man einen Helfer haben: Mit einem sauberen Besen hält dieser Helfer den noch nicht aufgeklappten Teil der Tapetenbahn hoch, sodass Sie selbst die Bahn richtig ansetzen, ausrichten und andrücken können. 

 

12 Wird die Decke zuerst tapeziert, klebt man die Deckentapete 1-2 cm weit bis auf die angrenzende Wand. Die Wandtapete wird dann genau in der Ecke abgeschnitten - ein nahezu nahtloser Übergang ist fertig. 

 

13 Nach dem Trocknen können Sie die Rauhfasertapete dann nach eigenem Geschmack streichen. Erst die Decke, dann die Wände! Die Ecken streichen Sie mit einem Pinsel vor, die Flächen mit der Rolle. 
 

 

Tipp:
Egal, ob lösungsmittelhaltige oder -freie Farben verwendet werden: Lüften ist immer angebracht. Auch das Wasser verdunstet schneller, die Farben trocknen rascher, das Zimmer ist früher bezugsfertig.

 

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